5. - 11. Oktober 2009
Herzlich willkommen zu unserem 31. Wochenbericht ;-)
Diese Woche ereignete sich so einiges und siehe da, auch positive News sind zu berichten.
Es begann nun aber auch endlich die Zeit mit meinen Eltern und die Vorfreude darauf, ihnen dieses wunderbare Land zu zeigen, war sehr gross.
Unsere Route in dieser Woche
Nullabor Plain – Adelaide – Christies Beach – Victor Harbor – Robe – Mount Gambier – Port Fairy (Sibylle)
Halls Creek – Pardoo Roadhouse – Newman (Roger)
Bald ist meine Reise zu Ende…
Am Montag sah ich vor allem eines durchs Fenster vorbeihuschen: Die Nullabor Plain. Ausser eine unendliche Steppe mit kleinen Büschen war da nicht viel zu sehen und so interessant ich diese Gegend in den ersten zwei Stunden fand, so langweilig erschien sie mir nach einem halben Tag. Aber irgendwann am Nachmittag wechselte die Landschaft wieder und aus der roten Erde ragten Bäume in den Himmel.
In Cook machten wir noch einen Stopp und diesmal vertrat auch ich mir etwas die Füsse. Danach ging die Reise weiter und Adelaide rückte immer näher. Nur noch ein Abend und eine Nacht und dann war mein Ziel erreicht. Ich muss wohl nicht betonen, dass ich froh war um diese Tatsache ;-)
Nullabor Plain
Geisterstadt Cook mitten im Nichts
Sydney - Perth und mittendrin war ich zusammen mit den Souvenirs ;-)
Auch rein modetechnisch wurde ich auf dieser Reise über die neusten Trends informiert ;-)
Ankunft in Adelaide und die ersten Meter mit dem Wohnmobil
Bei kühlen 6 Grad Celsius traf ich am Dienstagmorgen um 7:00 Uhr in Adelaide ein. Auch mein Gepäck hat den Weg bis hierher geschafft und so schnappte ich mein Bündel und machte mich auf den Weg an den Flughafen, wo ich die Ankunft meiner Eltern erwartete. In der Zwischenzeit rief Roger noch an und es tat gut, zumindest seine Stimme zu hören. Kurz vor 10:00 Uhr kamen meine Eltern durch die Türe und die Freude war beiderseits gross. Genau sieben Monate sind seit unserem Abschied aus der Schweiz vergangen und solange haben wir uns natürlich auch nicht gesehen. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir mit dem Airport-Shuttle in die Stadt, die Eltern bezogen ihr Hotelzimmer und ich konnte in der YHA ein Bett ergattern. Nach einer Erfrischung machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Stadtrundgang und gönnten uns beim Italiener ein „Zvieri“. Anschliessend war die Luft bei meinen Eltern draussen und ich lieferte sie wieder im Hotel ab. Schliesslich mussten sie für den nächsten Tag gut ausgeruht sein ;-)
Ich erledigte noch das eine oder andere, konnte wieder mal Mails beantworten und tauschte mit meiner Zimmergenossin Erfahrungen von unserer Reise aus. Auch Roger rief mich noch an und nun war klar, dass für unser Auto ein neues Steuergerät bestellt werden muss. Roger war sehr überzeugt, dass es jetzt wirklich nur noch an diesem Teil liegen könne, denn er habe eine Menge Tests durchgeführt und es weist alles daraufhin. Ich war mittlerweile vorsichtig geworden und neigte etwas zum Pessimismus. Dies erfreute Roger nun gar nicht und er erinnerte mich an unser Versprechen in Halls Creek: Wir treffen uns in Melbourne wieder! Und wenn das mit dem Steuergerät nicht hinhaut, würde das mit Melbourne nicht klappen. Also MUSSTE es funktionieren! Daumen drücken war angesagt ;-) Danach legte auch ich mich selig ins Bett, das war nach den Sitzen im Zug ein Paradies.
Am nächsten Morgen holte ich Mami und Papi im Hotel ab und nach einem Frühstück machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zu „Apollo“. Dort konnten wir unser Wohnmobil abholen. Wir lasen alle Papiere durch, unterschrieben die nötigen Formulare und liessen uns das Fahrzeug erklären. Wer für die Entleerung des Toilettenbehälters zuständig sein wird, war bereits nach wenigen Minuten klar. Ich sage nur soviel: Papi sicher nicht ;-)
Nach all diesen Instruktionen suchten wir uns den Weg zu einem Einkaufscenter und danach raus aus Adelaide. Da die Zeit viel schneller voranschritt als gedacht, fuhren wir nicht mehr all zu weit. So landeten wir auf dem Campingplatz in Christies Beach, einem wunderschönen Fleck. Das Wetter hielt sich tapfer, obschon ein kühler Wind wehte. Wir verbrachten einen ersten gemütlichen Camping-Abend bei einem leckeren Abendessen und einem guten Tropfen Wein.
Natürlich gibt es auch noch zu der australischen Verkehrsführung etwas zu sagen. Der Linksverkehr ist für uns inzwischen Normalität, für meine Eltern war es aber eine neue Erfahrung. So musste sich Papi mit unserem riesigen Wohnmobil zuerst etwas „einfahren“ und wenn es auf kleineren Strassen mal keine Markierungen hatte (z. Bsp. in Quartieren), zog es ihn automatisch auf die rechte Seite. Auch ein kleines Inseli wollte er falsch rum umfahren. Situationen, in denen mir Angst und Bange wurde und dementsprechend waren wohl auch meine Reaktionen. Ich bin und bleibe eine schlechte Beifahrerin, äxgüsi ;-)
Christies Beach
Victor Harbor und tolle News
Nach einer sehr kalten Nacht im Wohnmobil (wir hatten aufgrund der Geräuschkulisse die Heizung ausgeschaltet) erwachten wir am nächsten Morgen bei einer kühlen Brise. Wir frühstückten und gingen dann zum Strand, um ein paar Fotos zu machen. Danach fuhren wir ans Cape Jervis, an dem die Fähre nach Kangaroo Island ablegt. Eine dieser Fähren kam gerade retour und wir staunten nicht schlecht, als plötzlich ein riesengrosser Traktor vor uns stand. So ein Ding wollte Roger schon lange mal sehen und jetzt war er nicht dabei. Damit er aber auch etwas davon hatte, machten wir Fotos und bestaunten das Fahrzeug. Es war wirklich sehr eindrücklich und imposant.
Nach einem wärmenden Kaffe hiess es Weiterfahrt mit mir am Steuer. Aus dem Parkplatz zu fahren war noch etwas komisch, doch kaum auf der Strasse fühlte ich mich pudelwohl und wir kamen heil in Victor Harbor an. Die Landschaft unterwegs war einfach traumhaft. Alles war saftig grün, die Wiesen blühten, sanfte Hügel reihten sich aneinander und zum Abschluss lag eine wunderschöne Küste vor uns!
Im Visitor Centre liessen wir uns gut informieren und merkten rasch, dass es heute nicht mehr für alles reicht. Wir entschieden uns für Granite Island, welche gerade unmittelbar vor der Küste von Victor Harbor liegt und durch einen Holzsteg mit dem Festland verbunden ist. Über diesen Holzsteg führt das Horse Drawn Tram. Dies sind tramähnliche Wagen, welche jeweils von einem Pferd gezogen werden. Wir nahmen aber den Weg selbst unter die Füsse und bestaunten das Meer und die vor uns liegende Insel. Auf der Insel selbst machten wir einen wunderschönen Walk und genossen die Aussicht. Auch hier blühte alles in den schönsten Farben und der Frühling war so richtig zu spüren.
Da es am Donnerstag nicht für alles reichte, setzten wir unsere Entdeckungsreise in Victor Harbor am Freitagmorgen fort. Wir fuhren zum Bluff und machten dort eine wunderschöne Wanderung. Von dort aus sah man wunderbar auf Victor Harbor, Granite Island und die atemberaubend schöne Küste. Der schmale Weg führte uns durch die unterschiedlichsten Blumen und so bot sich immer wieder ein anderes schönes Bild. Es war toll!
Anschliessend fuhren wir via Goolwa, Strathhalbyn, Wellington und Kingston S. E. nach Robe, wo wir übernachteten. Auf dieser Strecke fuhren wir am Coorong NP vorbei, welcher sehr schön aussah. Ein weiteres Naturschauspiel waren die Pink Lakes. Das sind kleine Seen, die mit grünen Algen bedeckt sind. (Die Geschichte geht noch weiter, sonst würde es ja Green Lakes heissen ;-) ) Diese Algen produzieren zu ihrem eigenen Schutz vor der Sonneneinstrahlung Carotin. Dieses Carotin wiederum verfärbt das Wasser pink und je mehr der See austrocknet, desto intensiver wird die Verfärbung.
Die Gegend von Robe selbst ist sehr grün und es hat mehrere kleinere und grössere Seen in dieser Region. So lag auch unser Campingplatz direkt an einem See und alles war sehr gepflegt und idyllisch.
So wunderschön wie dieser Tag begonnen hatte, so erfreulich neigte er sich dem Ende zu. Am späteren Nachmittag bekam ich von Roger einen Anruf. Er teilte mir mit, dass das neue Steuergerät für unsere Miss Abbi heute geliefert worden sei, er es eingebaut hat und nun unsere Miss Abbi wieder läuft! Welch eine Erleichterung! Ich war so froh, dass ich meinen Goldschatz in ein paar Tagen wirklich wieder in meine Arme schliessen kann und er nicht mehr länger in Halls Creek rumsitzen muss!
Oversize...aber nur ganz minim ;-)
Granite Island
Horse Drawn Tram
Tolle Sicht von der Granite Island
Blumen überall
Ausblick vom Bluff auf Victor Harbor und Granite Island
Yeah, Papi hats auf den Gipfel geschafft ;-)
Traumhaft schön!
Frühling pur!
Pink Lake
Mount Gambier
Unser Ziel vom Samstag war Mount Gambier, wo ich mir unbedingt den Blue Lake ansehen wollte. Zuvor legten wir aber in Beachport eine Pause ein und machten einen Spaziergang. Dieser führte uns unter anderem auf den 774 Meter langen Steg, von dem aus man auf die zahlreichen Badestrände links und rechts sah. Das Wetter wäre badetauglich gewesen, nur die Temperaturen waren noch etwas zu frisch. Von dort aus fuhren wir nun etwas ins Landesinnere und erreichten am Nachmittag Mount Gambier. Dort fuhren wir zum besagten Blue Lake, welcher sich in einem Vulkankrater gebildet hat. Das Spezielle an diesem See ist seine wechselnde Farbe. Im Winter ist er schiefergrau, im Frühling dunkelblau und im Sommer türkisblau. Wir machten eine Rundfahrt um den See und liessen uns bei zwei Lookouts von der Farbe des Wassers beeindrucken.
Von dort aus gingen wir weiter zum Centenary Tower. Dieser Turm wacht hoch oben über der ganzen Gegend und bietet einen unendlichen 360 Grad-Ausblick! Man sieht auf den Blue Lake, auf den Valley Lake (früher ein Lava-Tal) und auf den Mount Shank. Dies ist der jüngste Vulkan in dieser Region und brach vor 5000 Jahren zum letzten Mal aus. Alles rundherum erstrahlte in einem saftigen grün und riesige Rapsfelder leuchteten in der Sonne. Es war wunderschön und liess den steilen Aufstieg bis zum Turm vergessen.
Zum Schluss schauten wir uns noch die Cave Gardens an. Dies ist eine Höhle in der es einen kleinen Wasserfall und die unterschiedlichsten Blumen hat. Vorausgesetzt, es hat zwischendurch mal etwas geregnet. Da dies dort in letzter Zeit nicht der Fall war, sahen wir weder einen Wasserfall noch eine Blumenpracht. Nur einzelne Blüten streckten sich gegen die Sonne und den Rest mussten wir unserer Phantasie überlassen.
Dieser Tag war wieder ein voller Erfolg und wir haben ihn sehr genossen!
Mami und Papi auf dem Pier von Beachport
Blue Lake
Centenary Tower
Valley Lake
Im Hintergrund der Mount Shank
Rund um die Cave Gardens war alles schön bepflanzt.
Cape Bridgewater
Nach einer bereits sehr schönen Woche folgte jetzt noch ein ganz toller Sonntag zum Abschluss. Bei schönstem Wetter verliessen wir Mount Gambier und fuhren Richtung Grenze South Australia – Victoria. Dort gab es dann auch den ersten Fotostopp und danach fuhren wir nach Portland weiter um einzukaufen. Nun gings weiter zum Cape Bridgewater, wo wir uns zuerst die Beach Bay ansahen. Dort war ein wunderschöner langer Strand, an dem sich Surfer und andere hitzige Leute tummelten. Das Wetter war zwar sehr schön, aber doch noch etwas kühl zum Baden ;-) Danach fuhren wir durch die grösste Wind Farm von Victoria (mit 29 Windrädern) zum Petrified Forest und den Blowholes. Der Petrified Forest ist ein versteinerter Wald. Dieser Wald war einst mit Wanderdünen bedeckt und der Sand bildete mit Hilfe von eindringendem Wasser eine Kruste um die Baumstämme. So konserviert, blieb der „Sandsteinwald“ über Jahrtausende erhalten.
Nach diesen eindrücklichen Bildern machten Papi und ich noch einen Teil des Walkes zur Seal Colony und hatten dabei eine super Aussicht auf die ganze Beach Bay.
Dieser tolle Tag wurde von einer wunderschönen Landschaft auf der ganzen Linie umrandet. Wir sahen saftig grüne Wiesen mit farbenprächtigen Blumen, viele Schafe und Kühe, ein Häschen, das vor unserem Auto vorbeihoppelte und eine Schlange, die sich mitten auf der Strasse sonnte. Ein rundum geglückter Tag mit wunderschönen Erlebnissen!
Beach Bay
Der Frühling blüht auch am Strand.
Grösste Wind Farm Victorias
Petrified Forest
Und wieder eine tolle Küste
Einfach nur schön!
Übernachten im Grünen ;-)
Roger on the road again
Roger erledigte am Freitagnachmittag noch alles Mögliche und fuhr am Samstagmorgen in aller Frühe los. Er kam gut voran und legte am ersten Tag bereits 1000 km zurück. Die erste Nacht verbrachte er beim Pardoo Roadhouse und fuhr am Sonntag weiter bis Newman. So rückte auch bei ihm das Ziel Perth immer näher.
Freudiges Ereignis
Wir möchten hier nochmals unsere besten Glückwünsche zur Geburt von Julia an Marianne und Römu aussprechen! Das Ereignis liegt zwar schon ein paar Tage zurück und wir haben es im entsprechend Wochenbericht leider versäumt. Alles Gute euch dreien und wir freuen uns, eure süsse Tochter im 2010 persönlich kennen zu lernen!
Es ging in dieser Woche also alles wieder aufwärts und ich genoss die Zeit mit meinen Eltern und die tollen Landschaftsbilder. Die Tatsache, dass Roger nun auch unterwegs war, freute mich natürlich zusätzlich und wir sind froh, dass unsere Pechsträhne wieder vorbei ist.
Jetzt kann die Great Ocean Road kommen ;-)
Lasst es euch gut gehen, wir machens jetzt nämlich auch wieder so ;-)
Sibylle & Roger
