7. - 13. September 2009

Hi guys, how are you?

Uns gehts super gut und wir haben wieder einmal eine extreme schöne und abwechslungsreiche Woche erlebt. Die Landschaft war einfach atemberaubend und der folgende Bericht kann euch wohl nur zu einem Bruchteil aufzeigen, wie schön alles war. Aber seht selbst ;-)

 

 

Unsere Route in dieser Woche

 

Newcastle Waters – Katherine – Edith Falls – Pine Creek – Gunlom Falls (Kakadu NP) – Ubirr (Kakadu NP) – Howard Springs

 

 

Wieder mal Regen

 

In der Nacht von Sonntag auf Montag regnete es wieder einmal richtig, obwohl es für die Australier wohl eher nur ein Tropfen auf den heissen Stein war. Aber für uns wars richtiger Regen. Wir können uns gar nicht mehr erinnern, wann es zum letzten Mal so geregnet hat… In der Schweiz sieht das wohl etwas anders aus ;-)

So packten wir am Montagmorgen unser Zelt etwas nass ein und machten uns auf den Weg nach Tennant Creek. Dort gönnten wir uns im Roadhouse eine Dusche, kauften für die nächsten Tage ein und tankten unsere Miss Abbi auf. Danach fuhren wir weiter Richtung Newcastle Waters. Unterwegs staunten wir über eine fantastische Aussicht. Langsam wurde die Umgebung wieder etwas grüner und die Grasssteppen wichen den Bäumen. Da die Strasse immer wieder hoch und runter ging, konnten wir immer wieder über die Bäume hinwegschauen, soweit unser Blick reichte. Einfach unglaublich!

 

 

Pub am Morgen und Thermal Pool and a lot of Flying Foxes in the afternoon

 

Am Dienstag hatten wir volles Programm und wisst ihr was? Es machte so richtig Spass ;-)

Früh am Morgen fuhren wir los und erreichten unser erstes Ziel bereits kurz nach 9:00 Uhr. Dass dies ein Pub war, dürfen wir hier aber fast nicht erwähnen. Aber was soll’s, so war es nun mal. Schliesslich lag das Pub mehr oder weniger direkt auf unserem Weg und laut Reiseführer MUSS man dort gewesen sein. Was sollten wir also machen? So trudelten wir gemütlich im Daly Waters Pub ein und Roger hatte nur noch einen Gedanken: „Endlich wieder einmal ein kühles Bier!“ Das sollte er hier auch bekommen und er genoss es sehr. Danach schauten wir uns noch im Pub um, das etwas an das Pub von William Creek erinnert. Überall hängen Visitenkarten, Fotos, Geldscheine und, und, und aus aller Welt. Es ist immer wieder eindrücklich, solche Plätze zu sehen. Sogar alte 10er-Noten von der Schweiz fanden wir. Wisst ihr noch, dass die anno dazumal rot waren?

Nach diesem feucht-fröhlichen Stop fuhren wir weiter nach Mataranka in den Elsey NP. Dort gibt es zwei Attraktionen: Zum Ersten hat es dort eine natürliche Thermalquelle, die konstant 34 Grad warmes Wasser fördert und zum Zweiten einen Palmenwald voller Flying Foxes (Fledermäuse). So führte uns der Weg zum Pool nicht nur unter Palmen hindurch, sondern auch unter hunderten von Fledermäusen. Eigentlich schlafen ja diese Tiere den Tag hindurch, aber hier ist das etwas anders. Ein Grossteil von denen war wach, flog herum oder gab undefinierbare Laute von sich. Ich sage euch, das war ein Spektakel! Ganz extrem war der Duft. Es erinnerte uns an die Hühnerhalle bei Rogers Eltern.

Der Pool an und für sich war dann weniger speziell. Da die Lufttemperatur schon bei 34 – 36 Grad Celsius lag, war das 34 Grad warme Wasser nicht wirklich eine Abkühlung und sogar ich hätte mir hier etwas kühleres Wasser gewünscht. Jaja, der „Obergfrörli“ entdeckt ganz neue Seiten an sich ;-)

Zum Schluss fuhren wir dann noch bis kurz vor Katherine, um dort auf einem Rastplatz zu übernachten. Hier war die Hitze kaum auszuhalten. Mindestens 36 Grad Celisus und windstill. Ich liebe ja das warme Wetter, aber an diesem Tag war es sogar mir etwas zu warm. Laut Roger geht diese Aussage übrigens in die Geschichte ein ;-)

 

 

Einfach immer wieder super!

 

 

Klar nahmen wir diese Rotlicht ernst und stoppten ;-)

 

 

Im Daly Waters Pub

Ein Besuch lohnt sich hier wirklich sehr.

 

 

And the Flying Foxes were everywhere.

 

 

Jaja, mein Schnupf...bei the singing cow war er bestens aufgehoben und ich musste bei ihr auch keine Angst haben, dass sie mir den Schnupf klaut ;-)

 

 

Roger genehmigt sich ein Nickerchen.

Was will man auch anderes machen bei 36 Grad Celsius?

 

 

Edith Falls

 

Am Mittwoch gings gleich weiter mit baden, diesmal aber in erfrischenderem Wasser. Wir fuhren nämlich in den Nitmiluk NP zu den Edith Falls. Da wir hier nun definitiv in der Gegend der Krokodile waren, war Vorsicht geboten. So wurde das Schwimmen im unteren Pool nicht empfohlen und es geschah auf eigene Gefahr. Denn es hatte dort Süsswasserkrokodile (Freshis), welche aber grundsätzlich nicht so gefährlich für den Menschen sind. Aber es kann nicht zu 100 % ausgeschlossen werden, dass es nicht auch noch das eine oder andere Salzwasserkrokodil (Salty) im Pool hat und die wiederum sind echt gefährlich für den Menschen. So wanderten wir 1,6 km hoch um in einem oberen Pool ungefährlich schwimmen zu können. Auf dem Weg bot sich uns eine spektakuläre Aussicht und wir waren hin und weg. Endlich war alles wieder etwas grüner und voller Bäume. Beim Pool angelangt, zögerten wir nicht lange und hüpften ins kühle Nass. Hier war es wirklich richtig erfrischend und es tat wahnsinnig gut. An dieser Stelle muss ich kurz das Wort an Sime richten: „Wenn die Pfütze bei Nottwil auch so schön warm gewesen wäre, hätte ich nicht fast erfrieren müssen!“ ;-)

Nach einem ausgiebigen Bad machten wir uns wieder auf den Rückweg nach unten ins Camp, wo wir auch die Nacht verbrachten. So gab es wieder ein gemütliches BBQ und wir genossen den warmen Abend. Bevor wir zu Bett gingen, wollte Roger unbedingt noch einen Spaziergang zu dem vorderen Pool machen und schauen, ob das alles bei Nacht irgendwie speziell aussieht. Mir war das Ganze nicht so geheuer, man weiss schliesslich nie, was für Tiere unterwegs sind. Aber ich wollte ja tapfer sein und schloss mich ihm an. Doch schon nach wenigen Metern zuckte ich das erste Mal zusammen, weil es wie wild in den Büschen raschelte. Gesehen haben wir natürlich nichts. Dafür sahen wir etwas weiter vorne ein Wallaby. Für mich wäre das schon genug gewesen, nicht so für Roger. Also weiter bis zum Pool. Doch bis wir dort waren, hatte mein Puls einiges zu tun. Da sie nachts den Rasen bewässerten, war das natürlich ein Paradies für diese hässlichen Kröten, die hier überall sind. Und so hüpfte immer mal wieder so ein Ungeheuer über den Weg. Teilweise waren die richtig gross und eklig sind sie sowieso immer. Grrrrrr!!! Aber ich habs auch überlebt und war froh, dass wir nicht noch eine Schlange getroffen haben. Die gibt’s dort natürlich auch. Egal, es war ein wunderschöner und erfrischender Tag.

 

 

Unglaublich, wie saftig gruen alles ist, wenns Wasser hat!

 

 

Wo ist der Horizont?

 

 

Roger hat gut lachen, schliesslich ist das erfrischende Wasser ganz nah.

 

 

Geschafft, wir sind dem Pool ganz nah.

 

 

Hier genossen wir das kuehle Nass und es war traumhaft!

 

 

Der untere Pool der Edith Falls

Hier treiben sich besonders nach der Regenzeit Saltys rum und Wasserschlangen sind hier ebenfalls zu finden.

 

 

Break Down

 

Am Donnerstag stand unser letzter Tag vor dem Kakadu NP und die erste 4WD-Strecke auf unserem Programm. Wir fuhren bis nach Pine Creek und bogen dort Richtung Umbrawarra Gorge ab. Laut einem Infoheft sollten wir dort genügend Wasser zum Schwimmen finden.

Unsere Miss Abbi wurde also zur Allrad-Lady und los gings. Nach ein paar Kilometern fühlte ich mich schon etwas sicherer auf dieser Schotterpiste und erhöhte ein wenig das Tempo. Dummerweise übersah ich bei einem ausgetrockneten Bachlauf tiefe Schlaglöcher und so schüttelte es uns gehörig durch. Ups…

Schlussendlich erreichten wir unser Ziel unbeschadet (zumindest noch), packten unsere Rucksäcke mit Wasser und Lesestoff und marschierten los. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie wir marschiert sind. Wasser? Ja, als stehende Tümpel mit entsprechender Farbe. Aber zum Schwimmen? Nein! Links und rechts ragten Felswände in die Höhe und wir kraxelten wie Bergflöhe über die Felsen im Flussbeet. Und das Ganze wieder bei 36 Grad Celsius. Puh, da kommt man echt etwas aus der Puste. So kehrten wir halt wieder um und entschlossen uns, doch heute schon in den Kakadu NP hinein zu fahren. Denn hier war es wirklich nicht so schön, um zu bleiben. Also musste unsere Miss Abbi nochmals den beschwerlichen Weg zurück nach Pine Creek auf sich nehmen und ich gab mir die grösste Mühe, vorsichtig zu fahren. Dies gelang mir auch, aber den Schaden hatte ich eben schon auf der Hinfahrt angerichtet. Plötzlich zog Miss Abbi ganz extrem nach links und ich benötigte einiges an Kraft, um sie auf der Strasse zu halten. Als wir wieder auf der asphaltierten Strasse waren, machte Roger mal einen Fahrversuch und bestätigte mir alles. Wir fuhren also ganz vorsichtig ins Dorf zu einem Campingplatz und fragten nach einem Mechaniker. Als wir dort aus dem Auto stiegen, fiel mir plötzlich das rechte Vorderrad auf. Das stand nämlich ganz schief und mir schwante Böses. Ich habe definitiv keine Ahnung von Autos, aber das sah nach einem grösseren Debakel aus. Hier half wohl nur noch beten…

Als wir beim Mechaniker ankamen, sagte er uns, dass er noch den Wagen auf der Hebebühne fertig repariere und sich dann sofort unser Auto anschaut. Nun begann das lange und bange Warten und ich schickte mehrere Stossgebete zum Himmel.

Dann schaute der Mechaniker kurz unters Auto und in den Motor und rief dann mal in Darwin an. Er hatte eine Vermutung, was kaputt sein könnte und wollte abklären, ob die in Darwin dieses Teil an Lager hatten. Da schon Donnerstag war, war klar, dass wir in diesem Falle nicht vor Montag oder Dienstag weiterfahren könnten. Und dann noch die Kosten und überhaupt war das ein klitzekleines Nest…

Danach montierte er mal das Rad ab und sagte uns mit einem breiten Grinsen: „You are lucky guys.“ Jaja, das hofften wir auch. Aber es war kein Witz, sondern sein voller Ernst. Unsere Miss Abbi hatte an der Radaufhängung eine Schraube verloren und die konnte ganz einfach ersetzt werden. So waren wir im doppelten oder dreifachen Sinne lucky: Eine Schraube ist nicht so teuer und schnell ausgewechselt und das Ganze passierte bei langsamer Fahrt. Gar nicht auszudenken, wenn das auf dem Highway passiert wäre. Denn passiert wäre es auf jeden Fall früher oder später, das hat er uns versichert. Diese Schraube war einfach nicht mehr richtig angezogen. Wir waren happy, verschoben aber den Kakadu NP doch auf den nächsten Tag. So campierten wir auf dem Campingplatz von Pine Creek und dank der dortigen Bar gabs sogar wieder mal ein kühles Bier ;-)

 

 

Umbrawarra Gorge

Sieht zwar toll und erfrischend aus, war es aber nicht...

 

 

Unsere arme Miss Abbi

 

 

Ja, das kam wirklich gut ;-)

 

 

Und die Schweizer Raucher finden die Preise in der Schweiz hoch!?

 

 

Roger zog extra das passende T-Shirt an ;-)

 

 

Gunlom Falls

 

Am Freitag durchquerten wir dann endlich die Einganspforte des Kakadu NP. Nach nur wenigen Kilometern wagten wir uns gleich wieder auf einen 4WD-Track, natürlich mit gebotener Vorsicht und unsere Miss Abbi meisterte das alles vorzüglich. So erreichten wir am frühen Nachmittag die Gunlom Falls, die ca. 100m hoch sind und jetzt, Ende der Trockenzeit, nur ein Rinnsal sind. Aber der Anblick war trotzdem wunderschön. Wir machten uns auch hier wieder auf den Weg zum oberen Pool, da im unteren ebenfalls gemeine Krokis lauern können. Diesmal war der Aufstieg recht beschwerlich und gutes Schuhwerk dringend empfohlen. Aber natürlich geht das Ganze auch in den Flip Flops, wie wir bei anderen sahen. Naja…

Oben angekommen bot sich uns ein traumhafter An- und Ausblick und wir waren hin und weg! Wir badeten den ganzen Nachmittag im angenehmen Wasser, genossen die Aussicht und plauderten mit andern Touristen. Es war unglaublich schön hier oben und wir hätten es wohl noch ewig dort ausgehalten. Das Wasser war sehr klar und hatte eine angenehm erfrischende Temperatur und die Felsen rundherum luden zu einem Sonnenbad ein. Allerdings nach Langem wieder mal mit roten Folgen. Das kommt eben davon, wenn man bereits braun ist, der Himmel zuerst sehr bewölkt ist und die Sonnencreme im Auto bleibt. Aber was solls, es gibt schlimmeres.

Den Abend verbrachten wir auf dem dortigen Campingplatz und kämpften tapfer gegen all die aggressiven Mücken. Die sind neben den Kröten ebenfalls eine echte Plage hier.

 

 

Endlich hier!

 

 

Und hier, direkt oberhalb der Gunlom Falls, konnten wir baden. Es war ein Traum!

 

 

Was guckst du?

*smile*

 

 

Der gestrandete Roger :-)

 

 

In der wet season stuerzen hier die Gunlom Falls rund 100 Meter in die Tiefe.

 

 

Makaber?

Hmm, wie mans nimmt...

 

 

Ubirr

 

Da wir uns mittlerweile ans Wasser gewöhnt haben, suchten wir auch am Samstag nach einer passenden Gelegenheit. Die fanden wir dann auch. Ein Einheimischer hat uns bereits bei den Devils Marbles erzählt, dass man in Cooinda den Pool in der Ferienanlage benutzen darf, auch wenn man dort nicht Gast ist. Was will man mehr. Es war eine sehr schöne Anlage und wir haben es genossen ;-)

Danach fuhren wir weiter nach Ubirr. Dort machten wir einen wunderschönen Walk und betrachteten uralte Felsenmalereien von den Aborigines. Einige davon sind bis zu 5000 Jahre alt und erstaunlich gut erhalten. Auch die Geschichten dazu sind immer wieder eindrücklich. Als Höhepunkt folgte dann ein kurzer Aufstieg auf den Felsen und dann hatten wir eine geniale 360 Grad-Aussicht. Das war unglaublich! Wir sahen wetlands (Sumpfgebiet), Monsunregenwald, Felswände und Baumsteppe!

Besonders bei Sonnenuntergang soll es an diesem Ort sehr schön sein. Wir wissen es leider nicht, da wir einige Stunden zuvor bei prallem Sonnenschein dort waren. Aber das spielte keine Rolle, es war einfach nur wunderschön!

 

 

Jaja, auch auf den 4WD-Strecken bin ich am Steuer ;-)

 

 

"Mustafa" ist stolz auf seine Zeichnung ;-)

 

 

Unglaubliche Zeichnungen der Aborigines

 

 

Zumindest uns fehlten hier die Worte.

 

 

Aussicht vom Ubirr auf die wetlands

 

 

Unglaublich!

 

 

Das muss man geniessen ;-)

 

 

Bye bye Kakadu NP

 

Am Sonntag verliessen wir den Kakadu NP wieder. Nicht aber ohne vorher nochmals einen schönen Spaziergang zu machen. Wir fuhren zu den Mamukala wetlands und konnten dort unendliche wetlands mit hunderten von Vögel beobachten. Es war schon komisch, nach all der Dürre wieder mal soviel Wasser zu sehen.

Danach fuhren wir bis nach Howard Springs, das liegt kurz vor Darwin. Dort gönnten wir uns wieder einmal einen „zivilisierten“ Campingplatz ;-)

Wir sprachen an diesem Abend viel über die Erlebnisse von den vergangenen fast zwei Wochen und konnten noch immer kaum glauben, was wir alles gesehen haben. Hinzu kam nun auch die ganz grosse Vorfreude auf Darwin. Endlich würden wir diese Stadt sehen, von der wir schon soooo viel gehört haben. Und wir waren uns sicher, dass sie uns gefallen wird.

 

 

 

Wie ihr seht, hat auch dieser Teil oder besser gesagt, besonders dieser Teil von Australien unheimlich schöne Sachen zu bieten und wir sind begeistert! Auch diese Woche war wieder herrlich und ein Highlight jagte das nächste. Es ist einfach traumhaft und wir sind unendlich glücklich, das alles erleben zu dürfen!

 

 

Ganz liebe Grüsse von euren zwei Weltenbummlern

 

Sibylle & Roger

 

And don’t forget: The life is beautiful and we have to enjoy it as long as possible!!!