30. März - 5. April 2009
Ihr fragt euch, was es wohl diese Woche spannendes und lustiges von unserer Seite aus Down Under zu berichten gibt? Nun ja, bei uns ist so einiges passiert und wir hatten wieder ganz viel Spass ;-) Aber seht doch selbst, was wir alles so angestellt haben.
Das „Altersheim" Tin Can Bay und mein Geburtstag
Am Montag fuhren wir von Town of 1770 nach Tin Can Bay. Dort liessen wir uns auf dem Campingplatz zuerst einmal aufklären, dass dies ein Ort sei, in dem überwiegend über 50jährige leben. Nun ja, senken wir halt mal den Altersdurchschnitt.
Wir bemerkten aber sehr rasch, dass so junge Leute wirklich eher eine Rarität auf diesem Campingplatz waren. Sahen uns doch die Leute, welche mehrheitlich in festen Cabins wohnten, etwas komisch an. Zudem waren wir wieder einmal in einem Funkloch mit unserem Natelanbieter, was die Stimmung (insbesondere meine) nicht gerade anhob. Ich hatte doch am Mittwoch Geburtstag und wollte erreichbar sein. Immerhin gab es ein unschlagbares BBQ!
Am Dienstag geschah nichts weltbewegendes und so freute ich mich trotz allem auf meinen Geburtstag in der weiten Ferne.
Am Mittwoch, dem 1. April, klingelte um 6:00 unser Wecker und nach einigen Ignorierungsversuchen, schafften wir den Sprung aus dem Bett. Und kurz nach 7:00 fuhren wir los zur Bootsrampe von Tin Can Bay. Dort warteten sie schon: Zwei Delphine, die täglich von 12km her kommen um gefüttert zu werden. Wir standen ins Wasser und bewunderten die Tiere eine halbe Ewigkeit! Später bekamen dann alle einen kleinen Kessel mit ein bis zwei Fischen und die Delphine assen uns diese Fische aus der Hand! Ein ganz tolles Erlebnis und ein besonderes Geburtstagsgeschenk! Später frühstückten wir auf dem Campingplatz und studierten dessen Bewohner. Dabei fiel uns durchaus auch mal ein Rollator oder ein Rollstuhl ins Auge. Also doch ein Altersheim ;-)
Am Mittag machten wir uns über Umwege auf den Weg nach Rainbow Beach, wo wir den Nachmittag am Strand und im Meer verbrachten. Es ist schon toll, den Geburtstag einmal ganz anders zu verbringen und bei 30 Grad im Meer zu baden!!!! ;-) Zudem erfreute ich mich an den vielen Glückwünschen, die ich auf die unterschiedlichsten Wege erhielt! Merci an alle!
Jaja, da denkt man, der Job sei weit, weit weg...
Jupi, ich konnte einen Delphin füttern!!!
Und am Nachmittag genossen wir den warmen Spätsommer in Rainbow Beach am Strand. So herrlich!!!
Roger zeigte vollen Einsatz ;-)
Wunderschöne Gegend und Regen bis zum „Geht-nicht-mehr". Wobei der Australier mit dem Regen eher seine Mühe hat, besonders im Zusammenhang mit dem Auto…
Via Gympie, Caloundra und Kingscliff reisten wir weiter bis nach Byron Bay. Dabei entschieden wir uns zwischendurch auch mal für einen Tourist Drive, anstelle des Highway. Und wir wurden mit wunderschönen Bildern belohnt! Zwischenzeitlich glaubten wir uns mitten in einem Regenwald, so grün und dicht waren die Bäume und Sträucher. Dass es regnete und dadurch alles wolkenverhangen war, tat sein Übriges. Einfach traumhaft schön!
Es gab aber auch Momente, in denen es so stark regnete und die Wolken so tief hingen, dass wir uns fast wie in der Schweiz bei dichtem Nebel fühlten. Nur dass es hier auch bei diesem Wetter momentan noch schön warm ist ;-)
Aber eben, der Regen hinterliess hier in den letzten Tagen auch seine unschönen Spuren. So gab es zwischen Brisbane und Sydney viele Überschwemmungen, wovon wir persönlich bisher aber zum Glück (noch) nichts direkt mitbekamen.
Eine besondere Feststellung machten wir am Freitag, als wir von Caloundra nach Kingscliff fuhren (eigentlich hätte es ja direkt nach Byron Bay gehen sollen, aber eben…): Plötzlich öffneten die Wolken ihre Schleusen und es regnete in Strömen. Dagegen war der Regen in Airlie Beach nichts! Allerdings veranlasste dies die australischen Autofahrer auf dem drei- bis vierspurigen Motorway beinahe zu Vollbremsungen! Und jedes Mal, wenn der Regen etwas nachliess, gaben sie wieder Gas, nur um ein paar hundert Meter weiter gleich wieder auf die Bremse zu treten. Das soll mal einer verstehen. So kamen wir natürlich kaum vom Fleck. Soll heissen: Für 100km benötigten wir 2 ½ Stunden!
Chäsi in Manley und ein Raclette in Byron Bay
Jaja, ihr seht schon richtig: Chäsi und Raclette!
Auf dem Weg nach Caloundra machten wir einen Zwischenstop in der Chäsi von Manley. Diese gehört einem Schweizer, der in Australien schon mehrfach preisgekrönt ist für seinen Käse. Natürlich mussten wir diesen Käse auch ausprobieren und nach einer kleinen Degustation entschieden wir uns für ein Stück St. Claire und ein Stück (aufgepasst) Raclettekäse! Man soll ja alles mal ausprobieren. So reiste der Raclettekäse unangetastet bis nach Byron Bay mit und hier machten wir uns ein Raclette à la Schürch-Baumgartners auf einem australischen Campingplatz! Es war sehr lecker und ich musste wieder einmal merken, dass auch Rogers Kochideen manchmal zu gebrauchen sind… ;-)


Chäsi in Manley
Ein leckeres Raclette auf dem Campingplatz...yummi!
Was macht man, wenns zu regnen beginnt, bevor die Wäsche trocken ist?
Als wir am Samstagmittag in Byron Bay ankamen, nahm ich sofort die Waschmaschinen in Beschlag. Schliesslich gab es inzwischen doch wieder einiges zu waschen und ich wollte die Sonne und den Wind zum Trocknen ausnutzen. Eigentlich eine gute Idee. Aber eben nur eigentlich…So hängte ich die frisch gewaschene Wäsche frisch fröhlich in die Meeresbrise und hoffte…Doch diese Hoffnung reichte dem Wettergott wohl nicht aus und so kam es, wie es kommen musste: Es begann zu regnen, noch bevor unsere Wäsche trocken war. Ich hängte also schleunigst alles ab, während Roger unauffindbar mit dem Laptop auf dem gesamten Areal dem Internet-Empfang hinterherrannte und ich nicht auf seine Hilfe zählen konnte. Im Camper nutzte ich dann jede Möglichkeit, um die Wäsche irgendwie aufzuhängen. Alle Fenster und Türen geöffnet, sollte dies doch zusammen mit dem Wind funktionieren. Hoffte ich wieder einmal… Der Regen kam aber nach einzelnen Unterbrüchen erbarmungslos und so war einzig eine feuchte Angelegenheit im Camper das Ergebnis. Allzu trockene Luft in der Nacht ist ja sowieso nicht gesund ;-)
Leider war am Morgen noch immer alles ein wenig feucht (naja, war ja nicht anders zu erwarten) und ich entwickelte eine Wäscheleine quer durch unseren Camper. Dank der Sonne am Sonntag trocknete dann doch noch alles und so hatten wir nach etwas mehr als 24 Stunden wieder frisch gewaschene und trockene Kleider ;-)
Wäsche trocknen à la Sibylle und Roger ;-)
Östlichster Punkt Australiens, Delphine und spinnende Kajakfahrer
Am Sonntag gingen wir dann zum Lighthouse, dies ist der östlichste Punkt Australiens Festland. Die Aussicht war grandios!!! Riesige Wellen schlugen an die Felsen und die Küste strahlte mit kilometerweitem Strand.
Plötzlich sahen wir in weiter Ferne schwarze Punkte auf dem Meer. Ich hatte das Gefühl, dass es Menschen sind, die mit den Armen um Hilfe winken und Roger meinte, dies seien sicher Surfer, die hinaus padeln. Bei genaueren Hinsehen merkten wir aber anhand der Bewegungen, dass es Kajakfahrer sind und kamen zum Schluss, dass sie spinnen. Denn immer wieder sah man, dass es ziemlich viele Felsen der Küste entlang hatte und die Strömung war sehr stark. Wir konnten also nicht ganz nachvollziehen, dass diese Leute mit ihren Kajaks so weit aufs Meer hinausfuhren. Als dann plötzlich eine riesige Welle auf sie zukam, drehten sie sich um und liessen sich von der Welle tragen. Es sah gut aus, fast wie bei den Surfern. Allerdings bekamen sie auch ganz schnell die gefährliche Seite zu spüren mit dem Resultat, dass ein Kajak und ein Padel wohl abgeschrieben werden muss, aber immerhin ist der Fahrer nicht ertrunken!
Etwas später sahen wir dann an der ähnlichen Stelle wieder so schwarze Punkte, es erschien uns aber etwas komisch, dass dies schon wieder Menschen sein sollten. Und plötzlich sprang ein Delphin aus dem Wasser! Es war eine ganze Gruppe, die sich von den Wellen treiben liess und immer wieder an die Wasseroberfläche kam und zwischendurch machte immer wieder einer einen Sprung! So schön!!!!
Auf dem Rückweg zum Camper begegnet uns dann noch eine Riesenspinne und ich will gar nicht wissen, was die alles anrichten kann.
Wer nicht hier war, hat etwas verpasst!
Himmlisch!!!
Lighthouse Byron Bay
Die Kraft der Natur
Spinne in Übergrösse!
Leider kommt auf dem Foto nicht ihre ganze Grösse zur Geltung.
Roger live
Am Sonntag lag Roger kurz nach dem Nachtessen dösend auf dem Bett und ich fragte ihn, ob er schon schlafe. Seine Antwort: „Ich träume." Ich fragte ihn, von was er denn träume. Darauf gab er mir zur Antwort: „Von zehn Frauen, aber „i ma niene noche" deshalb bin ich jetzt schon wieder wach." Sagts und setzt sich mit seinem breitesten Grinsen vor mich hin. Jaja, blöde Sprüche kann er noch immer am Laufmeter klopfen!
Ach ja, da ist auch noch Rogers Lieblingsspruch: No worries!
Nachdem er bemerkt hat, dass die Australier statt „no problem" meistens „no worries" sagen, benutzte er diese Worte bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit ;-)
Ihr seht, wir haben schon wieder so einiges erlebt und gesehen.
Bleibt uns eigentlich nur eines zu sagen:
The life is beautiful!
Eure beiden Weltenbummler
