Cairns bis Surfers Paradise - Seite 3

26.01.2010

Nach drei Nächten am Hervey Bay sind wir wieder nach Bundaberg gefahren um am Abend die Schildkröten zu sehen.

Am Nachmittag haben wir noch den schönen Strand genossen.

Am Abend ging’s dann zum Conservation Park, welcher um 7 Uhr öffnet. Nachdem wir in Gruppen zu ca. 60 Personen eingeteilt wurden, hiess es warten. Da wir in der ersten Gruppe waren, konnten wir schon nach 10 Minuten an den Strand, wo junge Schildkröten bereit waren, aus ihrem Nest zu kommen und den Weg zum Meer in Angriff zu nehmen.

Da es bald Vollmond ist, war es eine sehr helle Nacht und auch ohne Lichtquellen war sehr viel zu sehen. Lichtquellen sind sehr rar und nicht gerne gesehen, da sie die Schildkröten abschrecken, die an den Strand wollen um ihre Eier zu vergraben. Die Jungen finden den Weg ins Meer, weil sie dem hellsten Licht folgen, welches am Horizont zu sehen ist. Wenn nun eine Lampe am Strand leuchten würde, würden alle jungen Schildkröten auf diese zu krabbeln und den Weg ins Meer nie finden.

Die Schildkrötenbabys schlüpfen in einer Tiefe von ca. 60cm aus ihren Eiern. Gemeinsam machen sie sich dann auf den Weg zur Oberfläche und dann zum Meer. Es ist faszinierend wenn um die 100 kleine Schildkrötenbabys aus dem Sand kriechen und intuitiv den Weg zum Wasser finden. Unser Ranger hat mit seiner Taschenlampe ein bisschen nachgeholfen und die kleinen Schildkröten vorerst in ein kleines Gehege gebracht. Nachdem alle da versammelt waren und er ein bisschen gegraben hat um zu sehen ob noch eines nachkommt, nahm er 2 aus dem Gehege und jeder durfte ein Schildkrötenbaby anfassen.

Das war einer der wenigen Momente wo fotografieren erlaubt war.

 Danach haben wir uns in 2 Reihen zum Strand aufgestellt und ein paar auserwählte durften in der Mitte mit der Taschenlampe den frisch geschlüpften Schildkröten den Weg zum Wasser zeigen. Perinne war da natürlich mit Begeisterung dabei. Es kitzelt ganz schön, wenn die Babys mit ihren kleinen Flossen am Bein vorbeikrabbeln. Am Wasser angekommen, nahm eine Welle die kleinen Tiere mit, welche erst einmal 2 Tage lang ins offene Meer hinausschwimmen.

Nachdem alle im Meer waren, konnte man entweder retour zur Station gehen oder man konnte zusehen wie der Ranger das Nest ausgrub. Wir haben uns natürlich entschieden auch bei diesem Schritt dabei zu sein. Wir waren etwa 30 Leute die zurück zum Nest gingen, welches unser Ranger nun vorsichtig ausgrub. Für die Statistik wird jedes Nest ausgegraben und anhand der Eierschalen gezählt, wie viele Schildkröten geschlüpft sind und wie viele Eier nicht befruchtet wurden. Dies geht ziemlich einfach, da die Eierschalen nicht so hart sind wie wir sie von den Hühnereiern kennen, sonder weich und lederig und daher bleibt fast alles an einem Stück.

John beim Nest ausgraben.

Leere Eierschalen

Beim ausgraben kamen nochmals 2 Schildkrötenbaby zum Vorschein, welche so weit unten waren, dass sie selber den Weg bis oben höchstwahrscheinlich nicht geschafft hätten. Leider war auch ein totes Schildkrötenbaby dabei.
Nachdem John alle Eierschalen ausgegraben hat, ging es ans zählen.

Es waren 121 leere Eierschalen.

Nach dem zählen war dieser Akt auch beendet und wir gingen alle zusammen retour zur Station. Es war etwa 21:00 Uhr und man hatte die Möglichkeit entweder nach Hause zu gehen oder noch bis um 23:30 Uhr zu warten, ob nochmals Schildkrötenbabys schlüpfen oder ob eine Schildkröte an den Strand kommt und Eier legt. Wir wollten natürlich warten, man weiss ja nie. Zum Zeitvertreib zeigten sie ein paar Filme. Leider kam aber keine Schildkröte an den Strand.

Da wir sowieso bereits auch für Morgen bezahlt haben, haben wir entschieden unser Glück nochmals zu versuchen und vielleicht kommt ja eine Schildkröte an den Strand und legt Eier.

27.01.2010

Heute haben wir die Sonne genossen und gegen 19:00 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Conservation Park gemacht. Wir hatten wieder Glück und waren in der ersten Gruppe. Nach etwa einer halben Stunde konnten wir an den Strand, da wieder Babyschildkröten am schlüpfen waren. Auch dieses Mal heisst unser Ranger John, jedoch war es nicht der gleiche. Dieser John war schon ein bisschen älter und ist schon seit über 35 Jahren Ranger in dieser Station. Er sah die meisten Sachen nicht so eng. Er sagte schon auch wir dürfen die Schildkrötenbabys im kleinen Gehege nicht fotografieren, sagte aber nichts als die Leute fotografierten.

Im vorübergehenden Gehege.

Auch diese Mal durften wir ein Schildkrötenbaby anfassen und fotografieren.

Die sind so winzig und sehen so zerbrechlich aus.

John mit den zwei Babyschildkröten.

John ist mit vollem Körpereinsatz dabei das Nest zu leeren.

Dieser kleine Knirps hat es dank John geschafft. Denn er war ganz weit unten vergraben. John nennte ihn Charlie Brown.

Nachdem John das Nest ausgegraben hat, gab er ein Paar Eierschalten umher, damit man die Schale anfassen konnte.

Auch er öffnete wie der Ranger am Vorabend die geschlossen Eier um zu sehen, warum diese nicht geschlüpft sind. Entweder waren Sie nicht befruchtet, oder das Baby starb noch im Ei.

Danach gingen wir wieder retour zur Station und das grosse Warten ging wieder los. John sagte uns aber auch ganz ehrlich, da es heute wieder sehr hell ist, kann es sein, dass keine Schildkröte an den Strand kommt. Denn sie fühlen sich wenn es dunkel ist sicherer.  Kaum in der Station angekommen erhielten wir die Mitteilung, dass eine Schildkröte an den Strand gekommen ist und ein Nest zum Eier legen vorbereitet.
Wir gingen alle wieder runter an den Strand und konnten ihr beim ausgraben zu sehen. Die Schildkröte bewegte die hinteren Flossen fast wie ein Mensch und nahm Schaufel für Schaufel Sand aus dem Loch.

Damit dies alle gut sehen konnten und wir aber die Schildkröte nicht stören, legte John eine Taschenlampe hinter ihre Flossen. Da die Schildkröten ausserhalb vom Wasser Taub sind konnten wir in Ruhe miteinander reden.  

Nach ein paar Minuten fing die Schildkröte an die ersten Eier zu legen.

Wir durften alle ein Ei anfassen und fotografieren. Zum Schutz der Schildkröte durften wir das Eierlegen nicht fotografieren.

Nachdem die Schildkröte ihre Eier gelegt hat, durften wir wieder Fotos machen. Da jede Schildkröte, welche an diesen Strand kommt, mit einer Etikette registriert wird, schaute John nach um welche Schildkröte es sich handelt.

Die Schildkröte ist nach dem Eierlegen völlig erschöpft.

Dieser Zeitpunkt hat John genutzt und die Schildkröte in aller Ruhe vermessen.

Danach machte sich die Schildkröte wieder auf den Weg ins Wasser.

Da Sie die Eier aber zu nahe am Wasser gelegt hat und die Eier bei Flut überspült würden, musste John ein neues Loch weiter oben graben. Damit die Eier bei der nächsten Flut geschützt sind. Man weiss bis heute nicht, warum die Schildkröten manchmal zu nahe am Wasser graben. Wir hatten zwei Stunden Zeit um die Eier auszugraben und sie ins neue Loch zu befördern. Nach zwei Stunden würde jede Bewegung der Eier zum Tod führen.

John beim ausgraben der Eier.

Es sind 84 Eier.

Wir konnten helfen die Eier zum neuen Loch zu bringen.

Die Eier im neuen Loch.

Bevor das Loch zugeschüttet wurde, legte John noch ein Stück Papier ins Loch mit den Angaben, welche Schildkröte an welchem Tag die Eier gelegt hat.
Danach wurde das neue Loch zugeschüttet und auch diese Aktion war beendet. Mittlerweile war es bereits 23:30 Uhr und wir machten uns auf den Weg retour zum Campingplatz.