22. - 28. Februar 2010
Hi guys, did you watch the Olympic Games? Hoffentlich, denn was die Schweizer Athleten bisher erreichten, ist einfach fantastisch!
Wir haben leider meistens nur Wiederholungen gesehen oder die Resultate per sms erfahren, da es mit der Zeitverschiebung zwischen Australien und Kanada etwas schwierig war. But anyway, erfahren haben wir es ;-)
Auch wir haben uns in dieser Woche zwischendurch sportlich betätigt und dass sich der Sommer ganz langsam dem Ende neigt, war vor allem abends spürbar. Doch wir hatten auch noch eine ganz andere Herausforderung zu meistern. Der Zustand von Miss Abbi hat sich am Dienstag drastisch verschlechtert und ihr Öl-Konsum stieg in astronomische Höhen. Gut Zureden und Daumen drücken war angesagt!
Und wisst ihr was? The Great Ocean Road is still amazing!!!
Unsere Route in dieser Woche
Mount Gambier – Port Fairy – Apollo Bay – Geelong – Box Hill (Suburb of Melbourne)
Cape Bridgewater und Regen
Der Montag begann mit Sonne. Allerdings hielt dieses Wetter nur kurz und bereits um 10:00 Uhr, als wir den Campingplatz verliessen, brachte der Wind dicke Regenwolken mit sich. Unserem Tatendrang konnte der drohende Regen aber nichts anhaben und wir fuhren zuerst einmal nach Portland. Als wir dort in unseren kurzen Hosen und T-Shirts ankamen und aus dem Auto stiegen, froren wir uns ziemlich einen ab. Also schnell, schnell lange Jeans und Pulli anziehen und dann ab ins Woolworths zum Einkaufen. Mit gefüllten Taschen und etwas schmalerem Portemonnaie kamen wir wenig später wieder raus. Welches Wetter wir nun antrafen, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Es schüttete wie aus Eimern und wir rannten subito zu unserer Miss Abbi und verstauten unsere Einkäufe im Trockenen. Nur wenige Minuten später war der Spuk vorbei und es hörte auf zu regnen.
Jetzt fuhren wir von Portland ans Cape Bridgewater und schauten uns dort den Petrified Forest an. Forest (Wald) scheint hier allerdings etwas das falsche Wort zu sein, denn diese „Sandstein-Skulpturen“ entstanden sehr wahrscheinlich durch Wasser, das in die Risse der Felsen lief und dort Kanäle bildete. Im Laufe der Jahre wurden durch Wind und Wasser Gebiete dieser „Untergrund-Kanäle“ freigelegt. Da das Ganze aber stark an Baumstämme erinnert, entstand auch die Theorie, dass dort früher ein Wald stand. Durch das stürmische Wetter wurde Sand und Salz durch das Meerwasser an die Baumstämme gepresst und so wurde der Wald „konserviert“. Wie zu allen Phänomenen auf unserer tollen Erde gibt es eben auch hier mehrere Theorien, welche mehr oder weniger Anhänger haben. Uns ist das egal, wir genossen einfach den Anblick.
Etwas weiter vorne schauten wir uns dann das Blowhole an. Für dieses Schauspiel war das raue Wetter von diesem Tag perfekt. Das Meer wurde so richtig gegen die Küste gepeitscht und so entstanden in dem Blowhole riesige Wasserfontänen. Sehr beeindruckend!
Da sich nun langsam aber sicher wieder der Regen anmeldete, verzichteten wir auf einen grösseren Walk und fuhren weiter nach Port Fairy. Unterwegs regnete es immer wieder und auch als wir auf dem Campingplatz ankamen, regnete es in Strömen. Und so sollten wir unser Zelt aufbauen? Hmmm… Naja, wir hatten ja Zeit und mit etwas Geduld besserte sich auch das Wetter für einen kurzen Moment. Diese Regenpause nutzten wir, um unser Zelt aufzubauen (jaja, wir sind wirklich richtig schnell geworden in den vergangenen Monaten) und als es stand, musste es gleich in den ersten Minuten beweisen, dass es wirklich regendicht ist. Und wisst ihr was? Es hielt und hielt und hielt!
Für uns war es nun Zeit zum Kochen und wir brutzelten uns wieder mal Chicken Wings. Yummy ;-) Gegen die Kälte halfen Pulli und Jacken. Tja, mit den 40 – 50 Grad Celsius ist es nun definitiv vorbei ;-(
Petrified Forest
Jaja, die Beweglichkeit von Roger ist schon nicht schlecht. Aber beachtet doch bitte mal den Kleidungs-Stil.
Eine stürmische Sache!
Und wieder mal ein BBQ!
*yummy*
Grampians National Park
Bevor ich hier gleich lang und breit unseren Ausflug in den Grampians NP beschreibe, muss ich eines vorweg nehmen. Es war ein absolut wunderschöner Tag!
Zu unserem Erstaunen gab es keine regnerische Nacht und wir konnten am Dienstagmorgen doch tatsächlich unsere Pullis und Windjacken gegen T-Shirts und kurze Hosen tauschen. Herrlich ;-)
So nahmen wir bei schönstem Sonnenschein den Weg in den Grampians NP unter die Räder und fuhren zuerst auf den Mt. William. Mit 1'167 m. ü. M. ist dies der höchste Punkt im ganzen NP. Die ersten zehn Kilometer konnten wir auf einer steilen, kurvigen und sehr engen Bergstrasse hochfahren, die letzten zwei Kilometer mussten wir zu Fuss bewältigen. Miss Abbi war froh, als sie sich auf dem Parkplatz ausruhen konnte und wir gönnten ihr diese Pause von ganzem Herzen.
Wir zwei wanderten nun noch die zwei Kilometer bis zum Gipfel und kamen bei dem happigen Aufstieg ganz schön ins Schwitzen. Für diese ganze Anstrengung wurden wir oben belohnt. Die Aussicht war fantastisch! Auf der einen Seite sah man die verschiedenen Bergzüge und auf der anderen Seite sah man ins Flachland runter. Einfach nur wunderschön! Die Felsen strahlten in den schönsten Rot- und Brauntönen in der Sonne und alles war von einem schönen Grün überdeckt.
Dies sollte aber nicht die einzige tolle Aussicht des Tages bleiben. Als wir wieder zurück beim Auto waren, fuhren wir den Berg wieder runter und den nächsten gleich hoch. Arme Miss Abbi, sie hatte ganz schön zu schwitzen.
Wieder in der Höhe angekommen, machten wir einen kurzen Walk zu einem der berühmtesten Felsvorsprünge Australiens: The Balconies. Auch hier war die Aussicht wieder herrlich und vor den Balconies zu stehen, die man sonst immer nur auf Bildern sieht, war schon toll. Aber eben, drauf stehen darf man definitiv nicht mehr ;-(
Danach war für uns langsam aber sicher die zwei stündige Rückfahrt nach Port Fairy angesagt. Aufgrund der Zeit setzte nun schon langsam die Dämmerung ein und vorsichtiges Fahren war nun besonders wichtig. Denn in der Dämmerung wagen sich die Tiere hervor und überqueren dann nicht selten die Strassen. Auch heute war das nicht anders und wir sahen einige Känguruhs am Strassenrand stehen oder sitzen. Zum Glück blieben aber alle, wo sie waren und so kamen wir unversehrt wieder auf unserem Campingplatz an.
Miss Abbi hat den Tag gut gemeistert, doch mit ihren verstärkten Rauchzeichen aus dem Auspuff, gibt sie uns deutlich zu verstehen, dass sie so was nicht mehr all zu oft machen will.
Wow, diese Berge waren wirklich imposant!
Also Autostop war das nicht ;-)
Eher eine Beurteilung des Panoramas!
Roger hoch über dem Flachland.
The Balconies
Great Ocean Road (1. Teil, Mittwoch)
Was andere Leute nie in ihrem Leben zu sehen bekommen (und vielleicht gerne würden), konnte ich am Mittwoch und Donnerstag bereits zum zweiten Mal bereisen. Die Great Ocean Road! Roger freute sich schon seit Monaten auf diese Strecke und nun war es endlich soweit.
Das Wetter war mit Sonne, warmen Temperaturen und nur wenig Wind perfekt und wir erlebten einen wunderschönen und unvergesslichen Tag! Was wir alles gesehen haben, ist schwierig in Worte zu fassen. Deshalb mache ich es ganz einfach: Schaut euch die Bilder dieses Tages an und lasst euch auf diesem Weg in die Welt der Klippen, des Meeres, der skurrilen Klippenformationen und der unbeschreiblichen Schönheit der Great Ocean Road entführen!
Bay of Islands
Für uns einer der schönsten Orte auf der Great Ocean Road.
Spass muss sein ;-)
The Grotto
London Bridge
Ups, das hätte ich ja nun beinahe vergessen!
The Arch
The twelve Apostles
(oder was davon übrig blieb)
Da sind ja auch noch zwei ;-)
Arme Miss Abbi
Miss Abbi hat sich von dem Zwischenfall auf der Fahrt nach Robe gut erholt, aber die Bergstrecken im Grampians NP und auf der Great Ocean Road haben ihr arg zugesetzt. Inzwischen verbrennt sie das Öl nicht einmal mehr, sondern „spritzt“ es unverbrannt über den Auspuff raus. Dementsprechend sah auch unsere Kofferraum-Türe aus. Und als wäre das nicht schon genug, hinterliess sie in der Apollo Bay schon nach wenigen Minuten Parkieren eine grosse Öl-Lache am Boden. Ups…
Sowieso ist ihr Öl-Verbrauch wahnsinnig gestiegen und Miss Abbi hat sich zu einem richtigen Schluckspecht entwickelt. Müsst euch folgende Zahlen mal zu Gemüte führen:
Carnarvon: 1 Liter Öl / 500 km
Normanville: 1, 5 Liter Öl / 300 km
Port Fairy: 2 Liter Öl / 250 km
Apollo Bay: 1 Liter Öl / 100 km
Eine ganz schön beachtliche Menge! Doch wir sagten uns immer, wenn es das ist, was unser Girl für den Weg nach Melbourne braucht, dann soll sie es auch bekommen.
Great Ocean Road (2. Teil, Donnerstag)
Wahrscheinlich haben wir beide in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von dem herrlichen ersten Tag auf der Great Ocean Road geträumt. So genau können wir uns nicht mehr erinnern ;-) Aber an unsere letzte Tat vor dem Schlafengehen erinnern wir uns noch genau: Wir sprachen Miss Abbi gut zu, dass sie noch bis am Freitagabend durchhält und wir bedankten uns bei ihr (wie wir das immer wieder gemacht haben), dass sie uns wieder mal gut an unser Ziel geführt hat.
Das Wetter startete am Donnerstag nicht ganz so sonnig wie am Mittwoch, aber es besserte sich von Stunde zu Stunde. Wir machten zuerst einen Spaziergang durch Apollo Bay, wo wir übernachtet hatten. Apollo Bay liegt wunderschön eingebettet zwischen Meer und saftig grünen Hügeln und ist ein Abstecher wert.
Anschliessend fuhren wir weiter und machten nach ca. 30 km den ersten Stop bei einem wunderschönen Lookout. Dort sah man auf die Küste zurück, die wir am Vortag befahren hatten. Ein wunderschönes Bild! Weniger schön war das Bild, welches Miss Abbi bot. Sie verlor nun etwas mehr Öl und wir entschieden uns, keine unnötigen Stops mehr einzulegen. Unser Girl sollte schliesslich die restlichen Kilometer schaffen.
Auf einen Stop aber konnten wir nicht verzichten. In Torquay befindet sich nämlich einer der berühmtesten Surf-Strände Australiens. Der Bells Beach kommt sogar im Film „Gefährliche Brandung“ vor, was mit ein Grund war, dass wir uns den unbedingt anschauen mussten. Auf dem Weg lag er ja schliesslich ;-) Der Strand ist wirklich schön und Surfer hatte es auch eine ganze Menge. Leider waren alle ziemlich weit draussen und ich konnte nicht wirklich sehen, ob alle gut durchtrainiert waren ;-)
In der Stadt versuchten wir dann nochmals Öl für unsere „Meite“ zu kaufen, was gar nicht so einfach war. Hätte sie ein Surfboard oder sonstiges Surfzubehör benötigt, wäre das einiges einfacher gewesen. Aber mein Held hat auch das geschafft ;-)
Unser Nachtlager schlugen wir dann in Geelong auf und plauderten noch stundenlang mit netten Leuten aus der Umgebung.
Und wisst ihr, was wir vor dem Einschlafen machten? Genau: Wir sprachen Miss Abbi unser ganzes Vertrauen aus, dass sie die letzten paar Kilometer bis nach Box Hill am folgenden Tag schaffen wird!
AMAZING!
Tropf, tropf...
Einfach schön!
Bells Beach, Torquay
Roger versuchts mal mit einer Trockenübung ;-)
Goodbye Miss Abbi ;-) We will miss you!
Zuversicht, Hoffnung, Bangen, Abschied nehmen, ein paar Tränen und trotz allem, glückliche Umstände prägten den Freitag. Aber der Reihe nach.
Miss Abbi erhielt am Morgen nochmals eine nicht ganz unbeachtliche Menge an Öl-Verdicker eingefüllt und wir waren uns ganz sicher, dass dies das Wundermittel war, was unser Girl für den Weg nach Box Hill brauchte. Dass wir mitten durch Geelong fuhren, blieb dann auch nicht unbemerkt, da zum Auspuff dicker Rauch kam. Was solls, es waren ja nur noch ein paar Kilometer.
Kurz nach Geelong fuhren wir auf den Freeway, wo es ziemlich gut voran ging. Um Nach Box Hill zu kommen, mussten wir Richtung Flughafen fahren, was die Orientierung für den ersten Teil der Strecke etwas erleichterte. Miss Abbi schwächelte etwas, war aber tapfer. Doch ca. 15 km vor dem Flughafen sah alles etwas anders aus. Ich versuche euch die Situation hier mal zu veranschaulichen:
Roger: „Schätzu, wir haben fast keinen Öl-Druck mehr.“
Ich: „Heisst das, dass wir kein Öl mehr im Öl-Tank haben?“
Roger: „Ich bin mir nicht sicher. Aber wir fahren ja auch nur langsam, was den tiefen Druck erklärt.“
Ich: „Naja, wir fahren immerhin 80 km/h.“
Roger schaute zuerst mich und dann den Tachometer geschockt an und sagte: „Fahr sofort auf den Pannenstreifen.“
Gesagt, getan und als ich auf dem Pannenstreifen abbremste und in den vierten Gang runter schaltete, gingen bei unserer Miss Abbi sämtliche Lichter aus. Leider für immer *snief*
Wir versuchten es zwar nochmals mit einer neuen Portion Öl, aber Miss Abbi liess sich nur noch ein Mal für ein paar wenige Sekunden starten und dann wars vorbei.
Hier standen wir nun. Mitten auf dem Freeway, ohne Versicherung im Pannenfall (als Ausländer nicht erhältlich) und bei über 30 Grad Celsius. Was nun? Naja, da gab es eigentlich nur eine Lösung. Wir riefen Franz an, bei dem wir uns für den Nachmittag angemeldet hatten. Ihm schilderten wir nun unsere Situation. Er liess sich von Roger ganz genau erklären, wo wir stehen und meinte, dass er so in etwa einer Stunde bei uns sein werde. Bezüglich Abschleppen erhielten wir von ihm die Info, dass dies auf dem Freeway nicht erlaubt sei. Na dann: „Guet Nacht am sächsi!“
Dank einer hohen Mauer konnten wir im Schatten auf Franz warten und wurden von den anderen Autofahrern unter die Lupe genommen. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Abschleppunternehmen in der Zwischenzeit durchfuhren. Unglaublich! Einige von ihnen hätten sogar noch Platz für unsere Miss Abbi gehabt. Aber eben…
Franz fand uns dann tatsächlich und bot uns zuerst gleich mal ein kühles Getränk an. So hatten wir uns unser Wiedersehen mit ihm eigentlich nicht vorgestellt, aber ändern konnten wir es nun auch nicht. Trotz dem Verbot war für ihn klar, dass er uns abschleppt (mit seinem kleinen Toyota, versteht sich) und wir so zumindest mal ab dem Freeway kommen. Ich war wie immer in solchen Situationen etwas kritisch, während Roger die Idee super fand. So montierten wir also unser neues Abschleppseil (konnten wir es doch noch gebrauchen) und los gings. Ich setzte mich bei Franz ins Auto und lotste ihn anhand der Strassenkarte ab dem Freeway. Das Ganze war eine abenteuerliche Fahrt und ich war froh, als wir bei einer Tankstelle anhielten.
Wie es der Zufall wollte, stand an der Tankstelle ein Lastwagen von einem Abschleppunternehmen. Als wir ausstiegen, sagte ich zu Roger: „Genau das bräuchten wir jetzt!“ Ihr fragt euch nun, wieso? Nun, Miss Abbi konnte keinen Meter weit mehr fahren und musste irgendwie verkauft werden.
Der Zufall half uns weiter und so kam der Chauffeur dieses Lastwagens auf uns zu und fragte, ob alles ok sei. Das war es natürlich nicht und wir erklärten ihm unser Dilemma. Er schaute sich das Auto an und fragte uns, was wir denn noch haben wollen dafür. Wir einigten uns rasch auf einen Preis und er holte die Papiere. Während er alles ausfüllte, leerten wir unsere Miss Abbi. Ich konnte nun meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Für uns war Miss Abbi nicht nur ein Auto, sie war ein Familienmitglied und ohne sie wäre so vieles nicht möglich gewesen! Und dass wir sie nun innerhalb von wenigen Minuten einfach leer räumen und weggeben mussten, machte den Abschied nicht einfacher. Im Gegenteil.
Da Miss Abbi abgesehen vom Motor noch in einem sehr guten Zustand ist, wird sie weiterfahren können. Sie wird dem Chef des Abschleppunternehmens als Zug-Pferd für sein Boot dienen. Unsere Miss Abbi mit einem (vielleicht riesigen) Boot hinten dran. Eine schöne Vorstellung ;-)
Wir standen nun mit all unseren Kisten neben dem kleinen Toyota von Franz und sahen noch nicht so ganz, wie das alles ins Auto passen sollte. Aber es passte. Nur können wir euch das leider nicht mit einem Foto zeigen, da ich dies in der ganzen Hektik irgendwie vergessen habe. Sogar ich fand auf dem Rücksitz noch etwas Platz und eine Stunde später trafen wir bei Franz in Box Hill ein. Hier konnten wir nun die Erlebnisse des heutigen Tages setzen lassen, was auch dringend nötig war.
***Miss Abbi, trotz aune Turbulänze bisch du e Goudschatz gsi u ohni di hätte mir ganz viu nid chönne erläbe! Thank you for all Miss Abbi, our Girl! We will miss you!***
Ein letztes Mal packten wir alles in unsere Miss Abbi.
Wenige Stunden später standen wir auf dem Freeway und warteten auf Franz.
Miss Abbi war leer und unser gesamtes Hab und Gut stand daneben.
Wiedersehen mit Franz
Franz habe ich ja nun schon ein paar Mal erwähnt und ihr fragt euch sicherlich schon lange, woher wir ihn denn nun kennen. Nun, das lässt sich relativ leicht erklären.
Als wir in Halls Creek landeten und dort eine gefühlte Ewigkeit verbrachten, bis endlich der Schaden bei unserer Miss Abbi erkannt und behoben wurde, lernten wir Franz kennen. Er war zu diesem Zeitpunkt mit seinem Schwager Heinz (bei ihm konnten wir im Oktober/November Miss Abbi einstellen) unterwegs und wie es der Zufall wollte, hatten auch sie ein Problem mit ihrem Auto und fragten bei der Toyota Garage in Halls Creek um Rat. So kamen wir mit den beiden ins Gespräch und Franz bot uns damals schon eine Übernachtungsmöglichkeit und seine Hilfe bezüglich Auto-Verkauf an. Diese beiden Angebote nahmen wir natürlich nur all zu gerne an, aber dass er uns schlussendlich abschleppen musste, war wirklich nicht geplant.
An dieser Stelle danken wir Franz ganz herzlich für seine flotte Hilfe! Das war super! Sowieso fühlten wir uns bei euch, Franz und Inge, sehr wohl und wir bedanken uns ganz herzlich für die Gastfreundschaft!
Melbourne and surround
Nachdem wir Ende Oktober bereits einen verregneten, halben Tag in Melbourne verbracht hatten, waren wir nun gespannt, was uns diesmal erwartete. So machten wir uns nach dem Frühstück mit dem Zug auf den Weg in die City. Der Himmel war bewölkt und Regen war vorausgesagt. Aber das kann ja in Australien und besonders in Melbourne stündlich ändern.
Wir spazierten zuerst durch „Little Italy“, dort reiht sich ein italienisches Café oder Bistro ans andere. Aber wirklich speziell fanden wir dies nicht. Von dort aus ging es dann in den Queen Victoria Market. Hier gab es ein riesiges Angebot an Früchten, Gemüse, Fleisch, Kleidern, etc. Wir spazierten gemütlich durch und genehmigten uns dann einen kleinen Lunch. Diesmal klang das Ganze aber eher deutsch als australisch: Bratwurst with Sauerkraut (für mich mit onions). Lecker war es ;-)
Anschliessend fuhren wir mit dem Sightseeing Tram zu den Docklands. Dort befindet sich ein kleiner Hafen, der unter anderem mit schönen und sehr farbenfrohen Gebäuden umgeben ist. Ziel war hier das James Squire Brewhouse & Restaurant. Roger konnte sich fast nicht entscheiden, welches Bier er denn nun versuchen sollte, während ich mich rasch für ein Glas Moscato entscheiden konnte ;-) Aber ihr müsst euch keine Sorgen machen, auch Roger wurde fündig und er genoss es sehr. Wie könnte es auch anders sein ;-)
Etwas beschwipst wollten wir dann nochmals mit dem Sightseeing Tram fahren. Das machten wir dann auch, allerdings erwischten wir die „falsche“ Richtung. An und für sich nicht schlimm, da es im Kreis fuhr. Wir hatten aber um 18:00 Uhr mit Franz abgemacht und wollten vorher noch etwas essen gehen. So sassen wir aber nun einiges länger im Tram (jaja, lacht ihr nur) und es reichte gerade noch für einen kleinen Snack im McDonald’s. Dafür waren wir dann pünktlich am Federation Square ;-) Von dort aus gingen wir dann mit Franz zur Myer Music Bowl. Dies ist eine überdachte Bühne im Botanischen Garten, welche unter anderem für gratis Konzerte genutzt wird. So auch an diesem Abend. Es fand das letzte von vier gratis Sidney Myer Free Concerts with the Melbourne Symphony Orchestra statt. Und wir waren bei Weitem nicht die Einzigen, die sich dieses Konzert anhören wollten. Die Wiese vor der Bühne war gut besetzt und alle sassen auf ihren Picknick-Decken und hatten etwas zum Knabbern und zum Trinken dabei. Eine tolle Stimmung. Auch der gelegentliche Regen konnte all dem nichts anhaben. Es war eine ganz tolle Sache und ein schöner Abschluss des Tages.
Auch den Sonntag widmeten wir wieder Melbourne, aber diesmal erkundeten wir auch noch etwas die Vororte. Franz war so lieb und fuhr am Morgen mit uns zuerst nach Williamstown. Von dort aus hat man eine schöne Sicht auf die Skyline von Melbourne. Allerdings spielte das Wetter nicht so ganz mit und es war alles grau in grau.
Wir fuhren dann an den Brighton Beach, wo die bekannten farbenfrohen Strandhäuschen stehen. Dort war es sehr windig und ziemlich kalt. Naja, dafür gibt es ja warme Kleider ;-) Von dort aus fuhren wir dann nach St. Kilda. Dies ist ein lebhafter Vorort, in dem unter anderem auch das Rotlicht-Milieu zu Hause ist. Wir spazierten etwas durch die Strassen und bei einem Café mit einem riesigen Angebot von Desserts konnten wir einfach nicht vorbei gehen. So etwas wie dort haben wir noch nie gesehen. Das Café war sehr klein, aber die Vitrine war proper voll mit allen möglichen Desserts. Ein Paradies und die Entscheidung fiel nicht leicht ;-)
Danach spazierten wir noch zum Jetty, wo uns Franz dann auch schon verlassen musste. Wir zwei machten noch einen Spaziergang bis ans Ende des Jettys und siehe da, am Ende entdeckten wir in den Felsen tatsächlich noch zwei kleine Pinguine!
Später wollten wir mit dem Tram zurück in die Stadt fahren. Die richtige Haltestelle fanden wir dann auch, allerdings war das mit den Tickets so eine Sache. Aber was soll man machen? Fuhren wir halt schwarz…
Nach diesem Abenteuer schauten wir uns die Rod Laver Arena an (nur von aussen). Dort findet alle Jahre das Australien Open statt. Von dort aus spazierten wir zum Federation Square und genossen dort eine Portion Nachos. Yummy, immer wieder lecker ;-)
Nach einem kurzen Rundgang in der Shopping Mall, machten wir uns auf den Weg zum Eureka Tower. Dies ist das höchste Gebäude in Melbourne und die höchste Aussichtsplattform der südlichen Hemisphäre. Wir besorgten uns unsere Tickets und fuhren mit dem Lift (9m/Sekunde) in den 88. Stock. Von dort aus hatten wir eine grandiose Aussicht über ganz Melbourne. Da es zu Beginn noch fast hell war, sahen wir sogar den Hafen mit der Fähre, die nach Tasmanien fährt. Etwas später war es dann ganz dunkel und mit all den Lichtern sah die Stadt einfach wunderschön aus. Dies war wirklich ein Highlight unseres Melbourne-Besuches und ist nur zu empfehlen!
Ja, so endete unser Melbourne-Abenteuer. Wie uns die Stadt gefällt? Hmmm…Die Docklands, der Eureka Tower und das James Squire Brewhouse sind super! Ansonsten hat uns diese Stadt nicht so sehr gepackt, aber wenn man Theater, Konzerte und Kunst entdecken will, ist man in Melbourne sehr gut aufgehoben.
Roger im Bier-Glück, ein erstes Mal an diesem Tag ;-)
Queen Victoria Market
Da gab es wirklich alles, was das Herz begehrt ;-)
Schieflage zum Ersten ;-)
Schieflage zum Zweiten ;-)
Faszinierende Architektur
Roger im Bier-Glück, zum zweiten Mal an diesem Tag ;-)
The Docklands
Music Bowl
Links im Bild seht ihr Franz.
Wie immer um das Wohl seiner Gäste bemüht.
Ein bisschen Regen, was ist das schon?
Segelboote von Williamstown und Skyline von Melbourne
Brighton Beach
*yummy*
Und hier findet jeweils das Australian Open statt!
Eureka Tower
Auch wenn die Foto etwas unscharf ist, die Aussicht war phänomenal!
Wir zwei im 7. Himmel (oder eben im 88. Stock) und überglücklich!
Die Zeit läuft…tick tack…
Langsam aber sicher rückt unsere Rückkehr in die Schweiz immer näher und wir denken vermehrt daran. Die Gefühle, welche dabei hochkommen, sind gemischt. Wie schon vor einem Jahr, als die Abreise nach Australien unmittelbar bevorstand. Damals freuten wir uns extrem auf Australien und alle bevorstehenden Erlebnisse und Herausforderungen und der Abschied von der Schweiz fiel uns nicht all zu schwer. Denn wir wussten ja, dass wir im Frühling 2010 wieder zurück kommen werden. Der Abschied von unserer Familie und unseren Freunden fiel uns dagegen schon etwas schwerer und wir waren froh, dass heutzutage Telefone und Internet allgegenwärtig sind und uns so etwas näher zu unseren Liebsten bringen.
Nun, fast ein Jahr nach unserer Abreise, steht wieder ein Abschied bevor. Doch im Gegensatz zu 2009 verabschieden wir uns jetzt von einem Land, das wir vielleicht nicht nochmals wieder sehen. Ein Land, das uns vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen hat und nie mehr los liess. Australien hat seinen ganz eigenen Charakter (wie wohl jedes Land dieser Erde) mit unbeschreiblich schönen und unterschiedlichen Landschaften, einer faszinierenden Tierwelt, einer interessanten Kultur (es soll bloss niemand behaupten, die Australier hätten keine Kultur) und einem tollen Klima. Zudem lernten wir hier wahnsinnig liebe Menschen kennen und schlossen neue Freundschaften. Und zwischendurch spielten wir wirklich mit dem Gedanken, hier zu bleiben. Dann kamt ihr uns aber in den Sinn und wie gut uns doch die Schweiz gefällt. Ein Leben ohne unsere Familie und all unsere Freunde können wir uns nämlich nicht vorstellen und die vier Jahreszeiten würden wir auf die Dauer auch vermissen. Das sind dann auch schon die Gründe, weshalb wir uns auf die Rückkehr in die Schweiz freuen. Wieder mit euch zu grillen, stundenlang zu quatschen, in der Suteria „zmörgele“, lustige Skitage, „Huduwätter“, grüne Wiesen zu allen Jahreszeiten, Raclette und Fondue, in der Stadt von Bar zu Bar ziehen, Lena hüten, all die neugeborenen Kinder in unserer Familie und in unserem Freundeskreis kennenlernen und noch ganz vieles mehr. Auf das alles freuen wir uns sehr! Ihr seht, auswandern wäre nicht wirklich in Frage gekommen ;-)
Ob unser Fernweh nun gestillt ist? Nun, das wissen wir selbst nicht so genau. Eines wissen wir aber: Es gibt noch so viele schöne Plätze auf dieser Erde (manche näher, manche ferner), die wir noch erkunden wollen und mit etwas Glück auch werden. Und wer weiss, vielleicht besuchen wir die Kimberleys doch noch mal ;-)
Auf jeden Fall konnten wir uns hier einen ganz grossen Traum erfüllen und dafür sind wir sehr dankbar! Wir wissen, dass dies alles andere als selbstverständlich ist und genossen (und geniessen noch immer) diese Zeit in vollen Zügen und ganz bewusst! Es ist ein einmaliges Erlebnis, das uns niemand wegnehmen kann und uns sehr viel bedeutet!
So, jetzt wissen alle, die uns in den letzten Wochen vermehrt auf unsere Gedanken bezüglich Rückkehr in die Schweiz angesprochen haben, was uns durch den Kopf geht.
Hui, eine Woche, in der so einiges lief und es uns nie langweilig wurde. Ok, langweilig war es uns hier in Downunder ja grundsätzlich nie ;-)
Dass wir unsere Miss Abbi einfach so weggeben mussten, hat uns (oder vor allem mich) doch schon noch ein Weilchen beschäftigt. Aber so ist das Leben. Alles geht mal zu Ende und dadurch gibt es auch wieder Raum für Neues.
Wir freuen uns jetzt auf jeden Fall auf unsere Abenteuer in Tasmanien und werden euch ganz genau berichten, was wir dort erleben.
Bis dahin wünschen wir euch eine schöne Zeit, geniesst den Winter noch etwas und falls sich der Frühling ankündigt, gibt es nur eines: Sofort ein bisschen Schnee sammeln und für uns einfrieren ;-)
Have a nice day and enjoy yourself ;-)
Sibylle & Roger
