1. - 7. Februar 2010
Yeah, we crossed the Nullarbor!!! Einen weiteren Australischen Mythos, den wir erleben durften und wir haben die Strecke sehr genossen. Von wegen nur langweilige Gegend.
Die Nullarbor Plain war aber nur ein ganz kleiner Teil dieser Woche, denn wir erlebten wieder ganz viele tolle Sachen und machten eine fauchende Begegnung mit einem Lizard. Aber lest selbst, wo wir waren und was es dort jeweils zu sehen gab.
Unsere Route in dieser Woche
Rest Area ca. 60 km nach Nullarbor Roadhouse – Ceduna – Elliston – Port Lincoln
Ceduna
Ceduna ist ein kleiner Ort, der für Schweizer Verhältnisse einem Dorf entspricht, für die Australier aber bereits eine Art Stadt ist. Wie dem auch sei, Ceduna ist klein und übersichtlich und nach der eher unbewohnten Nullarbor Plain der erste grössere Ort mit Supermarkt, Bank, Post, Garagen, Bottle Shops, Hotel und was man sonst noch so zum Leben braucht. Wir für unseren Teil brauchten nicht mehr als einen Platz für unser Zelt und unsere Miss Abbi, welche die Durchquerung der Nullarbor Plain zu unserer grossen Freude super gemeistert hat. Danke Miss Abbi!
Um aber überhaupt nach Ceduna rein fahren zu können, mussten wir zuerst beim Fruit Fly Checkpoint anhalten. Hier wurden wir gefragt, ob wir Pflanzen, Blumen, frisches Obst oder Gemüse bei uns haben und der Esky wurde kontrolliert. All das meisterten wir mühelos und als der Kontrolleur erfuhr, dass wir Schweizer sind, teilte er uns auch gleich mit, dass Roger Federer am Vorabend das Australian Open gewonnen hat. Supi!
Etwas später hatten wir unser Plätzchen auf dem Campingplatz, von wo aus wir das Meer sehen konnten. Herrlich! Allerdings sah es weniger nach Strand-Wetter aus, da für die nächsten Tage sehr viel Wind und eventuell etwas Regen vorausgesagt wurde. Aber das kümmerte uns in diesem Moment eher wenig. Wir richteten uns ein und kramten lange Hosen und einen Pulli hervor. Ja, so kühl war es inzwischen geworden ;-)
Den Rest dieses Montages verbrachten wir mit Plaudern (Gerhard erzählte uns von seinen Abenteuern), kochen und essen und dann schauten wir uns noch einen Film an. Danach hiess es: Sleep well!
Vom Dienstag gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Ich arbeitete fleissig an der Homepage (was ihr vielleicht bemerkt habt) und Roger beschäftigte sich etwas intensiver mit der Reiseplanung bis nach Adelaide (Feststellung seinerseits: Schätzu, wir haben viel zu wenig Zeit!). Danach ging Roger einkaufen und der Spass ging los. Welcher Spass? Nun, direkt neben dem Campingplatz ist ein toller Bottle Shop, der Fruity Lexia verkauft ;-) Schliesslich mussten Roger und ich auf zwei wichtige Ereignisse anstossen:
1. Wir durchquerten die Nullarbor!
2. Wir haben definitiv beide wieder einen Job! Juhui!
Der Mittwoch verlief wieder etwas aktiver, obwohl der Tag ähnlich wie der Vortag begann. Wir mussten nämlich noch die Fähre für nach Kangaroo Island buchen. Und um diese buchen zu können, mussten wir uns endlich festlegen, ob wir Miss Abbi mitnehmen, wie lange wir gehen wollen und ob wir vielleicht doch eine geführte Tour machen wollen. Wer wie wir aber das selber Reisen und Erleben erst einmal entdeckt hat, tut sich schwer mit einer geführten (mehrtägigen) Tour und so war dies eigentlich schnell abgehakt. Blieb also nur noch die Frage nach der Dauer und Miss Abbi. Da aber Miss Abbi so tapfer ist, war auch hier rasch klar, dass sie mitkommt und die Dauer verlängerten wir kurzerhand von zuerst geplanten drei Tagen auf fünf Tage. Wenn schon, denn schon ;-) Wir loggten uns also ins Internet ein und buchten sofort die Fähre an den von uns gewünschten Daten. Jupi, am 12. Februar fahren wir nun also für fünf Tage nach Kangaroo Island! Wir freuen uns extrem auf diese Insel! Und als hätte unser „Nachbar“ gespürt, dass wir schon wieder etwas zu feiern haben, schenkte er uns einfach drei bereits gekochte Krebse, die er am Vortag selbst gefangen hatte. Da konnten wir natürlich nicht widerstehen und verzerrten diese mit Genuss. Yummy!
Danach folgte der etwas aktivere Teil des Tages und wir machten einen wunderschönen Küstenwalk nach Thevenard. Thevenhard ist das Nachbardörfchen von Ceduna und ist mit einem schönen Fussweg zu erreichen. Wir nahmen die drei Kilometer dorthin unter unsere Füsse und genossen die tolle Sicht aufs Meer und auf Ceduna. Am Ende des Walkes kamen wir zum Pinky Point, wo sich eine Lookout-Plattform befindet. Dort steht ein hübscher kleiner und farbenfroher Leuchtturm und wir sahen einen grossen Frachter, der im Hafen geankert hatte. Von dort aus spazierten wir durchs Dorf Thevenhard, kauften uns im IGA Wasser und ein Eis und spazierten wieder gemütlich dem Ufer entlang retour nach Ceduna.
Das waren unsere Erlebnisse in Ceduna ;-)
Wohnung putzen ;-)
Cheers!
Ja, wir waren hungrig und nein, wir hatten keine Gäste!
Yummy!
Schätzu, mit dem Essen spielt man doch nicht ;-)
Leuchtturm beim Pinky Point
Sealions!
Am Donnerstag verliessen wir Ceduna wieder und fuhren nach Elliston. Unterwegs wollten wir uns noch die Sealions Colony anschauen und machten deshalb einen kleinen Abstecher vom Highway. Als wir uns auf der unseald (ungeteert) Strecke befanden, kreuzten immer wieder Lizards unseren Weg. Diesmal waren es Lizards, die eine grosse Ähnlichkeit mit den Blue Tongues-Lizards haben. Sie können im Vergleich zu anderen Lizards nicht rennen, sondern gehen immer im selben gemächlichen Gang ihren Weg. Da wir in unserer Sammlung noch kein Foto dieser Lizards hatten, musste dies nun schleunigst nachgeholt werden. Wir stiegen also beim nächsten Lizard aus unserem Auto und pirschten uns an das Tier heran. Der Lizard blieb brav stehen und liess sich von der Seite und von oben fotographieren. Als ich dann auch noch von der anderen Seite ein Foto machen wollte, drehte der freche Kerl schlagartig seinen Kopf gegen mich und fauchte mich an. Wer mich kennt, kennt auch meine Reaktion ;-) Ich wagte mich auf jeden Fall nicht mehr näher als zwei Meter an das Tier und setzte mich wieder ins Auto. Als wir dann an ihm vorbei fuhren, drehte er nochmals den Kopf und fauchte. Dem sind wir wohl zu nahe auf die Pelle gerückt ;-)
Unsere Fahrt ging danach weiter bis zur Baird Bay. Dort merkten wir aber sehr schnell, dass es keine Sealions hat und wir schauten nochmals genauer auf der Strassenkarte nach und dann war alles klar. Wir hätten gar nicht in die Baird Bay fahren müssen, sondern ein paar Kilometer vorher abbiegen. So fuhren wir also wieder etwas zurück und bogen zum Point Labatt ab. Und dort wurden wir dann auch fündig. Es hatte eine Plattform, von der aus wir zahlreiche Sealions jeglichen Alters sahen. Für uns beide war es das erste Mal, dass wir diese Tiere in freier Wildbahn sehen konnten und wir waren begeistert! Die meisten der Sealions lagen faul auf den Felsen, ein paar wenige turnten herum und einzelne säugten ihre Jungen. Wir waren begeistert!
Anschliessend fuhren wir noch bis Elliston, ein kleiner hübscher Ort direkt am Meer. Wir liessen uns im Info-Centre über das Wichtigste informieren, genossen in der Bakery ein Café und liessen uns auf dem Campingplatz hinter den Sanddünen nieder. Auf unserem kleinen Entdeckungsspaziergang erforschten wir den Strand und den Frühstücksplatz für den nächsten Morgen ;-)
Ganz schön frech, dieser Lizard!
Könnt ihr die Sealions sehen?
Und hier hat es noch mehr!
Murphy's Haystacks
Tolle Klippen
Der Freitag begann mit einem Frühstück am Strand! Bei schönstem Wetter, einer kühlen Brise und mit einer phänomenalen Sicht aufs Meer bereiteten wir uns bei der BBQ-Stelle ein deftiges Frühstück zu. Das Ganze blieb von den Möwen natürlich nicht unbemerkt und wir amüsierten uns einmal mehr über diese faszinierenden Tiere. Nach dem Frühstück folgte ein toller Klippen-Walk. Ausgeschildert ist die Strecke als Scenic Drive („Aussichts-Fahrt“), aber wir wollten zu Fuss gehen. Hin und zurück sind es schliesslich nur zwei Kilometer, da wäre es ja lächerlich, das Auto zu nehmen. Wir spazierten also los (Roger in kurzen Hosen und T-Shirt, ich mit langen Hosen und Pulli ;-) ) und hatten vom ersten Moment an eine wunderbare Sicht aufs Meer. Nach ein paar hundert Metern erreichten wir dann auch schon die ersten Klippen und waren begeistert. Egal, ob wir nach links oder rechts schauten, wir sahen beidseits beeindruckende Klippen! Es ist schlicht und ergreifend faszinierend, was die Natur alles geschaffen hat und noch immer schafft! Wir spazierten entlang der Klippen weiter und in einer kleinen Bucht stiegen wir zum Strand hinunter. Dort befand ich mich mal wieder im Paradies! Wieso? Hier hatte das Meer unzählige Muscheln und Schneckenhäuser angeschwemmt und ich konnte meiner Sammlerlust frönen. Einfach herrlich! Danach spazierten wir noch etwas weiter den Klippen entlang und machten uns dann auf den Weg ins Dorf, genauer gesagt ins Little Bay Café, wo wir uns etwas erfrischten.
Später durfte auch noch Miss Abbi die Schönheiten der Klippen sehen. Wir machten zusammen mit ihr einen Scenic Drive auf der anderen Seite des Dorfes und waren hell begeistert! Dies war eindeutig einer der schönsten Scenic Drives, den wir bisher gemacht haben! Zuerst sahen wir kleine verträumte Buchten mit herrlichen Stränden und türkisblauem Meer und danach fielen die Steinklippen steil ins Meer. Zwischendurch stand auch noch die eine oder andere Skulptur auf den Klippen, welche nach einer Ausstellung von den Künstlern hinterlassen wurde. All das ergab eine besondere Atmosphäre, die wir sehr genossen.
Breakfast at the beach!
Idyllischer, kleiner Strand in Elliston
Traumhaft diese Klippen!
Meine Sammlung ;-)
Ob die wohl eine Nummer zu gross sind?
WOW!
Port Lincoln
Das Wochenende verbrachten wir in Port Lincoln, einer Hafenstadt. Bevor wir aber diese Stadt erreichten, durchfuhren wir von Elliston her eine wunderschöne Gegend. Die Strasse verlief etwas abseits des Meeres und wir sahen riesige verdörrte Grassteppen und ab und zu eine Baumgruppe. Ungefähr auf halber Strecke stoppten wir an einer Raststätte und wanderten etwas bergauf zum Lookout. Oben angekommen, hatten wir eine herrliche Aussicht aufs Meer und auf tolle Klippen. Zudem waren auch noch ein paar Surfer am Werk und versuchten, die richtige Welle zu erwischen.
Nur ein paar Kilometer weiter kamen wir dann bereits wieder in die Weizen-Gegend und die Landschaft wurde auch wieder grüner.
Kurz nach Mittag erreichten wir Port Lincoln und waren über die Grösse erstaunt. In Elliston wurde uns zwar gesagt, dass das eine City sei und wir ohne Karte verloren seien. Die Einwohnerzahl solle aber „nur“ 14'000 Leute betragen, also gleich viele wie in Esperance. Und Esperance kam uns bei Weitem nicht wie eine City vor. Aber hier trafen wir wirklich eine City an. Port Lincoln hat alles zu bieten, was das Herz begehrt: Riesige Einkaufszentren, Museen, Yacht Club, Kino, Garagen, Hotels, Restaurants usw.
Wir erkundigten uns zuerst im Visitor Centre nach dem Wetter der nächsten Tage und holten noch ein paar andere Infos ein, bevor wir uns dann in den McDonalds setzten. Wir konsumierten dort zwar auch etwas, aber in erster Linie nutzten wir das Gratis-Internet. Ja, in diesem Punkt ist McDonalds wirklich allen anderen einen Schritt voraus. Wir checkten also unsere Mails, schrieben das eine oder andere Mail und surften bei dieser Gelegenheit noch etwas im Netz umher. Anschliessend gingen wir einkaufen (bei dieser Gelegenheit erfüllte sich Roger wieder mal einen lang gehegten Traum) und buchten uns danach auf dem Campingplatz für zwei Nächte ein. Und auf diesem Campingplatz hatten wir nun endlich einmal Meersicht. Jep, der Campingplatz befindet sich nicht nur am Meer, man hat auch freie Sicht darauf! Wir suchten uns einen besonders schönen Platz und bauten unser Zelt auf. Was will man mehr an einem so sonnigen Samstag?
Zum Wochenabschluss, also am Sonntag, war noch Waschen angesagt. Aber nicht nur unsere Kleider erhielten ein ausgiebiges Bad, auch Miss Abbi wurde nass. Nach dieser Dusche strahlte sie wieder in ihrem schönsten Weinrot ;-)
Danach spazierten wir dem Meer entlang zur Old Mill und genossen von deren Dach die Sicht über Port Lincoln. Diese alte Mühle ist aus dem Jahre 1846 und somit das älteste, noch stehende Gebäude in Port Lincoln. Anschliessend war es Zeit für den ruhigeren Teil und wir suchten uns ein schönes Plätzchen, das kühle Getränke anbot ;-)
Campingplatz mit Meersicht!
Celeine, mit dieser Menge VB bist du nicht mehr so alleine!
Haha ;-)
Für Roger wurde ein Traum wahr ;-)
Das war sage und schreibe bereits unsere 48. Woche in Downunder! Erlebnisreich wie immer, windig wie eh und je und einfach schlicht und ergreifend umwerfend schön! Oder könnt ihr euch etwas Schöneres vorstellen, als Sealions in freier Wildbahn zu sehen oder einfach einen fünftägigen Kangaroo Island-Aufenthalt zu buchen?! Eben, wir nämlich auch nicht! ;-)
Wir wünschen euch eine schöne nächste Woche, in der ihr nochmals so richtig den Winter geniessen könnt ;-)
Ganz liebe und sommerliche Grüsse aus South Australia
Eure beiden Weltenbummler
Sibylle & Roger
