26. Oktober - 1. November 2009
Hallo ihr Lieben und herzlich willkommen! Wie geht es euch?
Wir haben in dieser Woche wieder Abschied von meinen Eltern genommen, die Gastfreundschaft der Casa Gut genossen und unser WWOOF-Abenteuer gestartet. Es geschah also eine ganze Menge ;-)
Unsere Route diese Woche
Sydney – Revesby – Millfield
Bye bye, see’ ya in a few month
Montagmorgen, die perfekte Zeit für das Wetter sich wieder von seiner schönen Seite zu zeigen. Aber weit gefehlt. Statt Sonnenschein gab’s dicke Regenwolken und einen kräftigen Wind. Nicht gerade das Wetter, das wir uns für den letzten Tag zusammen mit meinen Eltern gewünscht haben. Aber immerhin regnete es nicht. Wir trafen uns wieder bei ihnen im Hotel, halfen beim Check-out und wollten für sie das Check-in per Internet für den Flug erledigen. Die Computer im Hotel waren aber alles andere als hilfsbereit und so mussten wir diese Übung nach einiger Zeit abbrechen und am Nachmittag auf konventionelle Art und Weise am Flughafen einchecken.
Gegen Mittag schafften wir es dann endlich mit dem Bus zum Hafen und schlenderten dort ein wenig durch die Shops. Ich landete wieder im Känguruh-Shop (keine Ahnung, wie der wirklich heisst, aber sie verkaufen dort schöne T-Shirts und Pullover mit aufgedruckten oder gestickten Känguruhs) und prompt stach mir ein toller Pullover ins Auge. Roger gab aber sein Bestes und redete mir den Kauf aus. Einmal mehr! Bereits vor ein paar Monaten hat er dies in Cairns praktiziert und es nervte mich noch lange, dass ich meinen Kopf nicht durchsetzen konnte. Ja ihr seht, so ist das Eheleben auf Reisen. Jeder Kauf muss miteinander abgesprochen werden und dann werden die Argumente gegeneinander abgewogen. Aber diesmal entschied ich mich für eine andere Taktik, in der Hoffnung, diesen Pullover gibt es in zwei Wochen noch ;-) Drückt mir bitte die Daumen!
So, nun aber wieder zurück zu diesem besagten Montag ;-) Wir zogen also etwas durch die Shops und dann meldete sich ein kleiner Hunger. Eine Pizzeria direkt im Hafen kam uns da gerade recht und wir genossen ein letztes gemütliches Essen zu viert für die nächsten paar Monate.
Nachdem jeder seinen Hunger und Durst gestillt hatte, gingen wir direkt zum Opern Haus. Dort blies uns der Wind kräftig um die Ohren und von den 36 Grad Celsius, die nur ein paar Wochen zuvor geherrscht haben sollen, war absolut nichts mehr zu spüren. Trotzdem ist die Oper immer wieder ein Höhepunkt, auch wegen der tollen Sicht direkt auf die Harbour Bridge. Wir liessen ein letztes Mal Gruppenfotos von uns allen schiessen und wie immer in dieser Situation war es für die betreffende Person nicht ganz so einfach. Denn alle, die uns zusammen fotografierten, mussten dies mit insgesamt drei Fotoapparaten tun. Diese Aufgabe war also nicht ohne ;-)
So langsam aber sicher mussten wir uns jetzt auf den Weg an den Flughafen machen und Roger war mal wieder besonders erfinderisch. Jeder Chauffeur von einem öffentlichen Verkehrsmittel muss seine Driver-Lizenz für alle Fahrgäste sichtbar aufhängen. Auf dieser Lizenz sind ein Foto von ihm, eine bestimmte Nummer und seine Initialen zu finden. Beim Chauffeur unseres Airport-Shuttles waren die Initialen GO. Irgendwie kam Roger wohl wieder der Ausdruck „à gogo“ in den Sinn, den ich einige Tage zuvor verwendet hatte. Jetzt stiess er mich in die Seite, zeigte auf diese Lizenz und meinte: „Wenn der Bruder dieses Mannes ebenfalls GO heisst und beide zusammen in diesem Bus sitzen würden, dann wäre unser Chauffeur der Gogo. Er konnte sich fast nicht mehr einkriegen vor Lachen und meinte, dass der Vater der Beiden dann vielleicht Dada heissen würde ;-) Wieder mal typisch für meinen herzallerliebsten Ehemann!
Egal wer nun wie hiess, wir kamen gut beim Flughafen an und das Check-in verlief problemlos. Danach spielten wir noch eine Runde Eile mit Weile und schon näherte sich der Abschied. Um 17:30 Uhr packten Mami und Papi ihr Handgepäck zusammen und wir begleiteten sie noch ein Stück. Dann hiess es ein weiteres Mal tschüss sagen und die Tränchen liessen sich natürlich auch wieder blicken.
So einfach ist es halt dann doch nicht, sich wieder zu verabschieden. Aber wir kommen ja schon bald wieder nach Hause, oder zumindest dauert es nicht mehr ganz so lang, wie wir bereits weg sind.
Wir genossen auf jeden Fall euren Besuch und freuten uns darüber, euch endlich einmal live zu zeigen, was uns so gepackt hat als wir vor drei Jahren das erste Mal in Australien waren. Vielen herzlichen Dank auch noch mal für euer sehr grosszügiges Geschenk!
Letztes Gruppenfoto mit meinen Eltern vor der Oper in Sydney
Wetter - Sensation
Mami und Papi, dieser Abschnitt ist speziell für euch ;-)
Das Wetter war in den letzten drei Wochen nicht immer toll, im Speziellen Sydney war eine nasse Angelegenheit. Nun muss man aber diese Wetter-Kapriolen auch mal aus statistischer Sicht ansehen und siehe da, dieser Regen war eine Sensation und eine absolute Seltenheit!
Aus der Zeitung erfuhren wir nämlich am Dienstagmorgen, dass die 24 Stunden bis am Montagmorgen die nassesten in einem Oktober seit 22 Jahren (auf Sydney bezogen) waren! Insofern habt ihr etwas erlebt, das wirklich nicht alle Tage geschieht. Seht es also positiv und denkt an die armen Australier, die seit Jahrzehnten in einer Dauer-Dürre leben ;-)
WWOOF und erste Fragezeichen
Nun aber endlich mal ein paar Erklärungen, was WWOOF eigentlich ist. Die fünf Buchstaben sind die Abkürzung für Willing Workers On Organic Farms. Was soviel heisst, wie dass man auf einen Bio-Hof (obwohl Hof oftmals übertrieben ist, meistens sind es auch Familien, die einen riesigen Garten haben und damit alleine nicht zurecht kommen) arbeiten geht und im Gegenzug Kost und Logis erhält. Für uns, die kein Travel- and Workvisa haben, ist das die einzige legale Art zu arbeiten. In der Regel ist es so eingeteilt, dass man vier bis maximal sechs Stunden pro Tag arbeiten muss und den Rest des Tages frei hat. Die Arbeiten beinhalten Unkraut entfernen, bei der Ernte helfen, Waldarbeiten, Tiere umsorgen, Haushaltarbeiten, Unterkünfte reinigen und vorbereiten (wenn die Besitzer neben der Farm noch ein Backpacker Hostel führen) und manchmal auch Kinderbetreuung. Je nach dem, was gerade so anfällt.
Um auf diesen Farmen überhaupt zu Arbeit zu kommen, muss man bei der WWOOF-Organisation Mitglied sein. Dann erhält man auch ein Buch mit allen Adressen von denen, die WWOOF-er (so nennt man die Leute, die auf diesen Farmen arbeiten gehen) bei sich aufnehmen.
Wir haben schon in Yeppoon damit begonnen, Adressen auszusuchen für die Zeit zwischen den Besuchen unserer Eltern und haben diese dann auch fortlaufend angeschrieben. Ausser Absagen oder einfach keine Antwort haben wir bis am Montagabend nichts erhalten und so suchten wir nun nochmals auf der Homepage nach einer Möglichkeit. Dort können diejenigen eine Anzeige aufgeben, die ganz dringend jemanden suchen. So schrieben wir noch eine weitere Farm an, deren Anzeige ganz sympathisch klang. Wir beschlossen auch gleich, dass wir diese am Dienstagnachmittag sofort anrufen, falls wir bis dann keine Antwort erhalten haben.
Am Dienstag erledigten wir dann noch so allerlei und Roger griff am Nachmittag zum Telefonhörer um Lee und Frits (das ist kein Schreibfehler sondern holländisch) anzurufen, da wir nichts von ihnen gehört haben. Roger erklärte am Telefon nochmals alles kurz, da Lee meinte, sie hätte unser E-Mail wohl gesehen, aber irgendwie verloren. Dann hielt Roger plötzlich den Hörer zur Seite und fragte mich, ob ich meine Tage schon hatte oder erst bekommen werde. Ich schaute ihn wohl ziemlich doof an, antwortete ihm aber, dass dies kein Problem ist. Was um Gottes Willen geht das aber diese Leute an??? Roger liess es sich zwar erklären, verstanden haben wir es aber irgendwie nicht so richtig. Wir wussten nur, dass ich im Falle der Menstruation nicht im Gemüsegarten arbeiten durfte. Komisch! Hinzu kam dann noch der Hinweis, dass sie Vegetarier sind und dementsprechend auch die Menues sein werden. Ein Punkt, auf den Roger bisher immer genauestens geachtet hat, denn auf Fleisch verzichten wollte er nicht freiwillig. Jetzt drängte aber etwas die Zeit und so sagten wir zu. Das konnte ja heiter werden…
Zwei Tage später erhielten wir dann noch die schriftliche Bestätigung von Lee per E-Mail und im Anhang schickte sie uns auch gleich noch einen kurzen Auszug von Agnihotra mit. „Hä, was soll das sein?“ Ja, das fragten wir uns auch. Uns kam alles immer wie suspekter vor und wir sahen uns jeweils morgens und abends eine Stunde mit der Familie meditieren.
Was Agnihotra ist, ist schwer zu erklären. Es ist eine Lebensart, die unseren Kenntnissen nach aus dem indischen Raum stammt und gewisse Rituale, wie spezielle Feuer in einem pyramidenförmigen Gefäss zu bestimmten Zeiten des Tages enthält. Es ist nicht weiter schlimm, wenn ihr jetzt nur Bahnhof oder nicht einmal das versteht ;-)
Casa Gut
Ab Mittwochmittag bis Freitagvormittag konnten wir wieder einmal die tolle Gastfreundschaft der Familie Gut in der Casa Gut in Revesby geniessen.
Caro verwöhnte uns wieder mit ihren Kochkünsten, Sarina und Dominik hielten uns mit Spielen und Plappern auf Trab und Fla unterstütze uns mit hilfreichen Sprüchen bezüglich unserer sonderbar scheinenden WWOOF-Familie. Da er Roger vor einigen Wochen in Halls Creek angerufen hat und ihm nach der Begrüssung sagte „Hey, ich habe ein Auto, das läuft! Und du?“ befürchten wir nun, dass er uns in ein paar Tagen schreibt „Hey, wir haben Fleisch zum Abendessen! Und ihr?“. Egal Fla, wir ziehen das jetzt durch und rücken euch nachher nochmals ein paar Tage auf die Pelle. Und wer weiss, vielleicht kommen wir ja zu viert zurück. Roger und ich zusammen mit unseren guten Geistern ;-)
Wir genossen die Momente bei Caro, Fla, Sarina und Dominik wieder sehr, Roger im Speziellen die LEGOs ;-) Es tat so gut, mit den Kindern zu spielen und dabei ihr Lachen zu hören, nach dem Abendessen noch etwas zu plaudern oder eine Runde zu spielen. Vielen Dank Caro und Fla! Wir freuen uns aufs erste November-Weekend ;-)
Das Abenteuer WWOOF-ing startet
Am Freitagmorgen machten wir alles für unsere WWOOF-ing-Woche bereit und Caro brachte uns zum Bahnhof. Zum Abschied meinte sie dann noch, dass wir also ruhig auch schon vor dem 6. November zu ihnen kommen können, falls diese Farm gar nichts für uns sei. Was natürlich nicht unsere Idee ist, aber man weiss ja nie…
So fuhren wir zuerst nach Sydney und Roger gönnte sich dort nochmals einen Hamburger. Die ganze Woche ohne Fleisch auszukommen, das erschien ihm etwas schwierig. Danach ging’s mit dem Zug bis nach Newcastle, was ganze drei Stunden dauerte. Eigentlich sind es nur 150 Kilometer, aber wenn die Züge nicht schneller fahren und in jedem Dörfchen anhalten, kommt man halt einfach nicht vom Fleck. In Newcastle angekommen, erkundigten wir uns nach dem richtigen Bus und sahen uns noch etwas rund um den Bahnhof um. Schnell war klar, dass wir uns in einer Woche einen kurzen Aufenthalt in Newcastle gönnen und erst gegen Abend wieder in Revesby sein werden. Denn diese Stadt gefiel uns auf Anhieb sehr.
Weitere anderthalb Stunden später kamen wir in Cessnok an, wo uns Lee zusammen mit ihrem Sohn bereits erwartete und dann fuhren wir zu ihrer Farm in Millfield. Der Sohn (Adi) wirkte auf Anhieb etwas speziell auf uns und zusammen mit seiner Kleidung sah alles etwas sektenartig aus. Lee sah sehr grün aus (mit grün meine ich, dass man ihr das Bio-Leben ansah) und im Auto roch es auch etwas speziell. Bei mir kamen erste ungute Gefühle hoch und ihr Fahrstil tat sein Übriges. Naja, das kann ja nur besser werden ;-)
Bei ihnen zu Hause angekommen, lernten wir Taylor (Kanadier, ebenfalls ein WWOOF-er, seit acht Monaten hier) und ihren Ehemann Frits kennen. Frits wirkte sehr sympathisch und irgendwie lustig auf uns. Nach einem kurzen Rundgang mit Taylor, der uns zeigte, wo wir schlafen können und wo unser Badezimmer ist, konnten wir uns selbst noch etwas umschauen. Zum Schlafen wird uns ein alter Wohnwagen dienen und das „Badezimmer“ befindet sich in einer kleinen Blechhütte. Also so berauschend fand ich das alles ja nicht. Danach gab’s einen Tee und Frits erklärte uns kurz, dass sie jeweils bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein Agnihotra-Feuer machen, welches von einem anderen Feuer begleitet wir. Das Agnihotra-Feuer brennt für ca. zehn Minuten und das andere Feuer für eine Stunde. Ihnen sei wichtig, dass wir beim Agnihotra-Feuer dabei seien und wir sollen es doch mal versuchen. All das findet jeweils in einem extra dafür eingerichteten Holzhäuschen statt. Dieses Häuschen ist gleichzeitig ein Ort der Stille, in dem sie nicht reden. Ok, wir waren gespannt auf den Sonnenuntergang.
Danach liefen wir etwas auf dem Grundstück umher und schauten uns alles etwas an. Besonders die Kühe und die Katzen gewannen sofort mein Herz. Wozu man allerdings getrockneten Kuhmist braucht, war uns ein Rätsel.
Kurz nach 19:00 Uhr erklang die Glocke beim Feuer-Haus und wir setzten uns ohne Schuhe (ebenfalls eine Regel) und schweigend zum Feuer, welches von einem Mantra von Lee begleitet wurde. Das heisst soviel, wie dass Lee irgendwelche Worte in irgendwelcher Sprache vor sich hin sang. Zudem sahen wir nun, für was der getrocknete Kuhmist gebraucht wird. Dieser wird nämlich in den Gefässen verbrannt. Dort sassen wir dann eine ganze Stunde und versuchten ein erstes Mal den Sinn in dieser Aktion zu finden. Wir suchen noch ;-)
Nach dieser Stunde erklärte uns Lee, dass das Feuer immer beim Erklingen der Glocke bereit sei und dass wir in erster Linie dem Agnihotra-Feuer beiwohnen sollen. Das Niederbrennen des anderen Feuers mussten wir nicht unbedingt abwarten. Sinn und Zweck dieser Übung sei es, die Lebenskraft in der Biosphäre zu sammeln. Oder so ähnlich. Dabei ist es sehr wichtig, dass das Feuer immer exakt zum Sonnenauf- und untergang abgehalten wird. Ach so, alles klar…???????????????
Wir sind ja jetzt eine Woche da, vielleicht kapieren wir es bis am Schluss doch noch.
Nach dem vegetarischen Nachtessen boten Roger und ich unsere Hilfe in der Küche an und erledigten dann den Abwasch. Allerdings gehörte dabei eine riesige Portion Überwindung dazu, besonders bei mir. Die Küche war alles andere als sauber, die Gerüche undefinierbar und speziell die Tücher stanken. Igitt, wie kann man nur so leben?!
Auch im Wohnwagen herrschte ein besonderer Geruch und die Bettwäsche roch eklig. Ich wusste noch nicht so genau, wie ich das eine ganze Woche aushalten soll und entschied mich dazu, zuerst einmal die Kopfkissen mit Parfum zu behandeln.
So gingen wir dann um etwa 22:00 Uhr mit den unterschiedlichsten Eindrücken zu Bett und waren gespannt, was uns am nächsten Morgen alles erwarten wird.
Der Spruch des Tages kam heute übrigens von Roger. Im Zug fragte er mich plötzlich: „ Du Schätzu, sieben Tage reichen nicht zum Verhungern, oder?“ Ich antwortete ihm: „Nein, besonders nicht, wenn du Früchte und Gemüse zu essen bekommst. “Daraufhin meinte er nur: „Aber wenn ich das vielleicht gar nicht essen kann…“ Jaja Rogerli, eine Woche ohne Fleisch wirst auch du überleben ;-)
Unser "Zimmer" in Millfield auf der Farm
Getrockneter Kuhmist
Was uns am Nachmittag noch ein Rätsel war, erklärte sich am Abend von alleine...
Eine Welt für sich…aber nicht für uns
Am Samstagmorgen war sehr früh Tagwache, da wir bereits um 6:00 Uhr beim Feuer erwartet wurden. Nach zehn Minuten war dann dieser Spuk für uns vorbei und wir huschten wieder ins Bett. Schliesslich gab es erst um 7:30 Uhr Frühstück. Zu diesem wurden wir dann mit einem speziellen Ruf gerufen, der uns am Abend zuvor noch erklärt wurde. Immer wenn dieser Ruf ertönt, ist das Essen bereit. So machten wir uns gespannt auf den Weg ins Wohnhaus und frühstückten. Danach verschwanden Lee und Taylor in die Stadt. So wie wir es aus den Gesprächen der dreien entnahmen hielten sie dort eine Art Workshop ab und Frits ging nach draussen, um in seinem Geräteschuppen etwas zu hantieren. Wir zwei machten wieder den Abwasch und wunderten uns, dass es nicht schon beim Frühstück Anweisungen zum Tagesablauf und der Arbeitsverteilung gab. Das erschien uns sonderbar und irgendwie kommt man sich dabei etwas verloren vor. Nach dem Abwasch wechselten wir mal die Kleidung und suchten dann Frits. Wir sollten also zuerst die Kühe füttern. Gesagt getan und dann meldeten wir uns wieder bei Frits. Die nächste Aufgabe beschäftigte uns dann schon etwas länger, nämlich den Rest des Tages. Wir mussten das Unkraut im Kornfeld entfernen.
Zwischendurch gab es wieder kurze Feuer um seine Batterien aufzuladen, einen Tee und natürlich Lunch.
Den Ablauf des Abends könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Genau, bei Sonnenuntergang gab’s ein Feuer ;-)
Roger, bitte nicht vergessen: Gerader Rücken, auch beim Arbeiten!
*smile*
Bei mir sah es eher nach Trockenübungen für den Schwimmkurs aus ;-)
Newcastle Beach
Wie wir am Samstagabend noch erfuhren, war für Sonntag tolles Wetter vorhergesagt und so stand ein Ausflug an den Strand auf dem Programm. Zuerst mussten aber Roger und ich noch den Garten bewässern und wie wir das zu tun hatten, zeigte uns Lee peinlich genau.
Da Frits und Lee nicht in der Nähe des Meeres wohnen, ist der Strand von Newcastle der nächst gelegene. Die Fahrt dorthin dauert etwa 1 ¼ Stunden und ich war froh, dass sich Frits und nicht Lee ans Steuer setzte. Aufgrund mehrerer Stopps aus diversen Gründen zog sich die Fahrt in die Länge und wir kamen erst kurz vor 11:00 Uhr in Newcastle an. Dort legten wir uns an den Strand und Roger und ich tratschten ein wenig über die Familie und Taylor. Taylor wirkt mit seiner Art wie er spricht, isst und sich bewegt sehr verlangsamt und speziell auf uns und er erinnert mehr an eine Schlaftablette als an etwas anderes. Aus diesem Grund befand ich, dass er sicher nicht für den normalen Arbeitsalltag, wie wir ihn kennen, zu gebrauchen ist. Denn bis er eingestempelt hat, hat er bereits wieder Feierabend! ;-)
Wir nutzten auch die Gelegenheit des Natelempfangs, welcher auf der Farm nicht vorhanden ist. So konnten wir zumindest alle informieren, wo wir sind und dass sie wohl in der nächsten Woche nichts von uns hören werden.
Nun hatte ich noch Lust auf eine Glace und so verliessen Roger und ich den Strand schon bald und machten uns auf die Suche nach einem Glace-Stand. Schlussendlich landeten wir auf einer Lastwagenausstellung, wo wir auch die gewünschte Glace fanden. Dort schlenderten wir ein wenig umher, genossen auch noch eine Cola und machten uns dann wieder auf den Weg zum Strand.
Kurz vor 13:00 Uhr fuhren wir bereits wieder nach Hause, da Adi noch Hausaufgaben machen musste. Auch diese Fahrt zog sich wieder etwas in die Länge und so fuhren wir insgesamt drei Stunden Auto um sage und schreibe zwei Stunden am Strand zu sein. Also in unseren Augen ist das ja auch nicht biologisch und irgendwie sinnlos.
Wieder zurück auf der Farm gab es einen Lunch und danach zottelten wieder alle etwas davon, ohne uns Infos zu geben. Wir fragten also bei Lee nach, was am Nachmittag noch zu tun sei. Sie meinte, dass sie am Sonntag in der Regel nicht arbeiten und wir frei haben. Supi! Aber noch besser wäre es, wenn solche Infos bereits am Morgen gegeben werden, dann stünde man nicht wie der Esel vor dem Berg da.
Den Abend verbrachten wir dann alleine auf der Farm, da Frits, Lee und Taylor zur Theateraufführung von Adi gingen. Wir zogen uns früh in unseren Wohnwagen zurück (in dem es übrigens immer noch schlecht riecht) und schauten uns Dirty Dancing an. Jetzt habe ich diesbezüglich endlich keine Bildungslücke mehr. Jaaa, ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diesen Film noch kein einziges Mal ganz gesehen habe. Ich kannte bisher nur einzelne Szenen. Aber nun bin ich voll im Bilde und finde den Film super! ;-)
Einer der beiden Strände von Newcastle
Newcastle mit der Kathedrale
Das sind Trucks!
Und da hatte es sogar noch mehr!
Puh, was für eine Woche. Ein Wechselbad der Gefühle und eine Herausforderung für meinen Geruchssinn und mein Hygiene-Verständnis. Aber damit werde ich jetzt wohl noch ein paar Tage kämpfen müssen und dann freuen wir uns jetzt schon wieder sehr auf Revesby ;-)
Zudem kommen schon Bald Rogers Eltern und seine Gotte zu uns, worauf wir uns auch sehr freuen!
Wir schicken euch ein paar biologische und vegetarische Grüsse von der Agnihotra-Farm
Sibylle & Roger
