25. - 31. Januar 2010
Hi guys, how’s it going?
Uns gehts super, auch wenn sich die Sonne für einen kurzen Moment verabschiedet hat. Doch dies konnte uns nichts anhaben und wir genossen die Regentropfen. Zudem gewann Roger Federer ein Spiel nach dem anderen und wir trafen zwei tolle Schweizer, quasi Nachbarn von uns. Da kam die Sonne von ganz alleine wieder und vor lauter Quatschen vergassen wir sogar, dass wir eigentlich einen Tag früher weiterfahren wollten. Aber wen kümmerte das schon? Wir hatten unseren Spass, sportliche Betätigung, tierische Bekanntschaften, super leckeren Wein und Landschaftsbilder, die sogar mit Wolken und Regen traumhaft schön waren! Diese Woche war sozusagen von A – Z ein durchschlagender Erfolg und wer weiss, vielleicht werden wir ja irgendwann Milliardäre… ;-)
Unsere Route in dieser Woche
Esperance – Cape Le Grand NP – Esperance – Rest Area ca. 80 km nach Norseman – Mundrabilla – Rest Area ca. 60 km nach Nullarbor Roadhouse
Cape Le Grand National Park
Am letzten Sonntag (Ankunftstag in Esperance) liessen wir ja bekanntlich die tollen Strände noch Strände sein und verschoben dies auf diese Woche. Da aber am Montag (eigentlich schönstes Wetter) zuerst Ausschlafen und dann die Planung für die Durchquerung der Nullarbor Plain angesagt war, sahen wir auch an diesem Tag die Strände nur von der Strasse her. Doch am Dienstag sollte sich das ändern.
Nach einer eher regnerischen Nacht genossen wir eine warme Dusche und ein stärkendes Frühstück und räumten unser Zelt zusammen. Das Wetter schien sich ein wenig zu bessern und die Sonne zeigte sich vermehrt, allerdings war die Wetterprognose nicht die beste. Doch was sollten wir anderes machen? Seit Mitte Dezember trugen wir immer nur kurze Hosen und T-Shirts und genossen unglaublich warme Temperaturen und Sonnenschein pur. Da konnten uns doch so ein paar Regentropfen und etwas kühlere Temperaturen nichts anhaben. Und so machten wir, was wir auch bei schönem Wetter gemacht hätten: Wir fuhren in den Cape Le Grand NP. Dieser National Park ist ca. 60 km von Esperance entfernt und auf der Fahrt dorthin verdichtete sich die Wolkendecke wieder und zwischendurch verirrte sich sogar ein Regentropfen auf unser Auto. Im National Park angekommen, fuhren wir zuerst gleich zur Lucky Bay. Dieser Strand wird als der Schönste von Australien beschrieben und wir stimmen dem voll und ganz zu! Der Sand dort ist unglaublich weiss und fein wie Puderzucker und das Meer strahlt in den schönsten Blautönen. Es war herrlich! Auch ohne Sonne, dafür mit dicken Regenwolken und einer kühlen Brise waren wir von der Schönheit dieser Bay beeindruckt! Und als wäre das nicht schon schön genug, gaben sich auf dem Campground (nur wenige Meter vom Strand entfernt) halbzahme Känguruhs die Ehre. Auch wenn wir nun doch schon unzählige Känguruhs gesehen haben, sind wir noch immer fasziniert von diesen Tieren! Ich muss sie dann auch immer gleich auf Fotos festhalten, während Roger findet, dass ich nun doch schon genügend Fotos von Känguruhs gemacht hätte. Naja, das sind unterschiedliche Ansichten, die auch unterschiedlich bleiben werden ;-) Danach bauten wir unser Zelt auf (neben dem übrigens ein paar Stunden später ein Käguruh stand --> auf Foto festgehalten;-) ) und fuhren wieder los. Bei der Thistle Cove parkierten wir unsere Miss Abbi bereits wieder und machten einen schönen Walk auf den Felsen mit super Sicht aufs Meer und einen weiteren wunderschönen weissen Strand. Unterwegs begegneten uns dann wieder mal zahlreiche Echsen, die ebenfalls auf Fotos festgehalten wurden ;-) Nur Rogers Tipp, diese Tiere mal beim Rennen zu filmen, klappte nicht so richtig. Diese Dinger sind einfach zu schnell und wir kamen mit unserer Kamera nicht hinten nach. Egal. Wir hatten unseren Spass und die Echsen ihr Fitnessprogramm ;-) Für uns gings dann auch wieder weiter und das Ziel war nun der Frenchman Peak. Dies ist ein Berg (australische Bezeichnung) /Hügel (schweizer Bezeichnung), den man über einen steilen Weg besteigen kann und von dessen Gipfel sich eine wunderbare Aussicht bietet. Der Weg hin und zurück misst drei Kilometer und für die Dauer sind zwei Stunden hin und zurück angegeben. Mit all diesen Angaben hatten wir ja in letzter Zeit so unsere Erfahrungen gemacht…Wir nahmen also den ersten, noch sehr gemütlichen, Teil des Weges unter die Füsse. Die Gemütlichkeit wich aber rasch einer gewissen Anstrengung. Denn der sogenannte Weg wandelte sich wieder einmal in eine Art Kletterroute. Hinzu kamen ein starker Seitenwind und ein kalter Nieselregen. Nicht unbedingt optimale Voraussetzungen für eine solche Tour, denn der Felsen wurde mit jedem Regentropfen rutschiger, zum Festhalten gab es nichts und so wurden einige Passagen auf allen Vieren bewältigt. Ich dachte mir: „Super, schon wieder so eine Aktion!“ Aber auch diesmal erreichten wir das erste Etappenziel, in diesem Fall eine Höhle. Hier konnte man von der einen Seite durch die Höhle hindurch auf den Cape Le Grand NP sehen. Ein fantastisches Bild! Wir kletterten dann aber noch bis ganz auf den Gipfel (der Regen hatte in der Zwischenzeit aufgehört) und waren sprachlos. Eine 360 Grad Aussicht erwartete uns dort oben und wir sahen auf die Lucky Bay, die Thistle Cove, die Hellfire Bay, den Le Grand Beach und auf der anderen Seite auf das unendliche Hinterland. Überwältigend! Nicht einmal der bewölkte Himmel konnte dieser Schönheit etwas anhaben. Es war einfach genial und die Strapazen des Aufstieges waren rasch vergessen. Doch runter mussten wir ja dann auch wieder und dies möglichst vor der nächsten Regenfront, die wir bereits sahen. Auf dem Rückweg liessen wir nochmals die Sicht durch die Höhle hindurch auf uns wirken und dann nichts wie runter. Und kaum beim Auto angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete. Allerdings nur kurz und so fuhren wir auf dem Rückweg zur Lucky Bay nochmals zur Thistle Cove. Hier hatten wir nämlich vorhin an einem schönen Ort Tisch und Bänke gesehen und in unserem Esky befanden sich noch James Squire (Bier) und Stones (Ginger Bier). Was jetzt folgte, könnt ihr euch sicherlich denken ;-) Wir froren jedoch ziemlich und zügelten nach kurzer Zeit wieder ins Auto. Auch dort kann man ein Apéro nehmen ;-)
Wieder zurück in der Lucky Bay machte ich, wie bereits erwähnt, Fotos vom Känguruh direkt neben unserem Zelt und dann war es auch schon Zeit, das Abendessen zu kochen. Nicht aber ohne vorher lange Hosen anzuziehen, denn nun wurde es wirklich kühl. Aber wenigstens blieb es den Rest des Abends trocken.
Dieser Tag war schlicht und ergreifend HAMMER!!!
Hallo du süsser kleiner Kerl :-)
Lucky Bay
Roger hat ein "Bäumchen" in den Sand gepflanzt...
Fla, das ist keine Sportgymnastik! Ich zeige dir ganz einfach eine elegante Agnihotra-Variante in nüchternem Zustand ;-)
Lucky Bay
Ach, so ein bisschen relaxen ist doch immer schön ;-)
Fast nicht zu erkennen!
Thistle Cove
Frenchman Peak
Da wollten wir hoch!
Wunderschöne Blumen säumten den ersten Abschnitt unseres Weges!
Ein Blick zurück auf den ersten Teil der Kletter-Tour. Und hier sollte ich wieder heil runter kommen?
Ein phantastischer Blick durch die Höhle auf den NP
(Foto-Qualität ist hier leider sehr schlecht. Aber ihr habt ja alle ein wenig Phantasie!)
Endlich, der Aufstieg war geschafft und wir sahen die Lucky Bay!
Roger bei der Arbeit ;-)
Wieder unten, konnte ich mich erneut der Pflanzenwelt und ihrer Schönheit widmen.
Apéro in der Thistle Cove im Auto ;-)
Und schon wieder soooo ein süsser Fratz!
Ich überlege mir noch einen Weg, wie ich so ein Exemplar mit in die Schweiz nehmen kann. Für gute Vorschläge habe ich immer ein offenes Ohr!
Und das kann passieren, wenn man beim Versuch, sein Boot ins Wasser zu lassen, zu weit nach hinten fährt. Dann wird nämlich auch das Auto zu einer Art Boot und es hilft nur noch ein Abschleppseil und ein anderes Auto mit genügend Pfupf.
Great Ocean Drive
Am Mittwoch verliessen wir den Cape Le Grand NP bei immer noch unbeständigem Wetter wieder und fuhren zurück nach Esperance. Dort machten wir noch den Great Ocean Drive. Das ist eine Strecke, die entlang der schönsten Strände führt und immer wieder zu einem kurzen Spaziergang einlädt. Spätestens während diesem Drive konnten wir den Werbespruch von Esperance bestätigen. Dieser lautet wie folgt: Australia’s best beaches! Wir sahen wirklich Strände der 5 Sterne Kategorie und es hat für jeden Geschmack etwas dabei. Wir beliessen es dann aber beim Bestaunen der einzelnen Strände und dem einen oder anderen kurzen Spaziergang. Denn um an den Strand zu liegen oder sogar zum Schwimmen war es eindeutig zu kalt.
Stattdessen wärmten wir uns im Dorf mit einem leckeren Capuccino und einem Mocca wieder auf und waren uns einig: An der Australischen Westküste und jetzt hier unten in Esperance sahen wir die schönsten Strände ganz Australiens! Einfach nur wunderschön!
Wenns nur nicht so kalt wäre...
Twilight Beach
Barbara und Stefu
Als wir am Mittwochabend in der Küche sassen, waren noch zwei andere Schweizer (eben Barabra und Stefu) dort. Barbara hörte uns reden und fragte, von wo genau wir kommen. Als wir ihr sagten, dass wir in Derendingen wohnten, konnte sie es kaum glauben. Sie wohnt in Luterbach, ist also quasi eine Nachbarin ;-) Wir plauderten ein paar Minuten und wechselten dann an ihren Tisch, wo ihr Bruder Stefu sass. Er selbst wohnt in Lützelflüh, wo er den elterlichen Bauernhof übernommen hat. Später stellte sich dann auch noch heraus, dass Barbara ebenfalls Dipl. Pflegefachfrau ist und in der Insel arbeitet. Sachen gibt’s ;-)
Wir tauschten Reiseerlebnisse aus, erzählten uns gegenseitig die nächsten Pläne und quatschten einfach über Gott und die Welt und dazu gibt es ja so einiges zu sagen. Als es dann plötzlich fast 2:00 Uhr in der Früh war, staunten wir nicht schlecht (Alkohol hatten wir im Fall keinen, der war leider schon leer!) und da zumindest wir zwei am nächsten Morgen weiterfahren wollten, schlüpften wir in unsere Schlafsäcke. Da gab es aber zuerst noch ein kleines „Problem“. Als Roger und ich das Zelt aufgestellt hatten, lobten wir uns selbst und meinten, dass wir mittlerweile doch schon sehr schnell sind. Im Verlaufe des späten Abends kam mir aber dann in den Sinn, dass die Matten und die Schlafsäcke noch gar nicht im Zelt sind. Shit, doch nicht so schnell ;-)
Am nächsten Morgen traf man sich bei schönstem Wetter zum Frühstück. Stefu und Barbara waren sich noch nicht ganz sicher, ob sie bereits heute in den Cape Le Grand NP wollten oder einfach nur an den Strand liegen sollen. Sie entschieden sich dann im Verlaufe des Frühstückes für den Strand. Wir wollten Richtung Adelaide losfahren und planten deshalb, spätestens um 11:00 Uhr im Woollworths zu sein, um unser Reiseproviant einzukaufen. Aber zuerst wurde jetzt richtig gefrühstückt. Dabei diskutierten wir weiter über alles Mögliche und als die Putzequipe kam, um die Küche zu putzen, schauten wir mal auf die Uhr. Waaaas? Bereits 11:30 Uhr! Na das wird dann wohl nichts mit weiterfahren. Nur blöd, dass wir unser Zelt bereits abgeräumt hatten ;-) So schickten wir zwei Frauen die Männer ins Büro, um unseren Aufenthalt zu verlängern und danach war Abwaschen angesagt. Als auch dies erledigt war, stellte sich heraus, dass Barbara und Stefu ebenfalls noch einkaufen müssen und danach könnten wir ja zusammen an den Strand. Ja, wieso auch nicht. Aber lasst uns doch zuerst noch in ein Café gehen. Gesagt, getan und so quatschten wir bei Milkshake und Iced Coffee weiter. Bis…ja bis es bereits wieder 16:30 Uhr war ;-) Strand? Öhm… Zuerst einmal einkaufen für ein gemeinsames BBQ ;-) Dummerweise hatte es in diesem Woolworths auch einen Bottle Shop und da Barbara und Stefu einen besonders leckeren Weisswein im 4 Liter Pack entdeckt haben, mussten wir dort natürlich auch noch einen Boxenstop einlegen. Wieder zurück auf dem Campingplatz gönnten wir uns ein Apéro und Stefu glaubte zu diesem Zeitpunkt immer noch daran, dass er noch kurz ins Meer gehen würde. Aber es blieb beim glauben ;-) Denn die Sonne verschwand doch schon früh und der Hunger meldete sich. Also noch kurz unter die Dusche und dann ab an den Grill. Es war ein super BBQ mit tollen Gesprächen und suuuuuper leckerem Wein. Yummy! Da irgendjemand die Idee hatte, diese vier Liter Wein komplett zu trinken und uns der Gesprächsstoff in keinster Weise ausging, zog sich auch dieser Abend in eine gewisse Länge. Irgendwann kam dann auch die Frage auf, was man wohl entwickeln muss, um möglichst einfach Milliardär zu werden. Alle vier hatten da so ihre Theorie und zusammen kamen wir auf eine erste Idee. Es wurden unterschiedliche Ansätze diskutiert, Roger und ich brachten noch ein wenig Agnihotra mit ein (*grins*) und wir stellten uns vor wie sich folgende Situation wohl anfühlen würde: Der Staat sagt uns nicht mehr, wie viele Steuern wir zu bezahlen haben, sondern wir sagen dem Staat, wie viele Steuern wir bezahlen werden. Und wer weiss, mit unseren Magic Kangaroo Fire Balls werden wir diesen Moment vielleicht irgendwann einmal erleben können ;-) *Priiis*
Um 3:00 Uhr waren dann erst einmal alle Diskussionen bezüglich Spitalhygiene (welche Kleidung ist erlaubt, etc.), Kamelen auf Schweizer Bauernhöfen (vierbeinige!), Agnihotra (jaja, das verfolgt uns einfach ;-) ), Schweizer Armee und Patentanmeldung unserer zündenden Idee beendet und wir konnten beruhigt schlafen gehen. Diesmal hatten wir zwei sogar unser Zelt schon vollständig eingerichtet ;-)
Natürlich trafen wir uns am Morgen dann wieder zum Frühstück und es wäre beinahe wieder dasselbe passiert, wie am Vortag. Aber diesmal war es uns wirklich ernst mit Strand beziehungsweise Nullarbor Plain. Wir verabschiedeten uns voneinander auf dem Campingplatz und trafen uns dann fünf Minuten später im Woolworths wieder. Sachen gibt’s ;-)
Barbara und Stefu, es war eine super Zeit mit euch beiden und die Einladung zu einem BBQ und einer Foto-Präsentation (auch von euch!) in unserem neuen Heim (sobald wir dann eines haben und eingerichtet sind) steht! Wir freuen uns schon jetzt auf die sicherlich wieder sehr lustigen, interessanten und zukunftsorientierten Diskussionen ;-) Bringt einfach genügend Zeit mit! See ya then ;-)
Nullarbor Plain
Der Name Nullarbor leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet „kein Baum“. Wenn man die Nullarbor mit dem Auto durchquert, ist die Strecke ohne Bäume nur ein paar Kilometer lang. Ansonsten sieht man relativ viele Bäume und die Vegetation ist generell grüner, als angenommen. Rein landschaftlich ist die Nullarbor Plain eine sehr sehenswerte Gegend.
Norseman und ein wenig weiter
Am Freitag ging es nun also wirklich los Richtung Adelaide. Die erste Etappe war aber mit knapp 300 km nicht all zu lange und so lag ein längerer Stop in Norseman durchaus drinn. Dort tankten wir nochmals zu einem einigermassen vernünftigen Preis (ca. 1.39 AUD/Liter) und machten vom gratis Internet Gebrauch. Der nette alte Herr an der Kasse fragte, ob mein Vater wisse, dass ich mit diesem Mann hier unterwegs sei. Als ich ihm dann erklärte, dass dies mein Ehemann sei und mein Vater Bescheid wisse, war er zufrieden ;-)
In unseren Mails entdeckten wir nun auch endlich die Bestätigung unseres neuen Rückfluges von Singapore nach Zürich. Der erste wurde nämlich gestrichen und so verschob sich unsere Rückreise in die Schweiz. Allerdings nur um 11 Stunden und 15 Minuten ;-) Unsere neue Ankunftszeit in Zürich, Flughafen: 30. März 2010, 8:00 Uhr! Ja liebe Leute vom Empfangskomitee, da müsst ihr frühzeitig aufstehen ;-) See ya then!
146, 6 km --> Longest straight stretch in Australia
Der Samstag war ein sogenannter Fahrtag. Denn an diesem Tag hatten wir uns knappe 600 km vorgenommen, was für unsere angeschlagene Miss Abbi eine harte Prüfung war. Aber gleich zu Beginn, sie hat das mit Bravour gemeistert!
Für uns gab es nach einer Stunde eine Kaffee-Pause, die wir gemütlich ausdehnten ;-) Danach folgte das Highlight des Tages. Mit 146, 6 km kam der längste gerade Strassenabschnitt Australiens. Auf dieser Strecke könnte man das Lenkrad einfach fixieren und müsste gar nicht selbst steuern. Denn es kommt wirklich nie ein Kurve, nicht die geringste Krümmung der Strasse! Wahnsinn! Soviel Platz muss man zuerst einmal haben, um eine so lange Strecke ohne Kurven zu bauen.
Ansonsten genossen wir die grüne Vegetation und hielten nach Känguruhs, Emus und Kamelen Ausschau. Bis wir aber unsere Rest Area in Mundrabilla erreichten, zeigte sich keines der Tiere.
Stattdessen sahen wir mehrere Landebahnen, die auf der Strasse für den Royal Flying Doctor Service eingerichtet waren und Benzinpreise, bei denen es einem übel werden könnte (1.75 AUD/Liter!). Zum Glück mussten wir hier noch nicht tanken!
Protokoll eines Zelt-Marathons
Habt ihr schon einmal innerhalb von drei Stunden fünf Mal ein Zelt aufgebaut? Wir bis zum heutigen Tag auch nicht ;-)
Dabei begann der Sonntag noch ganz gemütlich und tierisch. Denn nach knapp 10 km begegneten uns insgesamt neun Emus. Eine Familie mit vier Jungen und eine Emu-Mutter mit zwei Jungen. Die Tiere sind ja einfach süss und wir müssen immer wieder lachen, wenn wir sie sehen!
Wir fuhren zuerst von Mundrabilla bis nach Eucla, der letzte „Ort“ vor der Grenze zu South Australia. Dort sahen wir zum ersten Mal das Meer wieder und die Spannung auf die steilen Klippen stieg. Eucla besteht aus einem Roadhouse mit Caravan Park, Police Station, Ambulance, Meteorologie Station und Motel und befindet sich auf einer kleinen Anhöhe. Dort oben war es wieder mal windig und da sich die Sonne gerade hinter die Wolken verzogen hatte, auch etwas kühl. Nachdem wir einen kurzen Spaziergang gemacht hatten, ging die Fahrt weiter und wir passierten die Grenze zu South Australia. Somit ist unsere Zeit in Western Australia nach zwei Monaten nun definitiv vorbei. Hier wurden alle, die in die Gegenrichtung fuhren nach Pflanzen, Blumen, frischen Früchten und frischem Gemüse gefragt. Denn wie immer bei den Staatsgrenzen, darf man solche Sachen nicht mitführen, weil man die Verbreitung der Fruchtfliegen verhindern will. Und besonders bei der Einreise nach Western Australia wird sehr streng kontrolliert. In unsere Fahrtrichtung gab es erst viel später, nämlich in Ceduna, einen Checkpoint.
Für uns folgten nach dieser Grenzüberquerung weitere wunderschöne Landschaftsbilder der Nullarbor Plain. Denn nun führte die Strasse relativ nahe der Küste entlang und es gab mehrere Lookouts. Wir sahen wunderschöne Strände und steil abfallende Klippen und vor uns breitete sich die unendliche Great Australian Bight aus. Einfach herrlich!
Danach fuhren wir weiter zum Nullarbor Roadhouse und wussten dann auch, dass wir die Uhren wieder 2 ½ Stunden vor stellen müssen. Wir sind euch in der Schweiz jetzt also wieder 9 ½ Stunden vor. So wurde es also für uns auf einen Schlag früher Abend und wir fuhren nur noch eine kurze Strecke bis zur Rest Area. Dort fanden wir auf Anhieb einen geeigneten Platz für unser Zelt. Dachten wir. Roger erkundete dann noch andere Plätzchen und wir entschieden uns für einen Platz, der etwas erhöht war und mit Sand eine etwas weichere Unterlage bot. Miss Abbi parkierten wir so, dass sie etwas den Wind abhielt und so unser Zelt nicht ganz so arg strapaziert wird. Dann bauten wir alles auf und ich putzte danach den ganzen Sand aus dem Zelt, den es beim Aufstellen hinein geweht hatte. Kaum war ich fertig, kam ein heftiger Windstoss und der Sand hatte sofort ein Schlupfloch gefunden und das Zelt sah aus wie vorher. So konnte es also nicht stehen bleiben. Ein paar Meter weiter waren mehrere Büsche und dazwischen eine freie Fläche. Da hier alles mit Laub und kleinen Ästen bedeckt war, wirbelte es auch keinen Sand auf. Wir zügelten also unser Zelt dorthin und stellten fest, dass das so wohl nicht geht. Der Wind bliess hier so stark, dass es uns das Zelt fast zusammenklappte und wir hatten Angst, dass die Stangen brechen. Was nun? Da gabs nur eines: Zelt wegräumen und altes Zelt aufstellen. Das hat den starken Wind, den der Cyclon Laurence vorausschickte ja auch schon ausgehalten. Quasi unser Sturmzelt ;-)
Da dieses Zelt etwas weniger Netze hat und bei den Türen besser dicht ist, stellten wir es wieder an den ersten Platz, neben Miss Abbi. Danach wieder putzen und dann legten wir die Schlafsäcke rein. Nun folgte ein gemütliches Abendessen und Roger schaute pflichtbewusst nochmals nach dem Rechten in unserem Zelt. Und wie könnte es anders sein? Alles voller Sand. Shit! Wir zügelten auch dieses Zelt wieder zwischen die Sträucher und es schien dem Wind erstaunlich gut zu trotzen.
So hatten wir nun vier Mal ein Zelt aufgestellt und eigentlich genug davon. Zur Belohnung gab es ein Dessert und einen schönen Sonneuntergang. Beim nächsten Kontrollblick ins Zelt war aber unsere Freude schon wieder vorbei. Da der Wind in der Zwischenzeit gekehrt hatte und ziemlich kräftig war, wehte es nun doch Sand ins Zelt. Zwar nicht so schlimm wie auf der anderen Seite, aber trotzdem nicht angenehm. Ich machte den Vorschlag, das Zelt doch am aller ersten Platz, den wir uns eigentlich ausgesucht hatten, aufzustellen und Roger stimmte zu. Dort hatte es keinen Sand und wir konnten das Zelt an einem Baum befestigen. So packten wir unsere Schlafsäcke wieder ins Auto und fuhren mit Sack und Pack die paar Meter runter. Dort stellten wir unser Zelt auf, putzen es und richteten es ein. Das andere Zelt liessen wir aber noch stehen, denn dort legten wir Stühle und Tisch rein. Wieso? 1. Wurde es nun dunkel und wir hatten echt keine Lust, in der Dunkelheit das Zelt zusammen zu räumen und
2. hatte Roger dort oben extra ein Loch gebuddelt, damit wir windgeschützt kochen können. Und dieses Loch wollten wir am nächsten Morgen wieder benutzen.
Nach dieser ganzen Anstrengung fielen wir müde ins Bett und schliefen am nächsten Morgen selig aus. Einfach nur schön, wenn man in einem sandfreien Zelt schlafen kann ;-)
Ankündigung der Landebahn auf dem Highway.
Keine einzige Kurve!!!
Eindeutig mehr Känguruhs als Menschen ;-)
Just beautiful!
Unser Kleiderschrank ;-)
Der muss ja auch mal gezeigt werden ;-)
Findet ihr die Emus?
Wir sind quasi am Ziel ;-)
Hier durfte Miss Abbi ganz unbekümmert neben der Polizei parkieren ;-)
Gesehen haben wir leider nur tote Känguruhs :-(
Die Schweiz besucht die Nullarbor Plain ;-)
Einfach traumhaft schön!
WOW!
3. Versuch
Von den beiden ersten Versuchen existieren keine Fotos.
4. Versuch
Zwischendurch ein wunderschöner Sonnenuntergang!
5. und letzter Versuch!
Geschafft!
Jaja, in dieser Woche war ganz schön was los! Wir hatten sehr viel Spass und entdeckten wieder wahnsinnig schöne und einmalige Plätze in diesem herrlichen Land. Gar nicht vorstellbar, dass wir in zwei Monaten schon wieder in die Schweiz fliegen. Aber wenn wir Glück haben, liegt ja bis dahin noch ein wenig Schnee und dann empfängt uns die Schweiz so, wie sie uns vor einem Jahr verabschiedet hat ;-)
Aber hier einfach all die schönen Landschaften und vor allem die Wärme zurücklassen? Ich weiss nicht so recht…Aber das ist ja jetzt auch noch egal, schliesslich bleiben uns noch acht Wochen hier in diesem Paradies! Und diese Zeit wissen wir zu geniessen ;-)
Geniesst den Winter, esst nicht zu viele Fasnachtschüechli (aber für mich muss schon eines dabei sein!) und lasst es krachen!
Eure beiden Weltenbummler
Sibylle & Roger
