9. - 19. März 2009
Nach fast zwei Jahren planen, träumen, hoffen und, und, und, bestiegen wir am 9. März 2009 kurz vor 13:00 den Flieger, der uns in unser neues Zuhause für die nächsten 12 Monate brachte. Nach einer reibungslosen Reise betraten wir am 10. März für einen kurzen Moment zum ersten Mal australischen Boden: Die Zwischenlandung in Sydney. Nach einem kurzen Aufenthalt gings weiter nach Brisbane. Nun waren wir definitiv an unserem Ziel angelangt.
Mit dem Bus fuhren wir vom Flughafen zum Hotel und bezogen dort kurz nach Mitternacht unser Zimmer. Wir schauten uns beide an und sagten: „Wir sind zu Hause." Na ja, sofern man das von einem Hotel sagen kann :-)
Dieser Flieger brachte uns nach Down Under!
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir überwiegend mit schlafen, denn dies kam in den letzten Wochen definitiv zu kurz. Von Brisbane selbst sahen wir deshalb kaum etwas, was uns aber nicht weiter stört. Allerdings machten wir mit dem Bahnhof und den Zugverbindungen erste Bekanntschaften und nach einer anfänglichen Skepsis (es ist halt doch alles anders als in der CH) klappte es tiptop und wir kamen dort an, wo wir auch hinwollten. Dies war Northgate. Dort erkundigten wir uns über einen Camper und mieteten diesen sogleich ab dem nächsten Tag für ganze fünf Wochen.


Die zwei Weltenbummler am Bahnhof Brisbane ;-)
Am 14. März holten wir unseren Camper bei apollo ab und es fühlte sich gleich wieder wie im 2006 an: Einfach grandios! So fühlten wir uns wohl und dies war es, worauf wir uns für die nächsten Wochen so sehr gefreut haben. Jetzt konnten wir auf eigene Faust das Land, oder zumindest einen kleinen Teil davon, entdecken. Schnell änderten wir denn auch unsere Pläne. Eigentlich wollten wir nur von Brisbane nach Sydney fahren. Da aber fünf Wochen mehr als ausreichend sind, änderten wir sofort unsere Route. Airlie Beach war das Ziel! Wir waren bereits im 2006 dort und es hat uns super gefallen.
Noch etwas bleich (wie es sich gehört, wenn man direkt aus dem CH-Winter kommt), aber mit der Schweizerfahne nahmen wir unsere vier Wände für die nächsten fünf Wochen entgegen.
Nun gings los auf dem Highway 1 :-) Am ersten Tag fuhren wir nach Rainbow Beach, wo wir in der Abenddämmerung ankamen. Unterwegs staunten wir über regenwaldähnliche Wälder und atemberaubende Aussichten. Unser Campingplatz war direkt am Meer gelegen und wir hatten einen Platz mit Meersicht. Das Rauschen des Meeres und der warme Wind am Abend waren wunderschön und wir fühlten uns einfach nur wohl.
Tags darauf gings weiter Richtung Airlie Beach. Auch diesmal waren die Bilder, die wir sahen, unbeschreiblich: saftig grüne Wiesen und Wälder, unendliche Aussichten, riesige Herden Kühe und Pferde…WOW!!! Abends kamen wir in Rockhampton an, wo wir grillten und kurz darauf schlafen gingen.
Am Montag folgte dann die letzte Etappe nach Airlie Beach. Ca. um 16:00 kamen wir auf dem Campingplatz an und erhielten einen tollen Standort für unseren Camper. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir es uns gemütlich und genossen ein wunderbares BBQ :-) Yummi!
Am Dienstag, 17. März, frühstückten wir bei herrlichem Sonnenschein gemütlich draussen vor unserem Camper und machten uns danach auf den Weg zum Strand. Zu Fuss sind dies 20-30 Minuten. Wir liefen durchs Dorf und alles war sehr vertraut, auch der Strand sah aus, als ob wir erst gestern dagewesen wären. Wir entschieden uns, zur Lagoon zu gehen. Dies sind künstlich angelegt Salzwasserbecken, welche an den meisten Stränden zu finden sind, da man aufgrund giftiger/gefährlicher Tiere nicht immer ins Meer sollte. So suchten wir uns also ein lauschiges Plätzchen und verbrachten den Nachmittag mit lesen (ich englisch, Roger deutsch), „sünnele", schwimmen und Leute beobachten. Plötzlich mussten wir allerdings feststellen, dass wir trotz guten Vorsichtsmassnahmen beide einen Sonnebrand erwischt haben. Na ja, shit happens und aus Fehlern lernt man ja bekanntlich :-) Wir machten uns auf den Weg retour zum Campingplatz und bewunderten unterwegs die Natur. Besonders faszinieren waren wieder einmal die Kakadus, welche hier in Schwärmen umherfliegen und einen Lärm veranstalten, dass einem hören und sehen vergeht. Auf dem Campingplatz trafen wir dann noch weitere Vögel an, welche eine Mischung aus Ente und Storch sind. Allerdings gaben die einen beängstigenden Ruf von sich, wenn man ihnen (so wie ich) zu nahe kam. Da wir am Tag zuvor bereits mit sehr farbenfrohen Vögel Bekanntschaft gemacht haben, hoffte ich nun noch auf ein Treffen mit diesen. Sie waren allerdings schon wieder weg, da ihre Futterteller, welche hier auf dem Campingplatz täglich um 16:00 gefüllt werden, schon leer waren. Nun ja, wir bleiben ja noch etwas länger. Denn wir haben noch um fünf weiter Nächte verlängert. Das heisst, wir bleiben nun insgesamt eine ganze Woche hier. Diese Woche nennen wir „Ferien in den Ferien". Man soll sich schliesslich immer genügend ausruhen ;-)
Am Mittwoch, den 18. März, wurden wir von einem heftigen Regenschauer geweckt. Sofort schlossen wir alle Fenster und dösten noch ein wenig vor uns hin, während der Regen auf unser Dach tropfte. Irgendwann war aber dann doch auch Zeit zum Aufstehen und eine kühle Dusche zwecks Sonnenbrand-Behandlung stand auf dem Programm. Draussen war es trotz des starken Regenschauers angenehm warm und so huschten wir in kurzen Hosen, T-Shirt und Regenjacke über den Campingplatz. Nach einem gemütlichen Frühstück (diesmal im Camper) fuhren wir zu Woolworths. Dies ist ein riesiges Einkaufszentrum. Dort deckten wir uns mit Nahrungsmittel und Getränken für die nächsten zwei Tage ein und flanierten danach noch etwas durch die Geschäfte. Am späteren Nachmittag fuhren wir retour zum Campingplatz und besorgten uns eine Internet-Karte. Blöderweise hatten wir von unserem Standort aus keinen Empfang und der Laptop musste unbedingt geladen werden. Also machten wir uns auf und suchten im strömenden Regen nach einem Standort auf dem Campingplatz, an dem wir Empfang und Strom hatten. Dieser war dann auch relativ schnell gefunden und Roger machte sich ans Werk. Allerdings passten Steckdose und Stecker von unserem Camper nicht zusammen, was zum Abbruch dieser Übung führte. Immerhin hatten wir jetzt eine kleine Campingplatz-Rundfahrt gemacht ;-) So stellten wir unseren Camper wieder an unseren Standort und schlossen ihn an den Strom an, um den Laptop zu laden. Wir verschoben alle Internet-Tätigkeiten auf den nächsten Tag und vertrieben uns die Zeit mit einem Spiel und ein bisschen Theorie zum Strom. Später rief dann wieder der Grill und wir genossen ein feines Steak mit Maiskolben. Also verhungern werden wir hier sicher nicht :-)
Heute Donnerstag, das wäre dann der 19. März, war es den ganzen Tag immer wieder etwas regnerisch und zwischendurch wunderbar sonnig. Dabei herrschten aber immer warme Temperaturen. Auf unserem Tagesprogramm stand denn auch nur ein Punkt: Internet installieren, die HP auf Vordermann bringen und Roger sollte noch etwas an seinem Indonesien – Projekt arbeiten.
Wir zügelten also unseren Camper, so dass wir Internet – Empfang hatten und dann gings los. Zuerst amüsierten wir uns über diverse Mails aus der Schweiz und schrieben Antworten. Danach setzte ich mich an die HP und die Zeit verging wieder einmal wie im Fluge. Zwischendurch war Fütterungszeit der Vögel angesagt und wir wagten uns an den Ort des Geschehens. Mit einer Portion Futter auf der Hand waren wir dann für die Vögel auch sehr sympathisch und sie setzten sich auf unsere Hände, Arme und Köpfe. Ein lustiges und interessantes Schauspiel und wir sind wieder um ein tolles Erlebnis und auch ein paar Kratzspuren reicher! Hier käme dann auch wieder Lena zum Einsatz, wenn wir sie fragen: Wo hat das Gotti (oder sämtliche andere anwesenden Personen) ihren Vogel? ;-)


Blue Lagoon und zahlreiche Rainbow Lorikeets auf dem Campingplatz in Airlie Beach.


Ich und Roger bei der Fütterung der Rainbow Lorikeets.
Jetzt geniessen wir noch den milden Abend und warten gespannt, ob wir morgen eventuell noch einen Schneebericht aus der Schweiz erhalten ;-)
And now we say: Have fun and enjoy the life!
