10. - 16. August 2009
G’Day to everyone
Wir haben eine ziemlich aktive Woche mit längeren Spaziergängen oder Wanderungen und mit viel Gartenarbeit hinter uns. Es war eine wunderschöne Woche, mit vielen tollen Landschaftsbildern, die in unseren Köpfen und natürlich auch auf CD gespeichert sind. Dass es teilweise bis zu 30 Grad warm war, ist leider auf den Fotos nicht ersichtlich. Aber ihr könnt es uns ruhig glauben ;-)
Wie wir von einigen von euch gehört haben, waren wir diese Woche nicht die einzigen, die Ferien hatten. Wir hoffen, ihr konntet eure Ferientage genau so geniessen bei dem schönen Sommerwetter.
Haus und Garten
Noch immer geniessen wir das wunderbare Haus von Susi und Jürg in Yeppoon und pflegen es natürlich samt Garten liebevoll. So widmete sich Roger am Dienstag dem Rasenmäher, jätete Unkraut und band die Tomaten-Sträucher wieder hoch. Zwischendurch machte ich mir einen Spass daraus, ihn bei seiner Arbeit zu beobachten und ich muss sagen, so ein Gärtner hat seinen Reiz… ;-) Er schien seinen Spass ebenfalls zu haben, jedenfalls grinste er wie ein kleiner Junge und seine Hosen sahen ebenfalls wie die eines kleinen Jungen aus. Über und über mit Grasflecken bedeckt. Was solls? Roger und Hosen gründlich waschen und dann passt das schon wieder ;-)
Ich war während dieser Zeit aber auch nicht untätig. Wie bereits erwähnt, beobachtete ich Roger, das gab schon einiges zu tun. Dazwischen flitzte ich aber auch noch mit dem Staubsauger durchs Haus. Ein regelmässig wiederkehrendes Ritual, da Abbi ihre Spuren in Form von Haaren auf dem Boden hinterlässt. Sie verwechselte den Staubsauger an diesem Tag wohl mit einem ihrer zahlreichen Spielzeuge. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso sie plötzlich mit Pfote und Schnauze einen „Angriff“ wagte. Eine amüsante Situation ;-) Aber der Sog des Staubsaugers schien ihr dann doch nicht so geheuer zu sein und sie liess ihm den Vortritt.
Rosslyn Bay and around
Am Mittwoch fanden wir es dann wieder einmal an der Zeit, einen etwas längeren Ausflug zu machen. Schliesslich hat die Umgebung von Yeppoon so einiges zu bieten und das traumhafte Wetter mit bis zu 30 Grad lädt quasi zu einer Expedition ein. So packten wir also unsere sieben Sachen und fuhren zur Rosslyn Bay, ca. 6km von Yeppoon entfernt. Dort erkundeten wir zuerst etwas den Hafen, erkundigten uns wegen der Fähre nach Great Kepple Island und genossen ein feines Kafi in der Sonne. Dann gings los zum ersten Walk. Der Double Head Track, eine kleine Rundwanderung, bietet tolle Aussichten und eine schöne Vegetation. Kurz vor dem Beginn des Tracks konnten wir noch einen Kookaburra aus nächster Nähe bestaunen!
Kurz darauf brachte uns noch etwas anderes zum Staunen. Dass man den Hund hier vielerorts nicht mitnehmen darf, wissen wir. Deshalb haben wir ja Abbi an diesem Tag auch zu Hause gelassen. Dass aber Katzen ebenfalls ausdrücklich verboten sind, ist uns heute zum ersten Mal aufgefallen. Das ist kein Witz, nein. Seht euch einfach das entsprechende Foto an, dann müsst auch ihr den Kopf schütteln. Ich frage mich nur, ob die zuständige Behörde auch daran gedacht hat, jeweils die Katzen aus der Umgebung zu schulen. Denn die laufen ja, anders als die Hunde, selbst in der Gegend rum und werden nicht von den Besitzern Gassi geführt. Was passiert also, wenn eine Katze das Schild nicht versteht und trotzdem einer dieser Wanderungen macht und dabei erwischt wird? Australien live ;-)
Da wir weder Hund noch Katze bei uns hatten, konnten wir uns unbesorgt auf den Weg machen. Auf dem Gipfel bot sich uns eine wunderbare Aussicht auf den Hafen, den Kemp Beach, Great Kepple Island und ins Innland. Einfach traumhaft!
Nach diesem Walk spazierten wir ein wenig dem Kemp Beach entlang und gingen dann zurück zum Auto um zum Bluff Head National Park zu fahren. Dort fuhren wir aber zuerst einmal vorbei und noch etwas weiter Richtung Emu Park. Die Strecke liegt wunderschön am Meer und die Leute, die dort ein Haus haben, geniessen einen einmaligen Ausblick aufs Meer.
Zwischen dem Bluff Head National Park und Emu Park machten wir einen kurzen Zwischenhalt beim Causeway Lake. Dort beobachteten wir eine Gruppe Pelikane. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie zuvor Pelikane so nahe in freier Natur gesehen.
Dann gings definitiv zum nächsten Walk im Bluff Head National Park. Der Walk auf diesem Track dauerte dank unseren zahlreichen Pausen, die wir einfach machen mussten um diese tolle Natur zu bestaunen, ca. 1 ½ Stunden und war wunderschön. Die Aussicht vom Gipfel auf Rosslyn Bay, den Causeway Lake, den Mulambin Beach, den Ironpot Rock und Great Kepple Island war einfach der Hammer! Die Farben, die Weite, das Gefühl von Freiheit…all das zusammen machte diesen Moment unbeschreiblich schön! Aber vielleicht können euch die Fotos ein paar Ideen geben, wie schön es dort war.
Kookaburra beim Double Head Track
Hunde und Katzen sind nicht erlaubt!
Blick vom Double Head auf die Rosslyn Bay
Einfach nur eine schöne Sicht aufs Meer!
Blick auf den Kemp Beach
Hier war das Meer dann doch etwas zu kühl ;-)
Pelikane auf dem Causeway Lake
Blick vom Bluff Head auf den Mulambin Beach
Blick vom Bluff Head auf den Kemp Beach und die Rosslyn Bay
So leuchtend ist hier die Natur!
Blick vom Bluff Head auf Great Kepple Island
Vor dem Ironpot Rock verewigten auch wir uns.
Wandern macht hungrig, so gabs einen Kirschkuchen zum Znacht. Aus den Haselnüssen musste ich aber zuerst "Mehl" machen und Roger bekam einen kleinen Eindruck davon, was ihm blüht, wenn er nicht gehorcht ;-)
Wunderschöne Blumenpracht nur wenige Meter hinter unserem Haus.
Farnborough Beach
Am Donnerstag stieg das Thermometer definitiv auf 30 Grad und uns zog es wieder an den Farnborough Beach bei Bangalee. Abbi genoss den Strand und die Abkühlung im Meer sehr. Wir spielten, rannten und spazierten zwei Stunden mit ihr am Strand und mussten immer wieder über sie lachen.
Gar nicht zum Lachen war der Anblick eines angeschwemmten Reef Sharkes. Der kleine Hai konnte noch nicht all zu lange dort liegen, doch er war tot. Roger hatte zwar plötzlich das Gefühl, dass er doch noch lebt. Denn seine Schwanzflosse bewegte sich. Ich musste ihn aber enttäuschen. Die Schwanzflosse bewegte sich immer mit den Wellen, die an den Strand kamen.
So sahen wir zwar mal einen Reef Shark in freier Wildbahn, aber lebend wäre uns doch irgendwie lieber gewesen.
Das liebe Geld…
Nein, nur keine Angst. Das ist kein Spendenaufruf! Geld haben wir noch genügend, auch wenn wir diese Woche einen grossen Posten in unseren Ausgaben hatten. Wir wollten nämlich das Geld für unser neues Auto von der Bank holen. Aber im ersten Moment sah es so aus, als würde es beim „wollen“ bleiben. Aber der Reihe nach.
Am Montag fragten wir auf der Bank mal nach, wie wir zu so viel Bargeld kommen. Unsere Postcard funktioniert zwar an den Geldautomaten wunderbar, doch am Schalter können wir damit verständlicherweise nichts ausrichten. Dafür haben wir ja schliesslich eine Kreditkarte, dachten wir. Die Angestellte der Bank bestätigte unsere Meinung und wir „bestellten“ den gewünschten Betrag auf Ende Woche. Am Freitag hatten wir zwar noch nichts vom Autoverkäufer gehört, aber das Geld wollten wir trotzdem schon mal holen. So spazierten wir frohen Mutes in die Bank und äusserten unser Anliegen. Und tatsächlich, das Geld lag bereit und so sahen wir zum ersten Mal mehrere 100 Dollar-Noten! Lange dachten wir nämlich, dass der Fünfziger die grösste Note sei.
Unsere Kreditkarte wurde in ein altes „Ritsch-Ratsch-Gerät“ gelegt und verlor dabei gewaltig an Farbe. Ob die jemals noch zu gebrauchen ist? Also ich hatte ja das Gefühl, dass die Angestellte der Bank auf diese Art und Weise etwas Gold klauen wollte ;-)
Als alles ausgefüllt war, musste die Angestellte den Betrag nur noch telefonisch anfragen und bestätigen lassen. Doch da war der Hacken. Es hiess nämlich, dass wir nicht soviel Bargeld beziehen können. Schock lass nach! Wie sollen wir nun unser Auto bezahlen? Noch mehr würde der Verkäufer wohl nicht mit dem Preis runterkommen, also mussten wir uns schleunigst informieren, wie wir zu soviel Geld kommen.
Eine Möglichkeit wäre die folgende gewesen: Als die Angestellte noch beim Telefon war, lag das Geld beim Schalter und Roger fragte, ob er wohl einfach hineingreifen und mit dem Geld abhauen soll. Ich befand, dass er nicht schnell genug sein werde, bevor sie mit dem Sicherheitsknopf die Türe verriegeln. Er meinte aber schon und dann sinnierten wir darüber, ob das dann wohl Diebstahl oder Raub gewesen wäre. Was ist überhaupt der Unterschied? Und könnte ich wegen Mithilfe angeklagt werden, weil ich nur zusah und nicht eingriff? Fragen über Fragen, die uns aber beim aktuellen Problem nicht wirklich weiterhalfen. Und ihr müsst jetzt auch keine Angst haben, dass wir unter die Bankräuber gehen. Aha, da haben wirs, Bankräuber. Also wäre das ein Raub gewesen!
Nun aber wieder zurück zu den Tatsachen. Wir wollten Geld, bekamen aber im Moment keines. Was nun? Nichts wir raus aus der Bank und nach Hause. Sofort telefonierte Roger der Postfinance und obwohl in der Schweiz noch fast Nacht war, nahm ein freundlicher Herr unseren Anruf entgegen und erklärte uns den Sachverhalt. Demnach dürfen wir sehr wohl Bargeld mit der Kreditkarte beziehen, sogar eine ganze Menge. Aber eben nur ein gewisser Prozentsatz unserer Monatslimite, die auf der Kreditkarte ist. Aber das reichte uns schon und wir konnten wieder zurück zur Bank. Dort bezogen wir dann den grösstmöglichen Betrag und den Rest bezogen wir mit der Postcard am Geldautomaten. Puh, Glück gehabt.
Jetzt muss nur noch der Typ anrufen und uns sagen, dass wir das Auto abholen können.
BBQ bei Karen und Chris und die australischen Sitten
Am Samstagabend waren wir bei Karen und Chris zum BBQ eingeladen. Die beiden haben wir ja bekanntlich am 1. August in Gladstone kennengelernt.
So machten wir uns also für einen gemütlichen Grillabend auf der schönen Veranda bei Strahms bereit und Abbi durfte natürlich mitkommen. Dort angekommen gabs zuerst einmal einen leckeren Sekt zum Apéro und alle vier prosteten sich zu. So wie wir es gewohnt sind. Etwas später trafen dann noch die anderen vier Gäste ein. Sie brachten Wein und Bier mit und bedienten sich vor der Übergabe dieser Flaschen an Chris gleich mal selbst. Ok…Danach trank jeder für sich sein Apéro ein „Prost“ gabs nicht mehr.
Danach folgte ein leckeres Abendessen mit verschiedenen Salaten und gutem Fleisch vom Grill. Abbi schaute enttäuscht zu uns rüber, für sie gabs wie jeden Abend ihr Trockenfutter. Aber nur bis Karen Erbarmen und noch übrige Würste hatte. So konnte Abbi doch noch etwas ergattern ;-)
Auch beim Essen sind die australischen Sitten etwas anders, als bei uns. Wer hat, der beginnt mit essen. Ein „Enjoy your meal.“ (E Guete) brachte kaum jemand über die Lippen. Auch beim Wein bediente sich jeder gleich selbst, andere wurden eigentlich nicht gefragt, ob sie auch noch wollen. Schliesslich kann ja jeder, der will, selbst nehmen. Zu uns wurde aber dank Chris gut geschaut, er ist ja doch auch noch Schweizer ;-)
Kaum waren alle satt, wurde der Tisch abgeräumt und das Dessert serviert. Puh, da kommt man ja ins Schwitzen bei dem Tempo…
Natürlich haben wir den Abend trotzdem sehr genossen. Karen und Chris sind sehr herzlich und hilfsbereit und wir konnten so auch unser Englisch wieder mal unter Beweis stellen. Obwohl Roger da ja schon ellenweit im Vorsprung ist. Aber ich bleibe dran!
So ging dieser warme Wintertag mit einem typischen australischen BBQ zu Ende.
Diese Aussicht geniessen Karen und Chris von ihrer Terrasse.
Der Hammer!
Mt. Archer
Sonntag war wieder Wandertag. Diesmal zog es uns auf den Mt. Archer, sozusagen der Hausberg von Rockhampton. Allerdings verfügt er nicht wie der Weissenstein über einen alten „Sässelilift“ ;-)
Wir fuhren also mit dem Auto hoch und machten dort eine wunderschöne zweistündige Wanderung mit tollen Ausblicken. Auch die Vegetation des Mt. Archer ist beeindruckend und so mussten wir immer wieder kurze Stopps einlegen, um die Umgebung zu bestaunen. Bäume, wo man hinsah und ein wunderschönes Grün strahlte in jeder Ecke.
Zu Beginn der Wanderung konnten wir uns wieder beim Anblick mehrerer Kookaburras erfreuen, diese Vögel sind einfach lustig.
Weil die Australier ja nicht gerade für ihren Bewegungsdrang bekannt sind, trafen wir wohl auch niemanden auf der Wanderung an. Wir hatten also den Mt. Archer (zumindest während der Wanderung) ganz für uns allein. Ein herrliches Gefühl ;-)
Kookaburras auf dem Mt. Archer
Eine wunderschöne Blume mehr!
So schön ist der Mt. Archer!
Ja, der Mt. Archer ist ein National Park. Und wer unsere Reise in den letzten Monaten mitverfolgt hat, weiss, was nun kommt ;-)
Pssssst, it's a National Park!
*HAHA*
Der Baum mit dem Gesicht.
Könnt ihr es sehen?
Unendliche Aussicht
Die zwei Weltenbummler auf dem Mt. Archer
Dieser Weg lag hinter uns und zu diesem Zeitpunkt auch wieder vor uns. Aber es hat riesigen Spass gemacht.
Änderung im Gästebuch
Ab sofort werden wir alle Gästebucheinträge persönlich kommentieren. Lasst euch überraschen, was uns alles als Antwort zu euren Einträgen einfallen wird ;-)
So ging auch diese Woche sehr rasch und abwechslungsreich um und liess fast keine Wünsche offen. Nur das Auto…das konnten wir leider noch nicht abholen. Doch wir zählen fest auf die kommende Woche. Drückt uns einfach etwas die Daumen ;-)
Geniesst die heisse Spätsommerwoche und lasst euch vom Temperatursturz, der für Freitag vorausgesagt wird, nicht entmutigen. Nachem Räge, do schiffets u nachem Schiffe, do schneits…oder so ;-)
Machts gut und vor allem: Geniesst das Leben, es kann so unglaublich toll sein!!!
Ganz liebe Grüsse aus Yeppoon
Sibylle & Roger
