8. - 14. März 2010
Hi mate, what are you doing? Sorry, what a question. You’re reading our news! *smile*
Wir für unseren Teil blicken einmal mehr auf eine abwechslungsreiche und sehr schöne Woche zurück. Das Wetter zeigte sich von allen möglichen Seiten und wir sahen sogar ein paar Schneeflocken. Doch auch sommerliche Temperaturen begleiteten uns und wir gönnten uns (unfreiwillig) für einmal eine Nacht im Motel. Und wisst ihr was? Ich sah meinen geliebten Platypus!
Neugierig? Ja, das wären wir jetzt also auch. Um diese Neugier zu beruhigen, gibt es nur ein Rezept: Weiterlesen ;-)
Unsere Route in dieser Woche
Legana – Cradle Mountains – New Norfolk – Hobart – Healesville (Yarra Valley) – Ebden – Cooma (via Snowy Mountains)
Cradle Mountains National Park…oder so ähnlich…
Die neue Woche begann regnerisch und wir zweifelten ein erstes Mal an unserem Plan, in die Cradle Mountains zu fahren. Trotzdem fuhren wir am morgen los Richtung Cradle Mountains NP und wir waren zuversichtlich, dass der Regen nachlassen wird. Als es dann aber auf halbem Weg sintflutartig regnete und kein Ende zu nehmen schien, änderten wir unsere Route und fuhren doch noch nach Devonport (war ja eigentlich nicht geplant, doch man muss flexibel sein). Zwischendurch fuhren wir bei einer Art Schaukäserei vorbei und da Tasmanien bekanntlich sehr guten Käse herstellt, schauten wir auch kurz rein. Bei der Käse-Degustation sagten wir natürlich nicht nein und eine Fondue-Mischung suchten wir auch noch. Aber eben…
Auf der Weiterfahrt nach Devonport verschwanden dann die Regenwolken und die Sonne kam hervor, so dass wir die Hafenstadt bei schönstem Wetter erreichten. Ob dieses Wetter wohl noch bis morgen halten wird? Hmmm…Wir fragten im Infocenter mal nach und es schien nicht all zu schlecht aus, aber eben auch nicht all zu gut. Kurz gesagt: Sehr durchzogen und es könne sehr rasch wechseln. Lange überlegen mussten wir nun allerdings nicht mehr. Wir wollten es mit den Cradle Mountains versuchen und fuhren noch an diesem Nachmittag dorthin. Auf einem coolen Campingplatz ergatterten wir ein lauschiges Plätzchen und richteten uns für die Nacht ein. Eine sehr kalte Nacht, wie sich herausstellen sollte.
Am Dienstagmorgen wachten wir bei Regen auf und ich war halb verfroren. Läck, war das eine a…kalte Nacht. Ich sehnte mir für einmal das Klingeln des Weckers herbei, damit ich endlich aufstehen und warm duschen gehen kann.
Unser armes Zelt musste leider auch wieder nass eingepackt werden und wir waren bei dieser Aktion angezogen wie im Winter und ein paar Handschuhe wären nicht fehl am Platz gewesen. Doch ihr kennt uns ja, auch solch widrige Umstände können uns nur schwer etwas anhaben ;-)
Vom Campingplatz aus fuhren wir zum nahe gelegenen Infocenter des Cradle Mountains NP und der stetige Regen zeigte uns bereits, dass unsere Wanderung wohl ins Wasser fallen wird. Der nette Herr im Infocenter bestätigte dann auch unsere Vorahnung: Den ganzen Tag Regen, 6 – 9 Grad Celsius und auf den Abend hin Schnee. Brrrr, jetzt war mir auch klar, wieso ich in der Nacht beinahe erfroren bin. Es war nämlich nur knapp über 0 Grad Celsius!
Wir strichen also unseren geplanten 2 – 3 stündigen Walk im NP und machten uns auf den Weg nach Queenstown. Hier stiess man 1881 in den umliegenden Bergen auf Zinn und Kupfer, dessen Abbau ein paar Leute reich machte, aber die Natur dauerhaft schädigte. Von der damals üppigen Vegetation zeugen heute nur noch ein paar abgestorbene Bäume. Die meisten Bäume wurden gefällt, damit Hochöfen geheizt werden konnten, um die Kupferschmelzerei zu betreiben. Dadurch wurden aber Schwefeldämpfe freigesetzt, welche die verbleibende Vegetation vernichteten. Und die ausgiebigen Regenfälle trugen ihr Übriges dazu bei. Inzwischen sind die Zinn- und Kupfervorkommen fast erschöpft, doch der Schaden an der Natur kann nicht mehr behoben werden. Dementsprechend hatten wir bei der Durchfahrt wirklich das Gefühl, eine Mondlandschaft zu erkunden. Es ist immer wieder traurig zu sehen, wie die Natur nachhaltig geschädigt wird, wenn der Mensch Geld sieht.
Wir sahen dann auch noch etwas besonderes, allerdings nicht Geld. Als wir anhielten, um einen Wasserfall zu fotografieren, fielen ein paar wenige Schneeflocken! Das ist kein Witz!
Nach einer weiteren kurvenreichen Fahrt wieder die Berge hinunter, erreichten wir am späten Nachmittag New Norfolk, wo wir auf dem Campinplatz für einen Zeltplatz fragten. Der Betreiber winkte aber sofort ab und sagte uns, dass in der kommenden Nacht ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu über 100 km/h gemeldet sei und er uns kein Zelt aufstellen lassen will. Wir sollten im Motel übernachten. Ok, passt zwar nicht in unser Budget, aber weggefegt werden macht auch keinen Spass. Und schliesslich haben wir ja genau vor einem Jahr die Schweiz verlassen und am Mittwoch werden wir das einjährige Jubiläum in Australien feiern, da kann man sich doch mal ein gemütliches Motelzimmer gönnen ;-)
Im Junction Motel wurden wir dann auch fündig und bekamen sogar ein Sonderangebot: Ein Family Room (zwei Zimmer, vier Betten) zum Preis eines Double Rooms. Solche Angebote soll man ja nicht ausschlagen ;-)
So stiessen wir an diesem Abend mit einem feinen Tropfen und bei einer leckeren Pizza auf unser australisches Jubiläum an! Cheers ;-)
Naja, ob es bei dieser Kuh wirklich einen elektrischen Zaun braucht, weiss ich ja nicht.
Und jedem sein Briefkasten ;-)
Da lachten wir noch und hofften auf eine nicht all zu kalte Nacht...
...und da sah alles schon ein wenig anders aus.
*brrrr*
Waterfall
Der letzte Tag in Tasmanien
Jaja, der Mittwoch war tatsächlich schon unser letzter Tag in Tasmanien und wir schauten uns nochmals einige Sachen an. Zuerst machten wir uns aber ein paar Gedanken darüber, dass wir seit genau einem Jahr in Australien sind. Unglaublich, dass unsere Ankunft wirklich schon ein Jahr her ist und noch unglaublicher, was wir in diesem letzten Jahr alles erleben durften! Ein Traum, der wahr wurde!
Nun aber zu unserem Tagesprogramm. Wir fuhren zuerst in den Ort Bushy Park (Möchtet ihr dort leben?) und schauten uns die Hopfen-Felder an. Roger war das nämlich ein besonderes Anliegen und ich hatte auch noch nie ein solches Feld gesehen. Und es sah wirklich interessant aus. Der Hopfen wir an Schnüren hochgebunden und erinnert so etwas an Stangenbohnen.
Anschliessend statteten wir einer Lachs-Züchterei einen Besuch ab. Dort konnten wir in den schön angelegten Fischbecken zum Teil riesige Lachse beobachten und im angrenzenden Fluss hielten wir (erfolglos) nach dem Platypus Ausschau. Nach einer Pancake-Stärkung (dafür ist das Restaurant der Züchterei bekannt) ging unsere Fahrt weiter auf den 1'270 m hohen Mount Wellington, der Hausberg von Hobart. Bei unserer Anfahrt tummelten sich Wolken um den Gipfel, es sah aber danach aus, dass sich diese langsam verziehen. Als wir dann aber oben ankamen, hatten sich die Wolken so richtig ausgebreitet, es nieselte und dank dem kalten Wind fühlten sich die gemessenen 5 Grad Celsius nach 0 Grad Celsius an. Schon wieder ein Fall für unsere dicken Winterjacken. Trotz den kalten und nassen Umständen gingen wir zum Lookout und sahen genau nichts. Aber wir waren dort ;-)
Da sich die Wolken nur um den Berggipfel herum gesammelt hatten, wurde es auf der Rückfahrt immer wie sonniger und etwa auf halbem Weg hatten wir dann eine tolle und wolkenlose Aussicht. Und als wir wieder in Hobart unten waren, herrschte dort das schönste Wetter mit knapp 20 Grad Celsius. Doch der Gipfel des Mount Wellington war nicht zu sehen.
Richmond war dann unser nächster und auch letzter Stop des Tages. Dieses kleine Kolonialdorf mit vielen gut erhaltenen georgianischen Bauten besitzt mit der 1823 errichteten Richmond Bridge die älteste Steinbrücke Australiens und mit der 1836/37 erbauten St. Johns Church die erste katholische Kirche Australiens. Eine Tatsache, auf die die Einheimischen sehr stolz sind.
So ging ein abwechslungsreicher Tag mit kultureller Weiterbildung zu Ende ;-)
Hopfen-Feld
Aussicht gleich null, Temperatur ebenfalls!
Auf halbem Weg hatten wir dann doch noch eine gute Aussicht und Temperaturen um die 20 Grad Celsius.
Goodbye Tasmania
Der Donnerstag begann früh, da wir um 8:00 Uhr bereits unser Auto abgeben mussten und zuvor noch alles in unseren Tramper und Seesack verstauen mussten. Unsere Zeitplanung ging aber wunderbar auf und während unser Auto auf allfällige Schäden untersucht wurde, konnten wir in aller Ruhe einchecken und frühstücken. Als wir dann wieder zum Schalter von Europcar zurück gingen, wurde uns gesagt, dass wir einen kleinen Kratzer in der Windschutzscheibe hätten, ob wir von dem etwas wüssten. Natürlich wussten wir von Nichts und da die Windschutzscheibe wie immer nicht in der Versicherung inbegriffen war, gurkte uns diese Nachricht doch etwas an. Wir wurden dann zum Auto begleitet, um den Schaden zu begutachten. Allerdings war das gar nicht unser Auto und klein war der Schaden auch nicht. Also wer das nichts sieht, der darf auch nicht mehr Auto fahren! Wir waren einfach nur froh, dass es nicht uns betraf und machten uns auf den Weg zu unserem Flieger.
Nach dem Start konnten wir nochmals ein paar Blicke auf das schöne Tasmanien erhaschen und dann war auch dieses Abenteuer schon wieder zu Ende. Trotz des Regens waren es zehn sehr schöne und interessante Tage! Tasmanien ist wirklich sehr empfehlenswert!
Das Yarra Valley ohne Weindegustation, dafür mit Platypus und einer sehr netten Bekanntschaft
Wieder auf Victorianischem Boden schnappten wir uns am Flughafen Melbourne das nächste Mietauto und fuhren nach Box Hill zu Franz. Dort wartete ja noch unser restliches Material auf uns, das wir nicht mit nach Tasmanien genommen hatten. Nachdem wir jede Ecke in diesem kleinen Hyundai Getz ausgenutzt hatten, waren all unsere Sachen im Auto verstaut und wir verabschiedeten uns von Franz und Inge.
Nach einer Stunde Fahren kamen wir in Healesville, im Yarra Valley an, wo wir nochmals einen richtig teuren Campingplatz erwischten. Also manchmal kennen die wirklich kein Mass!
Während des Nachtessens machten wir dann auch noch die Bekanntschaft mit Simone und Uwe aus Deutschland. Die beiden sind ebenfalls für ein Jahr unterwegs. Allerdings mit dem Fahrrad und nicht nur in Australien. Wir tauschten unsere gemachten Erfahrungen und die nächsten Pläne aus, redeten über Gott und die Welt und merkten gar nicht, wie die Zeit verstrich. Kurz vor Mitternacht fanden wir aber den Weg zu unseren Zelten doch noch ;-)
Tierisch verbrachten wir den Freitag und ich freute mich bereits beim Frühstück auf meinen geliebten Platypus! Wir fuhren nämlich in die Healsville Sanctuary, ein wunderschöner Tierpark. Dort gibt es vom Känguruh über den Dingo bis hin zum Platypus alles zu sehen, was dieser fünfte Kontinent an Tieren zu bieten hat. Wir schauten uns zuerst die Birds of Prey-Show an. Dort wurden mehrere Raubvögel gezeigt und wir waren sehr beeindruckt. Da gab es zum Beispiel die eine Vogel-Art, die Emu-Eier isst. Da die Emu-Eier aber eine ausserordentlich harte Schale haben und die Vögel diese nicht mit ihrem Schnabel knacken können, benutzen sie einen Stein als Hilfsmittel. Diesen werfen sie so lange auf das Ei, bis die Schale zerbricht. Eine sehr beeindruckende Sache!
Unsere Erkundungstour ging dann im Wildlife Hospital weiter. Dort sind sämtliche Räume (Labor, OP etc.) einsehbar und wenn eine Operation stattfindet, kann man live zusehen. Dies war an diesem Tag leider nicht der Fall, weshalb wir uns mit einem Viedeo einer Hernie-Operation bei einem jungen Känguruh begnügen mussten. Dennoch war dieses Hospital sehr interessant.
Danach folgte der Höhepunkt des Tages. Wir besuchten den Platypus und hatten Glück. Einer dieser Platypuse war gerade sehr aktiv und schwamm wacker hin und her und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Es war herrlich, diesem Platypus zuzuschauen und ich konnte mich kaum von ihm trennen. Noch nie zuvor konnten wir einen Platypus derart gut und lange beobachten! Wir erhielten wirklich einen super Eindruck mit vielen Informationen von diesen scheuen Tieren. Für mich wohl einer der schönsten Momente!
Bevor unser Besuch im Tierpark aber schon wieder zu Ende war, schauten wir noch auf einen Sprung beim Tasmanian Devil vorbei und konnten ein Wombat und einen Echidna beim Fressen beobachten. Und ganz zum Schluss posierten noch zwei schöne Dingos für unseren Fotoapparat.
Es war ein wunderschöner Tag, der mit einem tollen Gespräch mit Simone und Uwe um Mitternacht endete. Aus unserer Idee, an diesem Abend etwas früher schlafen zu gehen wurde nichts, wie ihr lesen könnt ;-)
Und oh Wunder, all unsere Sachen hatten in diesem kleinen Hyundai Getz Platz. Dieses Auto ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Platzwunder ;-)
OP im Wildlife Hospital
Ich und mein Platypus ;-)
Wombat
Stolze Dingos
Simone und Uwe
Snowy Mountains
Am Wochenende standen die Snowy Mountains auf dem Programm, weshalb wir am Samstag vor allem Kilometer „rapsen“ mussten. Wir fuhren an diesem Tag bis nach Ebden, wo wir auf einem super schönen Campingplatz zu einem tollen Preis Unterschlupf fanden und den milden Samstagabend geniessen konnten.
Sonntags ging es dann ab in die Berge und somit in das grösste Australische Skigebiet. Mit Skifahren ist allerdings im Moment noch nichts, aber schon in wenigen Wochen werden die Snowy Mountains nicht mehr grün sondern weiss sein und für sechs Monate die Ski-Touristen anlocken.
Wir fuhren mit unserem kleinen Auto, das nicht gerade ein Bergfloh war, hoch und runter und hatten immer wieder tolle Aussichten.
Auf unserer Bergfahrt durchquerten wir auch den Kosciuszko National Park, der nach dem Mount Kosciuszko (mit 2'229 müM der höchste Australische Berg) benannt ist. In Thredbo, einem der Hauptskigebiete schauten wir uns dann ein wenig um. Schon komisch, wenn man in Australien Ski- und Sessellifte sieht. Und auch die Tafel der Skipisten war etwas gewöhnungsbedürftig. Und wenn man dann noch Tafeln sieht, die auf die Schneeketten-Verleihung aufmerksam machen, kann man sich erst recht nicht mehr richtig vorstellen, dass in demselben Land im Sommer über 50 Grad Celsius herrschen. Aber wie zwischen Süd- und Nordeuropa, wo die Temperaturen auch massiv unterschiedlich sind, liegen auch hier viele Kilometer zwischen den diversen „Temperatur-Zonen“.
Von Thredbo führte uns der Weg weiter nach Jindabyne, wo man in den Sommermonaten Anglerutensilien kaufen und mieten kann und in den Wintermonaten Skier und Snowboards Trumpf sind. Wir machten hier einen kleinen Spaziergang am See und waren uns einig, dass sich dieser Abstecher in die Snowy Mountains gelohnt hat. Auch wenn wir uns nicht wirklich anders fühlten, als in den Schweizer Bergen. Aber es war schön zu sehen, dass Australien einmal mehr tolle Bergwelten zu bieten hat.
So kann es auf einem Campingplatz also auch aussehen!
Oje, armes Pferdchen ;-)
Jaja, Schneeketten gibts also auch in Downunder!
Sessellifte in Thredbo
Skipisten-Karte
Bergsee in Jindabyne
Herzliche Gratulation
Wie wir mit etwas Verzögerung erfahren haben, wurden Ändu und Susane am 25. Februar 2010 stolze Eltern der kleinen Elenor. Dazu gratulieren wir euch beiden ganz herzlich und wünschen euch mit eurer Drei-Mädels-Rasselbande viel Spass und wunderbare Erlebnisse! Wir freuen uns schon auf das Kennenlernen von Elenor ;-)
Puh, eine Woche, in der so einiges lief. Oder was meint ihr? Zumindest waren wir bei einigen Wetterkapriolen schon nicht mehr ganz so weit von der Schweiz entfernt, doch physisch und psychisch sind wir noch vollkommen in Downunder.
Das Schweizer Wetter haben wir natürlich ebenfalls mit einem Auge mitverfolgt und wir müssen zugeben, dass wir nicht unglücklich über den Verlauf sind. Denn immerhin herrschen bei euch immer noch Minusgrade und der Schnee liess sich auch noch nicht in den Sommerschlaf schicken. Nur weiter so! ;-)
Liebe Leute, wir verabschieden uns bis zum nächsten Wochenbericht und wünschen euch eine schöne Woche. Haltet die Ohren steif ;-)
Beste Grüsse aus Australien von euren beiden Weltenbummlern
Sibylle & Roger
