14. - 20. September 2009
Hello everybody, here we are again ;-)
Wie es euch wohl in den ersten richtigen Herbsttagen in der Schweiz ergeht? Wie wir hörten, ist die Heizung doch schon wieder ein Thema und Regen seht ihr wohl auch häufiger. Aber die wunderschönen Herbsttage stehen nun vor der Tür ;-)
Bei uns geht’s Richtung Sommer und da der Norden sowieso immer warm bis heiss ist, könnt ihr euch wohl unsere Situation vorstellen. Genau, 32 – 36 Grad Celsius und schönster Sonnenschein. So muss es sein ;-)
Nebst dem Wetter gibt es aber auch sonst viel Spannendes zu berichten und die Fotos sollen euch wieder einmal einen kleinen Einblick in diese wunderschönen Landschaften geben. Viel Spass beim Lesen.
Unsere Route diese Woche
Darwin – Lichfield NP – Douglas Hot Springs Nature Park – Katherine
Darwin
Nach 3750 km erreichten wir am Montagmorgen Darwin. Ein weiteres Ziel unserer Reise mit Miss Abbi ;-)
Die Stadt gefiel uns auf Anhieb sehr gut, besonders mir. Es hat viele moderne und „luftige“ Gebäude mit Stein, viel weiss und weinrot. Wirklich alte Gebäude findet man in Darwin selten, da im zweiten Weltkrieg fast alles zerbombt wurde (im Jahre 1942 waren es 64 Luftangriffe) und 1974 der Wirbelsturm Tracy 90% aller Häuser zerstörte. Trotzdem hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme und man verpasst doch einiges, wenn man sie sich nicht anschaut. Sie hat eine überschaubare Grösse, Wolkenkratzer sucht man vergebens und es herrscht ein stetiges, aber nicht zu hektisches Treiben in den Strassen und Fussgängerzonen.
Wir liefen ein paar Mal durch die Stadt, schauten uns diverse Souvenirläden an und spazierten der Esplanade entlang und natürlich setzten wir uns auch in eine Bar um uns mit einem erfrischenden Drink abzukühlen ;-) Roger hat hier das NT Bier (Northern Territory Bier) entdeckt und findet es sehr lecker.
Das Klima ist hier eindeutig etwas tropischer, auch wenn zurzeit noch dry season (Trockenzeit) herrscht. Aber der Regen kommt in ein paar Wochen und dann ist es wohl etwas weniger gemütlich hier oben am Top End.
Meine geliebten Frangipanis!
Mindil Beach Sunset Market
Am Donnerstagabend erlebten wir ein wunderschönes Highlight. Jeden Donnerstag und Sonntag findet am frühen Abend der Mindil Beach Sunset Market statt.
So spazierten wir am späten Nachmittag gemütlich von unserer YHA zum Mindil Beach und wir waren bereits auf den ersten Blick von der Farbenpracht dieses Marktes begeistert. Der eine Teil des Marktes bietet Essen in Hülle und Fülle und der andere Teil ist mit verschiedenen Ausstellern von Didgeridoos, Schmuck, Bildern etc. übersät. Wir kauften uns etwas leckeres Asiatisches zu essen und setzten uns erst einmal gemütlich an den Strand. Langsam begann der Sonnenuntergang und das war wieder mal wunderschön. Der Himmel verfärbte sich von einem wunderbaren Blau in ein schönes Orange und die Stimmung war einfach unglaublich schön! Wir hätten ewig dort sitzen können und einfach den Moment geniessen. Aber wir wollten dann ja auch noch über den Markt gehen, der um 20:00 Uhr zu Ende war. Es war ein wunderschöner Abend, den wir extrem genossen haben!
Der Mann mit den vier Didgeridoos
Das war vielleicht toll!
Immer wieder eine Pracht, diese Didgeridoos!
A beautiful sunset at the Mindil Beach, Darwin
Litchfield National Park
Am Freitag verliessen wir Darwin wieder und machten uns auf den Weg nach Western Australia. Die nächsten zehn Tage, bis wir in Broome ankommen, reist Anne mit uns mit. Wir haben sie in der YHA in Darwin kennengelernt und ihr nächstes Ziel ist ebenfalls Broome. So können wir etwas die Benzinkosten teilen, was uns nur zu Gute kommt ;-)
Wir starteten also früh morgens zum Einkaufen und zu einem kleinen Frühstück und dann gings los in den Litchfield NP. Dort schauten wir uns zuerst die Termiten Mounds an. Das sind ganz spezielle Termitenbauten von den so genannten Kompasstermiten. Die Termitenbauten sind meterhoch und sehr schmal und alle sind exakt in Nord-Süd-Richtung gebaut. Diese Bauweise verhindert eine Überhitzung des Innern, da zur heissesten Tageszeit die Sonnenstrahlen nur auf den Kamm treffen.
Danach folgte ein erstes kühles Bad (aber so richtig kühl, hier meldete sich der „Obergfrörli“ wieder mal ;-) ) im Buley Rock Hole. Auch hier wars wieder sehr schön und es hatte mehrere Pools, in denen man sich erfrischen konnte. Wir badeten und genossen die Sonne und liessen es uns einfach gut gehen. Was soll man auch sonst im Urlaub tun? ;-)
Dann gings weiter zu den Florence Falls. Auch hier wäre schwimmen möglich, aber wir entschieden uns für den Lookout und genossen einfach „nur“ die Aussicht auf die Wasserfälle. Im Vergleich zu den anderen Falls, die wir bisher gesehen haben, führten diese noch sehr viel Wasser und es war wunderschön.
Weiter gings dann zu den Wangi Falls. Auch hier wieder ein wunderschöner Wasserfall und ein riesiger Pool darunter. Dies ist der grösste Pool im Litchfield NP und daher eine der grössten Touristenattraktionen. Wir verschoben das Schwimmen hier auf später und machten zuerst einen sehr schönen Walk, der über dem Wasserfall hindurchführte und eine atemberaubende Aussicht bot. Danach freuten wir uns auf ein Bad im kühlen Nass. Die Vorfreude verging uns aber rasch als wir zum Pool zurückkehrten, da sich ein paar Minuten zuvor im Wasser ein tragischer Unfall ereignet hatte. Uns war dann der Sinn überhaupt nicht mehr nach schwimmen und wir machten uns auf den Weg zum Campingplatz. Es war ein wunderschöner Tag, der leider mit einem faden Nachgeschmack endetet…
Termiten-Hügel der Kompasstermiten
Sooooo klein sind wir ;-)
Buley Rock Hole
Florence Falls
Lost city
Wangi Falls
Beautiful!
Douglas Hot Springs
Samstags verliessen wir den Litchfield NP wieder, nicht aber ohne uns zuvor noch die Tolmer Falls anzuschauen. Beziehungsweise das, was davon noch übrig war. Denn wie die meisten Wasserfälle führt auch dieser zum Ende der dry season kaum mehr Wasser im Vergleich zur wet season. Aber schön wars trotzdem.
Danach fuhren wir in den Douglas Hot Springs Nature Park. Dort gibt es heisse (wirklich heisse) Quellen, bei deren Ursprung das Wasser zwischen 60 und 90 Grad heiss wird. Wir hielten unsere Füsse ein Stück weiter weg ins Wasser und brannten uns dennoch. So gingen wir ein paar Meter weiter und dort war das Wasser angenehm erfrischend. So lagen wir fast zwei Stunden im Wasser und quatschten über Gott und die Welt. Oder zumindest machten das Anne und ich. Roger suchte sich einen anderen Pool und genoss dort seine Ruhe.
Den Tag liessen wir dann bei einem gemütlichen Abendessen in Ruhe ausklingen und gingen dann müde zu Bett.
Aussicht von den Tolmer Falls
Tolmer Falls
Hier legten wir uns so richtig lange ins Wasser und es tat sehr gut.
Butterfly Gorge and a snake
Zum Wochenabschluss gönnten wir uns am Sonntag nochmals ein kühles Bad und fuhren dazu zum Butterfly Gorge. Dort machten wir zuerst einen schönen, aber anstrengenden Walk. Dieser lohnte sich schon nur für die wunderschöne Aussicht auf den Butterfly Gorge runter. Also machten wir uns auf den Weg nach unten und hüpften ins erfrischende Nass. Ach, war das schön ;-)
Roger hatte dann noch sein persönliches Highlight im Wasser. Er „fischte“ plötzlich irgendetwas klitzekleines aus dem Wasser und sagte mir, dass er hier gerade Gold gefunden habe. Ich schaute mir die ganze Sache von Nahem an und das Wasser glitzerte tatsächlich goldig. Es waren ganz, ganz kleine Fetzchen, die sich auf der Haut niederliessen, wenn man die Hand langsam aus dem Wasser hielt. Das ganze löste sich dann aber auf, sobald man mit dem Finger darüber rieb. Roger gab aber nicht auf und wollte Sand aus dem Wasser einpacken und mitnehmen. Ich fand das dann doch ein wenig übertrieben und konnte ihn davon überzeugen, dass er es sein lassen soll. Danach sagte er mit ernstem Gesicht zu mir: „ Wenn aber irgendwann mal raus kommt, dass die hier einen grossen Goldfund gemacht haben, werde ich dich daran erinnern, dass ich es bereits heute entdeckt habe.“ Roger live ;-)
Wir machten uns dann ohne Sand mit Gold wieder auf den Rückweg zum Auto, wählten aber eine etwas abenteuerliche Strecke und legten noch eine Kletterpartie ein. Auf dem Weg begegnete uns sogar noch eine Schlange und ich war schnell genug, den Fotoapparat hervor zu nehmen. Es war eine lange, dünne Schlange mit hellgrünem Rücken. Sie verzog sich sofort auf den Baum und so konnten wir sie aus sicherer Distanz etwas beobachten.
Weiter gings dann nach Katherine zum Einkaufen und nochmals duschen und dann übernachteten wir etwas ausserhalb auf einem der unzähligen Rastplätzen.
Und wieder ein herrlicher Anblick!
Butterfly Gorge von oben
Wer sucht, der findet ;-)
Und ja, da ist wirklich eine Schlange!
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel versprochen und ihr habt den Bericht mit den Fotos genossen. Es ist immer schwierig, unsere Erlebnisse so in Worte zu fassen, damit ihr wenigstens halbwegs einen Eindruck davon erhält. Aber wir versuchen immer unser Bestes ;-)
Wir schicken euch ganz liebe, sonnige und vor allem warme Grüsse in den Schweizer Herbst und hoffen, ihr lasst es euch gut gehen!
Sibylle & Roger
