31. August - 6. September 2009
G’Day everyone
Diese Woche war es nun soweit und wir verabschiedeten uns von unserem „Zuhause“ in Yeppoon. Wir hatten nochmals kräftig zu tun, bevor es am Mittwoch los ging. Eine spannende Zeit begann diese Woche und wir erlebten traumhafte Momente.
Unsere Route in dieser Woche
Yeppoon – Bogantungan – Winton – Mt. Isa – Barkly Homestead – Devils Marbles
Letzte Vorbereitungen
Am Montag brachten wir nochmals das Haus und den Garten von Susi und Jürg auf Vordermann und dekorierten ihr Schlaf- und Badezimmer für ihre Ankunft am Dienstag.
Auch unsere Miss Abbi wurde gepackt und wir nutzten jede Ecke um unsere Sachen gut zu verstauen. Bei dem ganzen Packen, Putzen und, und, und machte Abbi (the dog) einen etwas verwirrten Eindruck. Sie merkte ganz genau, dass wieder eine Veränderung bevorstand und wir nahmen uns nochmals ausgiebig Zeit für sie und machten einen letzten ganz langen Spaziergang. Wir genossen es alle drei.
Und weil wir in den nächsten Wochen auf kompliziertere Menus verzichten werden und wir nochmals Lust auf ein Schweizer Gericht hatten, kochte ich uns nochmals Rösti mit Bratwurst an einer Zwiebelsauce ;-)
Am Dienstag kamen dann Susi und Jürg wieder nach Hause und wir empfingen die beiden Frischvermählten am Flughafen in Rockhampton. Zu Hause wurden sie freudig von Abbi empfangen.
Ich kochte uns etwas Leckeres und wir sassen noch eine Weile zusammen, bevor wir alle müde zu Bett gingen.
Susi und Jürg, danke nochmals, dass wir zu Haus und Hund schauen durften ;-)
So wartete das Schlazimmer von Susi und Juerg auf die Beiden.
Let’s go!
Am Mittwoch war es endlich soweit und wir starteten Richtung Darwin. Zuerst verabschiedeten wir uns aber noch ausgiebig von Abbi. Es war ein wirklich trauriger Moment und ich musste doch ein paar Tränchen vergiessen. Auch Abbi schien sehr traurig und kam ganz niedergeschlagen zu uns und liess sich nochmals knuddeln. Sie war wirklich ein Goldschatz in den letzten Wochen und wir haben die Zeit mit ihr sehr genossen.
Dann gings los und wir starteten unser nächstes Abenteuer. Zunächst war einfach nur fahren angesagt. Rund 400 km legten wir an diesem ersten Tag zurück und liessen uns von den unendlichen Weiten des Queensland-Outbacks beeindrucken. Am Nachmittag kamen wir in Bogantungan, unserem Übernachtungsort, an. Eine einfache Raststätte mit fliessend Wasser, Toilette und genügend Holz für ein gemütliches Lagerfeuer. Nur das Wetter schien uns heute noch nicht so freundlich gesinnt und es sah böse nach Regen aus. So entschieden wir uns, dass wir unsere erste Nacht auf dieser Reise nicht im Zelt sondern im Auto verbringen. So mussten wir das Auto ausräumen, alle Kisten anders verstauen und die Sitze zum Bett umfunktionieren. Danach hatten wir uns das Abendessen so richtig verdient und auch der Regen verzog sich. So ging der erste Tag gemütlich zu Ende und wir freuten uns auf die nächsten Tage.
The singing cow and our heart is nearly all what we need.
And of course our turtle is with us too.
Unser erster Rastplatz auf dieser Reise.
„Sandsturm“
Bei einem wunderschönen Sonnenaufgang frühstückten wir am Donnerstag und packten alles wieder fein säuberlich in unsere Miss Abbi. Um 9:00 Uhr fuhren wir weiter und machten in Jericho einen kleinen Stop. Jericho ist ein kleines verschlafenes Nest und die Einwohnerzahl ist wohl ziemlich überschaubar. Aber es wird nicht das einzige kleine Dörfchen sein, das uns auf dieser Reise begegnen wird ;-)
Unsere Fahrt führte uns heute bis kurz vor Winton. Unterwegs sahen wir riesige Roadtrains, weite Grassteppen und wohl mehr tote Känguruhs als Autos.
Auf unserem Rastplatz angekommen, stellten wir unser Zelt auf. Da es sehr warm war, öffneten wir Türen und Fenster, so dass nur noch die Netze davor waren. Wir setzten uns gemütlich an einen Tisch etwas weiter oben und bereiteten das Nachtessen vor. Dabei schauten wir dem Wetter zu, das sich noch nicht richtig entscheiden konnte. Plötzlich kam ein halber Wirbelsturm daher, ich schaute zu unserem Zelt und dachte plötzlich „shit!“. Der Wind blies genau gegen unser Zelt und da der Boden sandig war, könnt ihr euch das Resultat vorstellen: Unser Zelt war voller Sandstaub! Ich versuchte alles so gut es ging etwas zu putzen, aber da der Wind nicht wirklich nachliess, war es ein wenig wie David gegen Goliath. Ich regte mich auf, besonders als wir zu Bett gingen und alles staubig war und Roger nervte sich, weil er sich jetzt schon wieder das Gejammere wegen dem Staub anhören musste. Man erinnere sich, dies war mein grösstes Problem auf der Outbacktour im Juni. So endete dieser Tag halt etwas staubig, aber er endete ;-)
Hier war die Welt noch in Ordnung und unser Zelt frei von jeglichem Sand.
Hilfe, der Wald brennt! Oder ist es einfach ein wunderbarer Sonnenaufgang?
Mt. Isa
Am Freitag weckte uns der Wecker um 6:30 Uhr und gleichzeitig fielen die ersten Regentropfen. Nichts wie aus dem Zelt und sofort alles zusammen räumen. Mein Plan, am Morgen noch Zelt und Schlafsäcke vom Staub zu befreien, fiel somit ins Wasser. Der Regen meinte es dann doch nicht ernst, aber bewölkt blieb es.
Nach dem Frühstück setzten wir unsere Miss Abbi wieder in Gang und fuhren nach Mt. Isa. Unterwegs war die Aussicht wieder unendlich und beidseits der Strasse waren Grassteppen, zwischendurch ein paar Bäume und sonst vor allem eines: Nichts! Oder eben Landschaft pur ;-)
Irgendwann wurde dann die Umgebung etwas grüner und teilweise hügelig und dann lag sie vor uns. Die Stadt mitten im Nichts: Mt. Isa. Ich war so auf diese Stadt gespannt und staunte nun, wie gross sie war und wie wohl ich mich sofort fühlte.
Wir fuhren zu einem Lookout auf einem Hügel und hatten dort eine 360 Grad-Aussicht auf ganz Mt. Isa. Wahnsinn, wie hier mitten im Nirgendwo eine so grosse Stadt ist.
Danach gingen wir noch einkaufen und tanken und dann verabschiedeten wir uns bereits wieder von Mt. Isa. Wir fuhren noch 54 km weiter, bis wir bei unserem Rastplatz für diese Nacht angekommen waren. Ein riesiger Platz, der wunderschöne Ecken bot. Wir suchten uns natürlich ein ganz besonders schönes Plätzchen aus ;-)
Hier hatte ich dann endlich auch Platz und Zeit, unser Zelt und die Schlafsäcke zu putzen. Danach erstrahlte alles in neuem Glanz und ich war happy ;-)
Zum Abendessen gab es ein richtiges Feinschmecker-Menu: Känguruhsteak und Kartoffeln in Alufolie in der Glut zubereitet. Wow, war das lecker! Und dazu noch ein Glas Rotwein…yummi! Das war übrigens der letzte Alkohol für die nächste Zeit ;-)
Begleitet wurde dieses Abendessen von einem wunderschönen Sonnenuntergang. Und noch als die Sonne sichtbar war, stand bereits der Mond am Himmel. Eine wunderschöne Stimmung und wir hätten nicht glücklicher sein können als in diesem Moment. Es war so richtig romantisch!
Strasse, soweit das Auge reicht!
Da muss schon mal die Benzin-Reserve angezapft werden.
Ja Darwin, genau da wollen wir hin!
Die Industrie von Mt. Isa
Es war nicht diese Aussicht, die mir so gefiel. Aber es war imposant, dies so zu sehen.
Sunset near Mt. Isa
Ich weiss nicht, ob es zu erkennen ist, aber hier bereite ich ein Gourmet-Menue zu!
No comment
Northern Territory
So wunderschön sich die Sonne am Vortag verabschiedet hatte, so schön begrüsste sie uns am Samstagmorgen kurz nach 6:00 Uhr wieder. Auch der Mond stand noch immer am Himmel und so war es nochmals eine wunderschöne Stimmung.
Nach dem üblichen Morgenritual (Morgentoilette, Frühstück, aufräumen) gings weiter. Wir legten unsere letzten Kilometer in Queensland zurück und überquerten am Mittag die Grenze zum Northern Territory! Und man glaubt es kaum, aber hier darf man tatsächlich 130 km/h fahren! Ok, das ist jetzt nicht sooo weltbewegend, aber immerhin ;-)
Wie der Staat wechselte nun auch langsam die Natur. Alles schien trockener, weiter und heisser und wir waren schlicht und ergreifend einmal mehr beeindruckt.
Auch unser Autoradio war wohl ziemlich beeindruckt und war plötzlich sprachlos. Diese Sprachlosigkeit löste bei Roger eine gewisse Verärgerung hervor, hatte er sich doch die Woche zuvor so viel Zeit für diesen Radio genommen. So hielt ich an, nutzte die Gelegenheit für ein paar Fotos und liess Roger in Ruhe den Grund für den stummen Radio herausfinden. Er schaffte es dann auch wirklich. Ist ja klar, schliesslich ist mein Schätzu auch mein Held ;-) Danach funktionierte der Radio wieder, allerdings war der Lautsprecher auf meiner Seite tot. Nun ja, es gibt schlimmeres.
Kurz nach dem Mittag kamen wir auf unserem Rastplatz für diese Nacht an, kurz vor Barkly Homestead. Hier versuchten wir uns etwas abzukühlen, aber bei 36 Grad Celsius war dies erst nach Sonnenuntergang ein wenig möglich.
Wir gönnten uns dann aber noch einen besonderen Luxus: Ein Fussbad für beide! Das war der Hammer ;-) Denn Wasser war zwar auf den meisten Ratsplätzen vorhanden, nicht aber eine Dusche. So mussten wir immer etwas improvisieren, in Roadhouses duschen oder eben ein Fussbad nehmen ;-)
Es ist zwar fast jeden Abend dasselbe, aber ich schreibe es hier gerne nochmals: Der Sonnenuntergang war wunderschön!
A beautiful sunrise again.
Improvisiertes Badezimmer im Busch ;-)
Northern Territory we're coming!
Yeah, wir sind im Northern Territory angekommen!
Geruchstest beim Radio...
...und dann doch mal genauer hinschauen.
Nach unserem Fussbad durften auch unsere Schuhe ein Bad geniessen ;-)
Und schon wieder eine wunderbare Sonnenuntergangsstimmung.
*seufz*
Devils Marbles
Am Sonntag erlebten wir ein ganz besonderes Highlight. Wir wichen etwas von unserer Route nach Darwin ab und fuhren ein paar Kilometer Richtung Alice Springs. Etwa 100 km nach Tennant Creek schauten wir uns die Devils Marbles an. Das sind kleine Steine bis riesige Felsen, viele davon ganz rund, die wie von Zauberhand mitten im Outback liegen. Die Aborigines betrachten die Granitgebilde als die Eier der mythischen Regenbogenschlange Wanambi, die für sie als Verkörperung der Fruchtbarkeit den Ursprung allen Lebens bedeutet.
Wir wanderten zwischen und auf den Steinen umher und waren schlichtweg sprachlos und von der Natur ein weiteres Mal tief beeindruckt! Diese Gegend ist unglaublich schön und man muss es gesehen haben!
Rundherum war sogar die Landschaft wieder etwas grüner und nicht einmal die dicken Regenwolken konnten dieser Schönheit etwas anhaben.
Auch der Zeltplatz, der den Steinen direkt zu Füssen liegt, ist sehr schön und wir fühlten uns dort so richtig wohl.
Wir waren im Speziellen an diesem Ort sehr froh, dass wir uns bereits in Yeppoon ein Auto gekauft haben und nicht nach Darwin geflogen sind. Denn all das hier nicht zu sehen, das wäre eine Sünde!
Unglaublich diese Devils Marbles!
Moment, ich bin gleich oben ;-)
Ihr seht, wir sind immer ganz lieb zueinander ;-)
Der Regen ist im Anmarsch und die Aussicht atemberaubend!
Das war der Campground bei den Devils Marbles.
Seht ihr unsere Miss Abbi?
Einfach traumhaft!
Roger kann aber auch wirklich nie einen Stein auf dem anderen lassen ;-)
Was das wohl ist?
Der perfekte Hintergrund fuer unser Zelt.
Was soll ich noch sagen? Es war eine sehr beeindruckende und wunderschöne Woche mit unbeschreiblichen Momenten. Für mich gibt es momentan nur eine Art, unsere Gefühle in Worte zu fassen: Wir könnten vor Glück die ganze Welt umarmen!
Liebe Grüsse aus dem Northern Territory
Eure Weltenbummler
Sibylle & Roger
