Ecuador
Ab jetzt muesst Ihr unter "Sued- und Zentralamerika - Die Reise" weiterlesen...
12. März 2011
Galapagos…
…ist ein Traum!!!
Jede Insel sieht landschaftlich wieder völlig aus und die Tierwelt ist ebenso artenreich wie einzigartig. In Galapagos gibt es diverse Tierarten, die weltweit nur auf diesen Inseln vorkommen. Die Tiere haben sich mittlerweile an die fotografierenden Touristen gewöhnt, so dass man sich seelenruhig an den Strand zwischen die Seelöwen setzen kann. Beim Schnorcheln sieht man sowohl Schildkröten, Seelöwen, wunderschöne, farbige Fische als auch Haie aus nächster Nähe! Hier leben auch die einzigen „tropischen“ Pinguine. Mit vielen Tierkontakten hatten wir anscheinend grosses Glück, denn unser Touristenführer meinte in dieser Woche doch das eine oder andere Mal, dass er „das“ so auch noch nie erlebt oder gesehen hätte.
Leider sind fast alle meine Fotos noch bei Irene auf dem Laptop und so kann ich Euch nicht die Highlights bieten, die ich Euch versprochen habe. Ich hoffe, dass ihr aber an den neuen Fotos trotzdem Freude habt und dass die restlichen nicht beim Tsunami vernichtet wurden. Irene ist bis morgen immer noch auf Galapagos. Ihr geht es aber gut, unter Umständen könnte aber ihr Gepäck etwas durchnässt worden sein. Wir werden sehen…
28. Februar 2011
Tiefpunkt…
… damit ist das Wetter und die Temperaturen der letzten drei Wochen und keinesfalls meine Stimmung gemeint. Zum Glück hat Irene (Kollegin, mit der ich bald reisen werde) das gute Wetter am Freitag mitgebracht.
Natürlich bin ich schon traurig, dass ich nun schon bald Ecuador verlassen werde. Hin und wieder überlege ich mir schon einfach hier zu bleiben und mich am Strand von Ecuador niederzulassen oder eine Bar in Quito zu eröffnen.
Meinem Vater gratuliere ich an dieser Stelle ganz herzlich zu seinem Geburtstag.
FELIZ CUMPLEAÑOS!!!
Heute habe ich es auch noch geschafft und mir nach 10 Monaten hier ein Fussballspiel im Stadion angeschaut. Nun bin ich davon überzeugt, was ich schon lange vermutet habe, dass der TV Buchs wohl mit Leichtigkeit die ecuadorianische Fussballmeisterschaft gewinnen würde.
Galapagos:
Am Mittwoch fliegen Irene und ich für 8 Tage nach Galapagos. Ich hoffe Euch danach die wunderschöne Tierwelt dieser Inseln hier zeigen zu können. Ihr dürft gespannt sein…
Unter folgendem Link könnt Ihr unser Zuhause für diese Zeit bestaunen:
http://www.galapagoslastminute.net/Queen-Beatriz-Luxury-Class.html
Reisen:
Vor Ecuador war ich bereits in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Lichtenstein, Spanien (div. Inseln und Festland), Luxemburg, Holland, England, Schottland, Ukraine, Slowenien, Griechenland (div. Inseln), Ägypten, Tunesien, Dominikanische Republik und den USA und komme somit (inkl. CH) auf 18 besuchte Länder.
Nun soll diese Zahl um einige Länder erweitert werden. Mit Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Panama, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Belize und Mexico kommen 11 weitere dazu bevor ich dann ein weiteres Mal in die USA komme.
Ich habe mal einen ungefähren Zeitplan aufgestellt, wann ich wo sein möchte, werde diesen wohl aber immer wieder ändern müssen, da man nie weiss, was einen wo erwartet und man an einem Ort länger bleiben möchte als an einem anderen. Ich hoffe, Euch von Zeit zu Zeit mit Fotos und einigen Infos hier beglücken zu können. Definitiv ist aber, dass ich am 16. Juli (2011) wieder zurück in der Schweiz bin.
Hasta pronto…
29. Januar 2011
Besuch von Urs
Für diejenigen, welche meine Familienverhältnisse nicht kennen, Urs ist mein kleiner Bruder und er hat mich für eine Woche hier in Ecuador besucht. Da ich ihm natürlich möglichst viel dieses wunderschönen Landes zeigen wollte, ging es am Morgen nach seiner Ankunft bereits mit dem Bus in den Oriente nach Puyo, von wo wir am nächsten Morgen mit unserem Führer Luis und zwei Schwedinnen nochmals 3 Stunden in den Urwald ins kleine Dorf Shiwacucha am Fluss Arajuno fuhren.
Dort hatten wir schon zu Anfang grosses Glück, da das Dorf gerade am Fischen war und dies nur alle 3 – 6 Monate gemacht wird, damit sich der Fluss danach wieder erholen kann. Das Fischen geht dort so von statten, dass im Fluss ein natürliches Gift, welches wir zuerst vorbereiten mussten, aufgelöst wird, welches auf die Fische wie eine Droge wirkt. Danach werden sie mit blosser Hand eingefangen oder mit der Machete tot geschlagen und dies ist trotz ihrer Benommenheit immer noch kein leichtes Spiel.
Ausserdem gingen wir auf Wanderungen in den Dschungel, wo uns der Eingeborene Jorge sowohl Pflanzen- und Tierwelt näher brachte. Wir besuchten Familien in ihren einfachen Häusern, auf den Yuca-Feldern (Yuca = ecuadorianische Kartoffel), fuhren Kanu, schliefen in Hängematten, assen typisch ecuadorianisch, sahen Goldwäscher bei der Arbeit und tranken mit den Einheimischen Bier, Aguardiente und Chicha…
Aguaradiente: Einheimscher, hochprozentiger Eigenbrand aus Zuckerrohr.
Chicha: Luis musste mir versprechen, dass er weder den Schwedinnen noch meinem Bruder erzählt, wie Chicha hergestellt wird bis sie es probiert hatten. So kamen es, dass wir bei einer Familie alle Chicha tranken und sich die Drei fragten, was nun so speziell daran sei. Danach überliess Luis mir die Ehre, die Herstellung zu erklären.
Chicha wird aus Yuca und ausschliesslich von Frauen hergestellt. Dazu werden die Yucas in einer grossen Schale verstampft und so zu einer kartoffelbreiartigen Masse verarbeitet. Bis hier ist es noch nicht speziell aber nun kommt’s… Während die Frauen die Yucas stampfen nehmen sie davon immer wieder Stücke in den Mund und kauen auf diesen herum und spucken sie danach wieder in die Schale zurück. Danach wird die die Yuca-Masse in einen Topf gepackt, wo sie für einige Tage vor sich hin gärt und so Alkohol entsteht. Danach wird das ganze dann in Wasser gemischt und so, in der Regel an den Festen, getrunken.
Der Speichel hilft anscheinend bei der alkoholischen Gärung und mein Bruder, Amanda und Istina wollten dann plötzlich nicht mehr weiter trinken.
Zurück in Puyo besuchten wir ein Affenreservat, wo Affen leben und wieder für die Wildnis aufgepäppelt werden, nachdem sie von der Polizei bei Familien, die sie in Gefangenschaft gehalten haben, abgeholt wurden.
Danach ging es für einen Tag nach Baños, ein grösseres Touristenstädtchen, wo wir mehrmals gut assen, eine tolle Unterkunft für USD 6.- fanden und uns einen Buggy mieteten um damit die Landschaft um Baños zu bestaunen und in den örtlichen Wasserfällen zu schwimmen. Obwohl das Wetter wunderschön war, war das Wasser, welches aus den Bergen kommt, eiskalt.
Zum Schluss blieben meinem Bruder noch 2 Tage in Quito, wo ich mit ihm mit dem „TeleferiQo“ zur Bergstation des Pichincha auf 4'100 m.ü.M. führ, ihm diverse Kirchen und Plätze sowie Einkaufzentren und Märkte in Quito zeigte und mit ihm meine Kinder im Heim besuchte. Mein Bruder hat in diesen zwei Tagen Quito wohl so erlebt, wie kaum ein anderer Tourist, da er nun all die gefährlichen Orte kennt, wo sonst kein Tourist hinkommt. Ausserdem durfte er noch aus nächster Nähe eine Demonstration vor dem Präsidentenpalast miterleben, inkl. Polizeiaufgebot. „Gäll Urs, ned am Mami sägä!“
Vielen Dank Urs für Deinen Besuch, ich hoffe es hat Dir gefallen!!!
Zum Schluss noch folgende Geschichte:
Im Dorf im Dschungel, wollte man mich noch verheiraten. Ich hatte drei Mädchen zur Auswahl. Die Jüngste war 13, die Mittlere 17 und die Älteste (Sandra) 19 Jahre alt. Ich lehnte dankend ab und erklärte, dass zumindest die 13-jährige mich in der Schweiz in juristische Schwierigkeiten bringen würde. Darauf meinte Jorge nur, dass das in Ecuador gar kein Problem sei und ich es mir nochmals überlegen soll.
Sandra hat ein paar Monate altes Baby wurde jedoch von ihrem Freund sitzen gelassen. Dies stimmte mich doch sehr traurig, so das ich ihr zum Schluss noch einen Batzen zusteckte und ihr sagte, dass sie das Geld für sich und das Baby brauchen solle. Sie war etwas überrascht aber sehr dankbar.
Neuer, grosser Fotoordner…
4. Januar 2011
Arbeiten in Ecuador
Also das Arbeiten wurde definitiv nicht in Ecuador erfunden. Es wird in einem Tempo und einer Effizienz gearbeitet, wie ich es in der Schweiz noch nicht erlebt habe. Kassierer oder andere Ladenmitarbeiter lassen sich häufig gerne Zeit damit die wartenden Kunden zu bedienen. Auch realisieren sie nicht, wenn sich gewisse Kunden in der Schlange einfach vordrängeln. Ganz schlimm sind die Kassierer in den Supermärkten. Kein Wunder, dass es praktisch immer riesige Warteschlangen an den Kassen hat, bei dem Tempo, mit welchem sie die Produkte über den Scanner ziehen. Häufig könnte man gewisse Mitarbeiter einfach entlassen und die anderen hätten immer noch nicht genug zu tun, wenn sie effizient arbeiten würden.
An der Trolley-Station an der ich am Morgen einsteige, hat es immer viele Polizisten, die nur dazu da sind um zu schauen, dass alle Leute schön in der Schlange anstehen. Anstehen in der Schlange können sie, bis sich die Türen der Busse öffnen, dann geht das Gerenne und Gedränge los aber von den Polizisten ist dann plötzlich keiner mehr zuständig.
Das allerschlimmste was ich bisher hier erlebt habe sind die Servicefachangestellten, obwohl sie diesen Namen bestimmt nicht verdient haben, da keiner in irgendeiner Art eine solche Ausbildung absolviert hat und das merkt man auch sehr gut. Der Service ist meistens eher schlecht als recht und die Bedienungen können häufig keine Auskunft bei gewissen Fragen zum Essen geben.
Mein ecuadorianischer Grossvater (99 Jahre alt) braucht rund um die Uhr Pflege. So hat die Familie eine Pflegerin für den Tag und eine für die Nacht. Nun ist es aber schon mehrfach vorgekommen, dass die Pflegerinnen einfach nicht mehr zur Arbeit erschienen sind, ohne etwas zu sagen, weil es ihnen zu anstrengend war, sich die ganze Zeit mit einem alten Mann zu beschäftigen. Dann stand die Familie da und musste auf die schnelle eine Notlösung finden.
Das Problem ist jedoch, dass die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Ecuador bereits totalen Kollaps der Volkswirtschaft herbeizuführen.
2. Januar 2011
2011 oder das Jahr in dem ich 30 werde...
Im Flughafen Quito habe ich eine etwas ältere Dame nach einem guten Hotel in Manta gefragt und sie hat mir das Hotel Oro Verde empfohlen. Gleich darauf hat sie mich nach meinem Alter gefragt um mir dann ihre 27-jährige Tochter anzupreisen, die sich (zumindest der mütterlichen Meinung nach) also durchaus sehen lassen könne. Das empfohlene Hotel stellte sich allerdings als das teuerste in ganz Manta heraus und hätte mein 5-Tages-Budget in nur einer Nacht schon fast gänzlich aufgebraucht. So landete ich dann im Hostal Manakin, das mir von meinem Reiseführer her das sympathischste war. Es befindet sich nur ca. 300 Meter vom Strand und liegt inmitten des Ausgangviertels.
Silvester:
Die Ecuadorianer sind um Mitternacht zuhause um Silvester mit ihrer Familie zu verbringen. In den Ausgang gehen sie erst gegen 1 Uhr morgens. So kam es, dass ich um 24 Uhr mit mir selber anstossen musste. Kurz bevor ich mich nach Hause begeben wollte, kamen einige Leute in die Bar mit denen es dann doch noch ein richtig lustiger Abend wurde. So wurde es dann draussen plötzlich hell und ich kam erst gegen 8 Uhr morgens ins Bett.
Año viejo:
Es ist Tradition, dass man am 31. Dezember mit einer Pappmache-Figur auf dem Auto herumfährt. Diese wird dann um 12 Uhr nachts verbrannt.
Die Welt ist klein:
An einem Abend sitze ich in einer Bar und im Hintergrund auf einer Leinwand laufen diverse Videoclips von südamerikanischen Musikern. Plötzlich merke ich, dass da ein Sänger vor dem Fraumünster in Zürich singt. Als ich den Videoclip genauer verfolge, merke ich, dass de Sänger plötzlich vor meinem Lieblingsrestaurant der „Oepfelchamere“ im Niederdörfli und später sogar darin singt. Bedient wird er dabei von einer hübschen Blondine, während ich jeweils mit zwei „schnäuzigen“ Männern vorlieb nehmen muss! (In diesem Fall sind mir Boris und Markus lieber als die gefälschte Serviertochter!)
Todsünde:
Was man auf keinen Fall machen darf, ist in irgendein Fastfoodrestaurant zu gehen, während zwei Strassen weiter frischer Fisch oder andere Spezialitäten in kleinen aber feinen Restaurants serviert werden Leider habe ich diese Sünde auch einmal begangen, habe mich dann aber bei einem Spaziergang durch die Strassen über die anderen Restaurants gleich selbst informiert und ab da nur noch dort gegessen.
Ausgangstipp:
Es lohnt sich wirklich nach dem Strand sich im Hotel noch einige Stunden hinzulegen, da die Einheimischen selbst auch erst ca. ab 23 Uhr in den Bars und Clubs unterwegs sind.
Wort des Jahres 2010: Ya bacan chévere!
Ausdruck der Freude; „mega“, „hammer“
Unwort des Jahres 2010: ecuadorianischer Gendefekt
Betrifft im Gegensatz zu den meisten Gendefekten nicht den Mann sondern die Frau, genauer gesagt die ecuadorianische Frau. Frauen hier haben häufig, auch schon in jungen Jahren, ein Bäuchlein/Wampe/Ranze Bevor es hier zu empörten Aufschreien seitens der weiblichen Leserschaft kommt, möchte ich sagen, dass dieser Ausdruck nicht von mir sondern von einer deutschen Kollegin geprägt wurde.
Fotos:
Wie immer im neusten Ordner!
27. Dezember 2010
La Nochevieja a la playa!!! (Silvester am Strand)
Da diese Woche sowohl meine Schule als auch das Kinderheim geschlossen sind, bin ich gestern auf die Idee gekommen, dass ich doch einige Tage an den Strand fahren könnte. Nachdem ich mich heute mit meiner Gasttante unterhalten habe, habe ich mich dann dazu entschlossen nicht 9 Stunden im Bus zu verbringen, sondern in nur 30 Minuten an den Strand zu fliegen. Es scheint als wären in Ecuador die Flughäfen genau an den richtigen Orten gebaut worden!
Morgen Abend fliege ich mit AeroGal nach Manta, wo ich bis zum Sonntag bleiben werde. So habe ich also 5 Tage Zeit um braun zu werden und das süsse Nichtstun am Strand zu geniessen. Natürlich hoffe ich auf die eine oder andere flotte Salsatänzerin zu treffen und einen tollen Silvester zu erleben.
Ich wünsche Euch allen an dieser Stelle einen tollen und feuchtfröhlichen Rutsch ins neue Jahr. Gschmeidig bliebe…
… bis im 2011 mit Bericht von meinem Strandurlaub und sonnigen, warmen Fotos…
25. Dezember 2010
Weihnachten bei 26 Grad
Heilig Abend gab es ein wunderbares Abendessen. Traditionell gibt es in Ecuador Truthahn zu Weihnachten. Das weisse Fleisch wurde tranchiert und an einer Sauce serviert. Das Fleisch, welches nicht schön geschnitten werden konnte, wurde in einer anderen Sauce gekocht. Dazu gab es Reis mit Speckwürfeln, Rosinen und Mandeln ausserdem Kartoffeln mit Apfelstückchen. Es war also eine Mischung aus süss und salzig aber dennoch sehr lecker. Zum Dessert gab es frittierten Teig an einer Honigsauce.
Sohn Giovanni war mit seiner Familie bei seinen Schwiegereltern, so dass nicht die ganze Familie zusammen war. Geschenke gab es vor allem für die Enkelin Nahia. Ich selbst bekam von der Familie einen Schal mit eingestrickten Taschen für die Hände, damit ich nicht nochmals krank werde! Von der Schokolade über die Schweizer Armeesackmesser bis hin zum Grappaglasstein (siehe Foto) war die Familie von all meinen Geschenken begeistert.
Heute habe ich mich mit Lukas (Schweizer EIL-Volunteer) auf ein paar Bierchen getroffen um auf Weihnachten anzustossen. Wenn die Schweizer und die ecuadorianische Weihnacht etwas gemeinsam haben, dann dass bei beiden zu viel gegessen wird. Ganz unterschiedlich sind jedoch die Temperaturen. So war es heute bei 26 Grad definitiv zu warm für meinen neuen Schal und auch den Pullover hätte ich getrost zuhause lassen können. Da das Wetter hier jedoch sehr wechselhaft ist, ist es am Besten, man hat immer den Regenschutz im Rucksack mit dabei.
24. Dezember 2010
Feliz Navidad!!!
… jetzt mit stetig wachsendem Weihnachtsfotoordner….
23. Dezember 2010
Feliz Navidad und Frohe Weihnachten!!!
Nachdem ich mich bereits besser gefühlt habe, hat es mich abermals ins Bett geworfen, wo ich einige weitere Kilos verloren habe, bis ich schliesslich nur noch 67kg wog. Als ich nach Ecuador kam, waren es noch stattliche 80kg. Meine Blutwerte sind aber alle tiptop und nun fühle ich mich auch wieder besser, so dass ich mich heute Nachmittag wieder in die Stadt begebe, wo ich mit einigen Kollegen Canelaso (eine Art Glühwein) trinken werde. Ausserdem hoffe ich, dass die kommenden Feiertage mir helfen werden, die verlorenen Kilos wieder zurückzuessen… Ausserdem hoffe ich einige Fotos mit Weihnachtsstimmung machen zu können, die hier trotz warmer Temperaturen wacker verbreitet wird!
Ich wünsche meiner ganzen Familie und all meinen Freunden eine wunderschöne und besinnliche Weihnachtszeit y Feliz Navidad!!!
16. Dezember 2010
Otra vez enfermo...
Die Tatsache, dass ich sowohl am Freitag als auch am Samstag von meiner jeweiligen Tanzpartnerin versetzt wurde, hat mir dermassen aufs Gemüt geschlagen, dass ich seit Sonntag mit Grippe im Bett liege.
Spass bei Seite: Die Kinder im Heim nehmen ganz selten eine Hand oder einen Arm vor den Mund wenn sie niesen oder husten müssen. Die ganzen Bazillen werden einfach in die ganze Welt verstreut und mit ganzer Welt meine ich mein Gesicht. So vermute ich, dass ich mich abermals im Heim angesteckt habe.
So entschuldige ich mich bei allen, denen ich im Augenblick noch irgendeine Art von Antwort schuldig bin. Aber sogar das Schreiben dieser Zeilen, bereitet mir bereits Mühe.
Sobald es mir wieder besser geht, hoffe ich Euch einen interessanten Bericht mit Fotos liefern zu können…
11. Dezember 2010
Einleben...
Langsam aber sicher habe ich mich hier in Ecuador wieder eingelebt. Ich arbeite wieder voll in meinen Projekten, gehe in die Salsatanzstunden und am Wochenende in Discos Salsa tanzen. Ich muss jedoch sagen, dass ich es mir nicht so schwer vorgestellt habe, wieder hierhin zurückzukehren. Dieses Mal fällt es mir schwerer die Heimat hinter mir zu lassen.
Die Begrüssung der Kinder, sowohl in der Schule als auch im Projekt war einfach überwältigend. In der Schule war es so, dass ein paar hundert Kinder anstatt der Rektorin zuzuhören plötzlich meinen Namen schrien und im Heim kamen „meine“ gut 20 Kinder auf mich zu gerannt und umarmten mich und sagten mir, wie sehr sie mich vermisst haben. Ganz ein tolles Gefühl!!!
Natürlich freuten sich die Kinder im Heim auch über die mitgebrachte Schweizer Schokolade. Bisher habe ich nur meinen kleinen Bruder eine Tafel Schokolade so schnell essen sehen! ;-)
Männern die schüchtern und zurückhalten sind (so wie ich) oder denen es an Selbstvertrauen mangelt, kann ich Ecuador nur empfehlen. Hier sind es die Frauen, die den Männern Komplimente machen! Nicht mehr lange und ich werde wohl zum Grössenwahn neigen! ;-)
Hasta pronto…
17. November – 1. Dezember 2010
Besuch in der Heimat
Allen die meine Berichte hier vermisst haben, kann ich folgendes mitteilen. Ich bin nicht zu faul geworden, sondern habe für 2 Wochen Heimaturlaub genommen. Es war toll meine Familie und viele meiner Freunde wieder zu sehen. Ich wollte allerdings mehr unternehmen und mehr Menschen treffen, doch leider verging die Zeit wie im Flug, so dass ich nun bereits wieder in Quito bei meiner ecuadorianischen Familie bin.
Es war wirklich wunderschön zu sehen, wie vielen Menschen ich zuhause fehle und der Wiedereinstieg hier in Quito wird mir schwerer fallen, wie beim ersten Mal anfangs Mai.
Möchets guet und bis im Summer 2011…
14. November 2010
Woche der schlechten Erfahrungen
Diese Woche habe auch ich, der ich mich bis anhin vor schlechten Erfahrungen gefeit sah, solche Erlebnisse gehabt.
Anfangs Woche hat mich ein Hund attackiert und versucht zu beissen. Zum Glück für uns beide hat er nur die Hose erwischt. Zum Glück für mich, da ich ansonsten wohl in den Spital hätte gehen müssen um mich vorsichtshalber gegen Tollwut impfen zu lassen, was ich bei den nötigen Impfungen in der Schweiz abgelehnt habe. Zum Glück für ihn, da er ansonsten wohl die Bekanntschaft mit einem Schweizer Armeemesser gemacht hätte.
Am Donnerstag als ich von der Arbeit nach Hause ging und gerade in den Bus einsteigen wollte, merkte ich, dass sich jemand an meiner Tasche zu schaffen machte. Als ich mich dann umdrehte, sah ich eine kleine Ecuadorianerin, der ich einen bösen Blick zuwarf und nur verachtend den Kopf schüttelte. Einem ausgewachsenen Mann hätte ich wohl eine Lektion in Sachen Eidgenossen ausrauben erteilt aber diese Frau weckte eher Unverständnis und Mitleid in mir und so blieb sie an der Haltestelle während ich mit dem Bus und all meinen Sachen fortfuhr.
7. November 2010
Seis meses en Ecuador – “No soy turista!”
Nun bin ich bereits 6 Monate in Ecuador und habe bis jetzt eine wunderschöne Zeit hier verbracht, viele interessante Menschen kennen gelernt und tolle Erfahrungen gemacht. An dieser Stelle: „Muchas gracias a todos mis amigos nuevos en todo el Ecuador!“
Weniger toll waren gewisse Erfahrungen mit Taxifahrern, die gerne versuchen Touristen abzuzocken. Mittlerweile weiss ich mich allerdings zu wehren und so habe ich nach heftigen Diskussionen auch schon einen Taxifahrer ohne Geld im Auto sitzen lassen. Nicht jedoch ohne ihm vorher die Option zu geben, ihm das zu bezahlen, was auch auf dem Taxameter steht. Zu meinem Standartsatz in solchen Diskussionen hat sich „No soy turista, bibo aqui!“ (Ich bin kein Tourist, ich lebe hier.) gemausert. Danach sehen die Taxifahrer in der Regel die Hoffnungslosigkeit ihres Unterfangens ein und lassen mich ziehen.
Nun aktuell zu meinem Cuenca-Wochenende auch noch ein Fotoalbum mit den Ruinen von Ingapirca.
5. November 2010
Cuenca – la ciudad de los 4 rios
Nach ca. 45 Minuten Flug war ich bereits in Cuenca und wurde von Irene empfangen. Ich hatte eine einfache Unterkunft mit weinenden und schnarchenden Nachbarn. Cuenca ist einiges kleiner als Quito und hat einen wunderschönen Altstadt-Kern mit vielen kolonialen Häusern. Wegen der Feiertage war wirklich 5 Tage lang Unterhaltung angesagt. Überall gab es Stände, an denen man diverse Spezialitäten essen (Knoblauchschokolade; klingt schlimm schmeckt aber super!) oder Kleider, Kunstwerke, Souvenirs kaufen konnte.
Am Samstag besichtigen Irene und ich, zusammen mit Schulkollegen von Irene die Ruinen der Inka-Stadt Ingapirca. Wirklich interessant, was die Inkas bezüglich Himmelskörper bereits alles wussten. Ein toller Ausflug mit einem ausgezeichneten Fischessen in einem, zu Beginn mindestens, fragwürdigen Restaurant.
Per Zufall haben wir in einem Kolonialhaus einen Antiquitätenladen/-museum entdeckt. Die sehr alte Dame, die ihre Zeit brauchte, bis sie uns empfangen konnte, zeigte uns nach dem kleinen Museum gegen ein Entgelt von USD 1.- ihr wunderschönes, altes Haus, welches mit allerlei alten Möbeln und Gegenständen aus aller Welt ausgestattet war. Eine wahre Schatzkiste! Früher gehörte ihre Familie wohl zu den reichsten Cuencas und heute hält sie sich wohl mit den Touristen finanziell über Wasser.
Die Tage haben wir damit verbracht durch die Altstadt zu schlendern um immer wieder neues zu entdecken. In der Nacht starteten wir mit einem feinen Essen und danach ging es den Bars nach, wo auch mal das Tanzbein geschwungen wurde.
Nun musste ich nach knapp 6 Monaten Ecuador nach Cuenca fliegen um endlich das langersehnte guy (Meerschweinchen) zu essen. Wenn das guy mit samt dem Kopf serviert wird, sieht es zwar nicht wirklich lecker aus aber es schmeckt dennoch sehr gut. Der Geschmack liegt irgendwo zwischen Poulet und Kaninchen, so wie das Fleisch aber an den Rippchen hängen bleibt, hat es mich eher an Fisch erinnert! Ich hätte es nicht geglaubt, hätte mir das jemand vorher erzählt aber besonders fein schmecken die Leber und die Lunge.
Ein Dank geht an dieser Stelle an Irene für 5 tolle Tage in Cuenca. Des Weiteren möchte ich den Weinproduzenten des „Fosisbergers 2009“ für den vorzüglichen Tropfen aus der der Heimat danken und nicht zu vergessen, die Herren des TV Buchs, die Irene noch ein Wildsaufell mitgeben wollten. Darüber hätte ich mich tatsächlich sehr gefreut! ;-)
Es gibt nun neu die Fotoordner „Cuenca“ und „guy“…. Nichts für schwache Mägen!
29. Oktober 2010
Voy a Cuenca
In Ecuador haben wir ein verlängertes Wochenende bis und mit nächstem Mittwoch, da zwei Feiertage zusammenfallen und am Montag eine Brücke gemacht wird. Das könnte mir in der Schweiz auch gefallen! ;-)
Deshalb habe ich beschlossen Irene (Kollegin aus Buchs) in Cuenca zu besuchen, da sie sich für einige Wochen dort aufhält um Spanisch zu lernen. Ich habe mich für die Reise per Flugzeug entschieden, die nur ca. 55 Minuten dauern wird, anstatt den Bus zu nehmen mit dem sie bis zu 12 Stunden dauern würde.
Ich hoffe mich nächste Woche mit interessanten Erlebnissen und schönen Fotos zurückmelden zu können.
21. Oktober 2010
Más de la escuela…
Die Kinder der Schule wollten von mir beim Vorstellen in einer neuen Klasse jeweils etwas in Schweizerdeutsch hören. So musste ich am Montag ein irgendein Lied (Alli mini Entli), am Dienstag die Schweizer Nationalhymne singen und am Mittwoch wollte eine wohl etwas spezielle Klasse, dass ich das ein Gebet aufsage. Für die Lieder als auch für das „Vater unser“ gab es jeweils tosenden Applaus.
Vor einiger Zeit, habe ich mal über den einen Hügel und die sich darauf befindende Jungfrauenstatue mit Flügeln geschrieben. Dieses Gebiet wurde uns ja als sehr gefährlich „verkauft“ und uns wurde empfohlen sich dort nicht zu Fuss fortzubewegen sondern immer ein Taxi zu nehmen. Nun will es doch das Schicksal, dass meine neue Schule genau neben diesem Hügel liegt. Ich fühle mich aber nach wie vor sehr sicher und gehe mit dem Bus und das letzte Stück zu Fuss zur Arbeit. Wem käme es denn in den Sinn den Lehrer des eigenen Kindes zu überfallen???
20. Oktober 2010
Mein neues Schulprojekt
Seit dieser Woche unterrichte ich zusätzlich zu meinem bisherigen Projekt noch an einer Schule Englisch zusammen mit der regulären Lehrperson. Da die Schule aber im südlichen Teil Quitos liegt und meine Anfahrt mit dem Bus fast eine Stunde dauert, muss ich bedeutend früher aufstehen, da die Schule bereits um 07:30 Uhr beginnt. Nichtsdestotrotz gefällt es mir sehr gut wieder in einem Schulzimmer zu stehen. Auch wenn ich die Kinder in Nanegal geliebt habe, so merkt man, dass hier die Disziplin eine bedeutend wichtigere Rolle spielt als auf dem Land. In den Klassen herrscht mehr Ruhe und es wird besser gearbeitet. Bereits nach dem ersten Tag mit nur 3 Unterrichtsstunden wurde ich von den Kindern schon aufs herzlichste verabschiedet und im Unterricht verlangen sie immer nach mir um ihnen zu helfen oder etwas Korrektur zu lesen. Ich fühle mich total wohl an dieser Schule, werde aber mein altes Projekt weiterhin am Donnerstag und Freitag besuchen, da ich weiss, dass mich die Kinder dort brauchen und, wie mir gesagt wurde, auch vermissen.
In jeder Klasse musste ich mich kurz vorstellen und danach konnten die Kinder Fragen an mich richten… Hier einige Beispiele:
- „Was machst du in deiner Freizeit?“
- „Bist du der Freund der Englischlehrerin?“ (Häufige Frage; ausserdem ist die Lehrerin schwanger!)
- „Was sind typische Speisen für die Schweiz?“
Mein Liebling ist allerdings folgender Dialog:
- Schüler: „Bist Du reich?“
- Ich: „?“
- Lehrerin: „Er kommt aus der Schweiz!“
- Ich: „???“
17. Oktober 2010
Sonntags…
Regelmässig an Sonntagen wird in Quito die eine Seite einer der grossen Hauptstrassen gesperrt, damit diese durch Velofahrer und Fussgänger genutzt werden kann. Häufig ist dies leider die Hauptstrasse, an der ich wohne und die mich ins Geschehen von Quito bringt und so muss ich an diesen Sonntagen zu Fuss gehen anstatt bequem in den Bus oder in ein Taxi steigen zu können. Man merkt allerdings, dass die Leute hier nicht regelmässig mit dem Fahrrad unterwegs sind, dies vor allem an den falschen Velogrössen und der völlig falsch eingestellten Sitzhöhe.
Des Weiteren scheint es auch in Quito kein Problem zu sein in einer Bar sonntags Alkohol trinken zu können. Und dies trotz des von mir früher bereits erwähnten sonntäglichen Alkoholverkaufsverbotes. Ich dachte, dass die polizeilichen Kontrollen in einer Grossstadt strenger seien als auf dem Lande, durfte mich heute aber eines besseren belehren lassen, als mir der Barkeeper ohne einen Kommentar mein bestelltes Bier servierte. „Mer muess es halt probiere!“
Es scheint, dass die Bars, die ich besuche nach einem Abend mit mir sich einer Renovation unterziehen. Dies nicht etwa, weil ich dort randalieren würde sondern wohl eher weil ich den Umsatz wahrscheinlich um einige 100% steigere. So hat sich die Karaoke-Bar in Nanegal nach einer Woche mit mir, für die Präsentation der Lieder, einen Beamer angeschafft und kurz vor meiner Abreise wurde dann sogar noch eine Wand herausgerissen um die Bar zu vergrössern. Die Bar in der ich am Freitag vor zwei Wochen Enrique Iglesias zum Besten gab, hat bereits am Sonntag darauf ihr Interieur vollständig erneuert.
16. Oktober 2010
Bailar, bailar, bailar (tanzen)
Am Freitagnachmittag, nachdem ich die ganze Woche zuvor krank im Bett verbracht habe, hatte ich endlich meine erste Salsa-Tanzstunde. Hier in Ecuador wird das Tanzen anders unterrichtet als bei uns. Hier lernt man nicht irgendwelche Grundschritte und fängt dann langsam an zu tanzen, sondern es geht ab dem ersten Augenblick gleich richtig los. Nach einer Stunde Salsatanzen mit einer heissen Ecuadorianerin war ich durchgeschwitzt und bereit für den ersten Salsaabend danach.
Am Abend hiess es dann Salsa tanzen mit Gleichgesinnten. Bis zwei Uhr morgens war ich mit Ingrid (Schwester von Dagmar, Huella Verde, wo ich ein Wochenende in Regenwald verbacht habe) und zwei Freunden (eine Schweizerin) in den Clubs des Ausgangsquartiers Mariscal unterwegs. Trotz anwesender Schweizerin wurde nur Spanisch geredet! Für mich noch sehr ungewohnt aber im Augeblick sehr willkommen, ist, dass die Frauen mich führen, da ich noch nicht allzu viele Bewegungen und Drehungen kenne. In der Schweiz war das definitiv noch anders! ;-)
Gespräche beim Tanzen:
Ella: “Paúl, tú puedes bailar muy bien! Quando horas de clases tuviste?”
Yo: “Muchas gracias. Solo uno!”
Ella: “Ay Paúl, no puedo creer!”
Oder...
Ella: “Paúl, estas flaco!”
Yo: “???”
Funfact: 10 Privatstunden Salsa kosten in Ecuador 90 USD. In der Schweiz kostet 1 solche Stunde mit persönlicher Lehrerin 90 USD!
8. Oktober 2010
Klimawechsel!
Während ich mit der Umstellung von der Schweiz auf Quito, ausser der anfänglichen Müdigkeit, überhaupt keine Probleme hatte, merke ich die Umstellung vom Nebelwald auf Quito doch stärker. So bekomme ich jeden Morgen, wenn ich das Haus verlasse, rote tränende Augen und Niessattacken. Dies liegt vor allem an den ungefilterten Abgasen der alten Autos und Busse hier. Heute verbringe ich den Tag im Bett, da ich sowohl Problem mit der Nase als auch Rachenschmerzen habe. Muss wohl in Zukunft mehr trinken. Im Projekt haben sie jedoch leider nur Hahnenwasser, was dem europäischen Touristen in der Regel gar nicht bekommt. Dafür kann ich mit Freude verkünden, dass ich seit über 4 Monaten keine „allergische“ Schwellung mehr hatte, was mein Leben natürlich sehr erleichtert.
Hier in Quito gibt es auch Kokosnusspalmen. Da das Klima auf 2'900 Metern für die Kokosnüsse nicht ideal ist, werden sie aber nur haselnussgross. Eine solche Palme steht bei uns im Garten der Fundacion und die Kinder sind stets bemüht die Nüsse mit Steinen herunterzuholen damit ich sie nachher für sie aufbrechen kann. Die Nüsse schmecken wirklich gut sind aber definitiv saftiger wenn sie voll ausgereift sind.
Ich habe heute noch 3 neue Ordner mit Fotos hochgeladen. Es werden bald weitere Fotos der Kinder meines Projektes folgen.
7. Oktober 2010
Was gibt es Neues aus Quito?! (Halbzeit; 5 Monate in Ecuador)
Ay ay ay… Ich habe ein schlechtes Gewissen! Nun bin ich schon fast 3 Wochen in Quito und habe hier noch nichts über mein neues Projekt oder sonstige Vorkommnisse (ausser dem Polizeistreik) geschrieben.
Zu meinem Projekt:
Ich arbeite nun in einem „Heim“ für Kinder, die dort leben weil ihre Mütter im Gefängnis sind. Leider ist es in Ecuador so, dass eine Mutter das letzte Wort über ihre Kinder hat, was konkret bedeutet, dass sie diese mit ins Gefängnis nehmen kann, wenn sie will. So leben dort kleine Kinder mit ihren Müttern in einer Gemeinschaftszelle mit anderen Insassinnen. Als scheint dies nicht schlimm genug zu sein, werden die Kinder häufig für sexuelle Handlungen an andere Insassinnen verkauft und dies bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren. Fundacion „Ganas“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Mütter davon zu überzeugen, dass es besser ist für ihre Kinder, wenn sie nicht im Gefängnis aufwachsen müssen. Im Haus der Fundacion „Ganas“ können die Kinder zusammen ihren Geschwistern und anderen Kinder leben und auch gemeinsam eine öffentliche Schule besuchen.
Man merkt, dass diese Kinder trotz ihres jungen Alters schon viel durchgemacht haben. So ist zum Beispiel Gewalt ein stets aktuelles Thema. Häufig schlagen die Kinder einander, da sie es von zuhause her leider nicht anders kennen.
Normalerweise sind die Kinder von 5 bis 15 Jahre alt, wobei wir zurzeit allerdings auch einen 2-jährigen Buben und eine schwangere Frau aus Vietnam (dieser Geschichte muss ich mal auf den Grund gehen) bei uns haben.
Mir wurde gesagt, dass ich die Kinder unterrichten kann, doch „leider“ gehen die Kinder an eine öffentliche Schule, so dass mir nur das Helfen bei Hausaufgaben und sonstiges Betreuen bleibt. Da ich aber unbedingt unterrichten möchte, ist meine Organisation zurzeit auf der Suche nach einer Schule für mich (kann noch ein bisschen dauern). Weil mir die Kinder aber bereits so sehr ans Herz gewachsen sind, habe ich mich entschieden weiterhin 2 Tage im jetzigen Projekt zu arbeiten.
Im Projekt werde ich von den Kindern „Paúl“, „Tío“ oder „Tío Paúl“ genannt. Tío ist Spanisch für Onkel.
Ansonsten gibt es eigentlich nichts Spannendes zu berichten. Meistens bin ich am Abend zu erschöpft um noch etwas zu unternehmen…
Vielleicht noch folgende kleine Story: Am letzten Freitag bin ich alleine Richtung Stadtzentrum marschiert um in einer Bar ein paar Bierchen zu trinken. Als ich dann mit einer USD-50-Note bezahlen wollte, hiess es, dass diese dort nicht akzeptiert würden. Da ich aber kein anderes Geld mithatte, musste ich dann gar nichts zahlen. Auf dem Weg nach Hause sah ich plötzlich ein Auto mit vier jungen Männern, deren Motor nicht mehr ansprang. Deshalb half ich Ihnen das Auto zu stossen. Danach landeten wir zusammen in einer Karaoke-Bar, wo ich Enrique Iglesias auf Spanisch sang. Zu guter letzt hatte der 24-Stunden-Burgerladen in meiner Nachbarschaft natürlich auch noch morgens um 2 Uhr offen…
30. September 2010
Polizei- und Armeestreik in Ecuador!
Eigentlich wollte ich in meinem neuen Eintrag etwas über mein Projekt schreiben, doch die Ereignisse haben sich heute etwas überschlagen.
Der Präsident war gegen ein Gesetz zur Erhöhung der Löhne in der Polizei und Armee, weshalb diese heute in Streik getreten sind. Auf Anraten meiner Organisation hin, bin ich deswegen nach Hause gegangen. Ein Land ohne Polizei und Armee kann ja schnell Räuber und Plünderer hervorrufen. Die ersten Läden wurden bereits geschlossen und die Armee hat Kontrolle über den Flughafen ergriffen. Ausserdem scheint das Telefonnetz zeitweise überlastet.
Macht Euch keine Sorgen um mich, ich mach mir ja auch keine! Fühle mich zuhause bei meiner Familie sehr wohl und sicher!
Hoffe natürlich schwer, dass der Streik morgen vorbei ist und ich in den Ausgang gehen kann. Schliesslich ist ja Quito Fest!!!
18. September 2010
Rückkehr nach Quito
Heute bin ich wieder offiziell nach Quito und zu meiner Gastfamilie zurückgekehrt. Die letzte Woche in Nanegal habe ich nochmals voll genossen. Am Donnerstagnachmittag, -abend und -nacht hatten die Lehrer für André und mich noch ein Abschiedsfest organisiert und am Freitag war auch nicht mehr viel mit Schule, da wir noch von den Kindern verabschiedet wurden. Es gab viele selbstgemachte Abschiedskarten, eine Tanzeinlage, einige Danksagungen und natürlich unzählige Umarmungen und Fotos!
Meine neugewonnen Freunde und vor allem auch die Kinder werden mir fehlen. Freue mich aber schon riesig auf mein neues Projekt in Quito, in welchem ich schon am Montag loslegen werde.
15. September 2010
Die Gefahr lauert online…
Mit Online-Übersetzungsmaschinen zu arbeiten kann sehr gefährlich sein! So habe ich mich heute gefragt, was mein Gesprächspartner mit „pelada“ meinte und da hat mir das böse Internet doch gesagt, dass das „Glatzkopf“ heisst. Das hätte ja grundsätzlich auch gepasst, habe ich mir doch erst gestern wieder den Kopf rasiert. Aber als er dann weiter davon sprach und in völligen komischen Zusammenhängen, sah ich mich gezwungen einmal nachzufragen und mir wurde erklärt, dass „pelada“ auch für „Freundin“ stehen kann. AHA!!! Glatzkopf = Freundin!!! Eine völlig andere Bedeutung, welche dem Gespräch auch eine ganz neue Richtung gab!
Also man merke:
pelada = Glatzkopf = Freundin
Habe einige Fotos meiner Spiegelreflexkamera hochgeladen, die ich auf einem Spaziergang durch die Weiler von Nanegal gemacht habe.
13. September 2010
Las peleas de gallos (Hahnenkämpfe)
Tierfreunde sollten vielleicht diesen Bericht überspringen!!!
Der Rektor unserer Schule ist nicht nur Rektor, sondern auch Chef aller Schulen hier in der Umgebung und ausserdem betreibt er auch noch einen Hahnenkampfring. Ein richtiger kleiner Mafiaboss eigentlich. Vor einigen Wochen war ich bereits einmal an einen Hahnenkampfabend eingeladen worden, konnte aber erst letzten Samstag daran teilnehmen.
Es war ein polarisierender Abend. Die einzelnen Kämpfe empfand ich als äusserst brutal, musste aber feststellen, dass dies für die anwesenden Einheimischen ein normales Samstagabendunterhaltungsprogramm (für die ganze Familie) ist. Ausserdem gibt es dort die Möglichkeit schnell viel Geld zu verdienen, was bestimmt auch den einen oder anderen anlockt. So kann es in einem Kampf hier auf dem Land um USD 500 – 700 gehen exklusiv der im Publikum laufenden Nebenwetten. Bei grösseren Wettkämpfen soll es sogar im eigentlichen Kampf um bis zu einer Million Dollar gehen…
Die Hähne werden vor dem Wettkampf gewogen und dann werden sie vor jedem Kampf verglichen um aus den verbleibenden ein gutes Kampfpaar auszuwählen. Den Hähnen werden künstliche Metallsporen an die Beine geklebt, damit sie sich schneller und stärker verletzen und somit schneller ein Gewinner feststeht. Der Kampf ist entweder zu Ende wenn die zwei Mal 5 Minuten abgelaufen sind, der Unparteiische dies entscheidet, ein Hahn sich blutüberströmt vor Erschöpfung auf den Boden legt oder einfach tot zusammenbricht. Die Hähne werden von ihren Besitzern mit „hijo“ (Spanisch für Sohn) angefeuert, was ich dann doch sehr befremdend fand, denn ich glaube kaum, dass man seinen eigentlichen Sohn nochmals aufpeppt obwohl er schon völlig blutüberströmt ist und wirklich nicht mehr weiter kämpfen kann, nur um ihn nochmals in den Ring zu schicken.
Es sind jedoch nicht alle Ecuadorianer Freunde dieses „Sports“. Viele finden es auch einfach nur schlimm wie die Tiere dort behandelt werden und besuchen solche Anlässe nicht.
10. September 2010
Kulturunterschiede…
Neulich hatte ich mit einer Lehrerin eine Diskussion über Jugendliche und Sex. Die Lehrerin war ziemlich entsetzt, dass man in der Schweiz mit 16 Jahren den Freund oder die Freundin zum Übernachten mit nach Hause bringen kann. So etwas, würde sie bei Ihrem Sohn nie dulden. Keine Minute später erzählt sie mir dafür aber, dass es hier (auf dem Land) normal sei, wenn ein Mädchen schon mit 14 Jahren heiratet. Dies hingegen fand sie wieder ganz in Ordnung, was bei mir allerdings Kopfschütteln auslöste. Kann mir einfach nicht vorstellen, dass die ältesten Mädchen an unserer Schule in zwei Jahren schon heiraten sollen und eventuell in 3 Jahren schon Mütter sind.
Bier trinken die Einheimischen, wie wir auch, am Liebsten kalt. Aufgrund der schlechten Organisation und Planung kann es jedoch sogar auch in Restaurants vorkommen, dass es ziemlich schnell kein gekühltes Bier mehr gibt. Dazu hätte man ja den Kühlschrank auffüllen müssen!
Nun ist es an den Wochenenden und Festen so, dass immer von einer Gruppe mehrere Biers oder eine ganze Harrasse Bier gekauft wird. Dann kriegt jedoch nicht jeder seine eigene Flasche, sondern es gibt einen oder zwei Becher, die von einem Verantwortlichen gefüllt und im Kreis herum gegeben werden. Der Becher sollte dann möglichst schnell ausgetrunken und zurückgegeben werden. Es entsteht somit ein völlig anderer Trinkrhythmus als wir ihn gewöhnt sind und man sollte keine Angst vor Bakterien haben.
7. September 2010
4 Monate Ecuador!
Wie die Zeit vergeht… Eben habe ich noch mühsam in der Schule in Quito Spanischvokabeln gebüffelt und nun bin ich bereits der wohl bekannteste Mann in Nanegal und Umgebung! ;-)
Seit meiner Cotopaxibesteigung hat sich hier eigentlich nichts Spezielles ereignet. Ich habe ein weiteres Wochenende hier in Nanegal bzw. tanzend im Nachbardorf verbracht. Da ich nun in 2 Wochen endgültig wieder zurück nach Quito fahren werde, verbringe ich die Wochenenden noch hier um die Zeit mit den Kindern und meinen neu gewonnen Freunden zu verbringen.
An der Schule gefällt es mir nach wie vor sehr gut, doch leider sind hier im Haus einige Dinge vorgefallen, die den Aufenthalt etwas trüben. Damit will ich Euch jedoch nicht behelligen. Schliesslich will ich Euch hier von den schönen Seiten Ecuadors berichten!
So, nun hoffe ich, dass bald wieder Mal eine Kuh beim Baden angetrieben wird oder sonst etwas Erzählenswertes passiert, mit dem ich Euch unterhalten kann.
4. September 2010
Extraño Suiza!
Vermisse die Schweiz, meine Familie und meine Freunde!
2. September 2010
Happy Birthday Jasmin!
Liebi Jasmin, zu Dim Geburtstag wünsch ich Dir alles Gueti!!! Din Paulo
30. August 2010
Cotopaxi
Mit „Der Sonne entgegen…“ war kein Strandausflug gemeint, sondern die Besteigung des Cotopaxi. Er zählt zu den höchsten aktiven Vulkanen und ist wohl nach dem Chimborazo, die Nummer 2, wenn es um den sonnennächsten Punkt auf der Erde geht. Der Cotopaxi erreicht eine Höhe von 5'897 Meter über Meer. Der letzte Ausbruch des Vulkans war im Jahr 1877.
Am Samstagmorgen fuhren Anna, André und ich mit der Reiseorganisation Culliver in Richtung Cotopaxi-Nationalpark. Unterwegs wurden die schon etwas ältere und leicht riechende Ausrüstung gefasst und mit unseren zwei Bergführern ging es dann in die Unterkunft „Jose Rivas“ am Cotopaxi auf 4'800 Metern, wovon wir die letzen 300 Höhenmeter zu Fuss zurücklegen mussten. Obwohl der letzte Ausbruch schon lange zurückliegt, kann man dennoch überall sehr gut erkennen, dass man sich am Fuss eines Vulkans befindet. Die Hütte war a****kalt und unsere gefassten Schlafsäcke erfüllten auch nicht unbedingt ihren Zweck. Zum Glück war die übrige Ausrüstung trotz Altersschwäche wirklich warm. So legten wir uns um 19 Uhr zum Schlafen hin, da wir bereits um 00:45 die Unterkunft verliessen um den Cotopaxi mit seinem „Rundumgletscher“ zu bezwingen. Es fegte uns die ganze Zeit ein harter, eisiger Wind um die Ohren, wie er dort wohl zuletzt bei der Erstbesteigung des Cotopaxi 1877 geweht hatte. Zum Glück hatten wir alle eine zusätzliche Schicht Kleidung zur Führerempfehlung angezogen. André legte mit seinem guía (Spanisch für Führer) einen Blitzstart hin, was ihn leider nach ca. 500 Höhenmetern ein Atemproblem bescherte und ihn zur Umkehr zwang. Anna und ich waren mit unserem Führer einiges langsamer gestartet. Was mich in der ersten Hälfte des Aufstiegs viel Kraft kostete. Leider versäumte es unser guía einen wirklich guten Rhythmus zu finden und so war auch die zweite Hälfte, welche ohnehin schon eine Herausforderung darstellt, eine Prozedur, die kein Ende zu nehmen schien. Als wir gegen 7 Uhr auf dem Gipfel auf fast 5'900 Metern angekommen waren, war es ein herrliches Gefühl da oben am Kraterrand zu stehen. Wenn wir auch wegen des immer noch wehenden Sturms und der Wolken kaum etwas sehen und auch nicht lange verweilen konnten. Wir hatten es geschafft!!! Der Abstieg war auch noch einmal ein Stück Arbeit für sich, bei dem sich aber immerhin das ein oder andere Stückchen blauer Himmel zeigte, wenn auch nicht für lange.
Nun sagt sich der Kopfrechner: „Das sind ja nur 1'100 Höhenmeter. Das ist ja kein Problem.“ Unter schweizerischen Umständen gebe ich ihm da natürlich absolut recht, doch darf man nicht vergessen, dass man bei dieser Route schon auf 4'800 Metern startet und der höchste Berg der Schweiz die Dufourspitze „nur“ auf 4'634 Meter kommt. Das Atmen auf den ecuadorianischen Bergen macht um einiges mehr Mühe. So würde ich ohne Zögern wieder eine 2-Tages-Tour über den Aletschgletscher aufs Jungfraujoch machen aber für eine zweite Besteigung des Cotopaxi werde ich mir doch etwas Zeit lassen.
Für mich war es ein sehr intensives und, trotz des schlechten Wetters, schönes Erlebnis. Physisch war es wohl das Extremste, was ich je gemacht habe. Ausserdem habe ich mir einmal mehr bewiesen, dass mein Wille stärker ist als meine Ausdauersport hassenden Beine und meine von Asthma geplagte Lunge zusammen! Was nehme ich für mich mit aus dieser Erfahrung: Es ist wichtig auf sein Inneres zu hören und nicht darauf, was die anderen sagen. Schliesslich kennt man sich ja selbst am Besten.
Unter folgendem Link findet ihr noch einige Infos zum Cotopaxi:
http://de.wikipedia.org/wiki/Cotopaxi
Leider ist aus den wunderschönen Fotos nichts geworden. Dafür haben wir auf dem Gipfel noch Reinhold Messner getroffen… (Fotoordner Cotopaxi)
27. August 2010
Der Sonne entgegen…
Ich verabschiede mich nun bereits in Wochenende und werde mich am Dienstag mit einem spannenden Bericht und wunderschönen Fotos zurückmelden… Ihr dürft gespannt sein.
23. August 2010
Wochenende auf dem Lande
Dieses Wochenende bin ich wieder Mal hier auf dem Land geblieben und es hat sich gelohnt. Am Samstag haben wir das „Dorffest“ im Nachbardorf besucht. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass ich immer noch erwarte, dass die Dinge, vor allem, wenn ich sie hier noch nicht selbst erlebt habe, wie in der Schweiz sind. So ist natürlich ein Dorffest hier ein völlig anderer Anlass als ich das von Watt oder Buchs kenne. Das Fest fand in einem kleinen Hof statt. Auf einer Bühne wurde musiziert und es gab sogar eine Schönheitskönigin-Wahl. Als der offiziell Teil mit Tombola (Hauptpreis: Schweinekopf) vorbei war, wurde bis um 5 Uhr morgens getanzt. Während man sich in der Schweiz an einem solchen Anlass vielleicht Mal um eine Frau prügelt, so stritten sich hier zwei Männer um eine Flasche Bier. Hätte ich das damals schon gewusst, hätte ich wohl beiden ein Bier spendiert um den Frieden zu bewahren.
Vielleicht ist dem einen oder anderen schon aufgefallen, dass ich nicht wie ursprünglich geplant wieder zurück ins Projekt im Nebelwald gegangen bin. Dies liegt zum Einen daran, dass André nun auch hier ist (schnarcht gerade neben mir!) und zum Anderen, dass mir das Unterrichten richtig grossen Spass macht und ich lieber an der Schule bleiben möchte. Diese Planänderung stellt hier kein Problem dar, da in Ecuador häufig lang geplante Dinge in letzter Sekunde geändert werden. Somit habe ich mich nur den Landessitten angepasst.
Funfact: In Ecuador ist es üblich auf dem Lande Autostopp zu machen. Häufig wird man auf der Ladefläche eines Pickups mitgenommen und lernt so immer wieder neue Leute kennen. Vor allem ist es einiges schneller, denn auch wenn viele Orte eigentlich nicht weit auseinander liegen, ist der Weg dorthin durchschnitten von Tälern unangenehm weit zu Fuss. So ist es nicht selten, dass man Pickups mit ganzen Familien beladen sieht.
Vorsicht liebe Kinder: In der Schweiz bitte kein Autostopp machen!!!
Ich habe wieder neue Fotos hochgeladen…
19. August 2010
Una cola por favor! (Espanol con Paúl, tercera parte)
Funfact: Ganz am Anfang in Quito hatte ich etwas Mühe mit meinen Bestellungen bei den Fastfood-Ketten. Zu jedem Menu habe ich immer eine Cola bestellt. Dann wurde ich aber vom Personal jedes Mal gefragt, ob ich eine Sprite, Fanta oder Coca-Cola wolle und ich dachte mir nur: „Aber Hallo! Ich hab doch gerade gesgagt, ich will ne Cola!“ Später hat mir dann mein Lehrer Eljas erklärt, dass Cola hier für kohlesäurehaltige Süssgetränke steht und man es daher genauer definieren muss. Ausserdem hat „la cola“ auch noch diverse andere Bedeutungen:
Hier nun die Spanisch-Lektion zum Thema Cola:
la cola = die Limonade (kohlensäurehaltiges Süssgetränk)
la cola = die Autoschlange
la cola = die Menschenschlange
la cola = die Warteschlange
la cola = das Schlangestehen
la cola = die Schlange
la cola = das Heck
la cola = der Hintern
la cola = der Schwanz
la cola = der Schweif
la cola = der Klebstoff
la cola = der Tapetenkleister
la cola de zorro = der Fuchsschwanz (wichtig für Mantafahrer)
el píano de cola = der Flügel
el viento de cola = der Rückenwind
hacer cola = anstehen, sich anstellen
menar la cola = mit dem Schwanz wedeln
no pegar ni con cola = wie die Faust aufs Auge passen; aber auch: überhaupt keinen Sinn ergeben
pesado de cola = schwanzlastig… (versteh ich selber nicht)
la Coca-Cola = die Cola
Sehr wichtig für alle Watter:
El calimocho = Set (Erfrischungsgetränk aus Cola und Wein)
17. August 2010
Espanol con Paúl (seconda parte)
¡Feilicitaciones TV Buchs! = Herzlichen Glückwünsch TV Buchs!
jajaja = hahaha (für Chatter und e-mailer)
Mujer dónde está el postre? = Frau, wo ist/bleibt das Dessert?
Como niños pequeños = Wie kleine Kinder
casto al matrimonio = keusch in die Ehe
coger = anfassen, fangen, festhalten
aber Achtung!
„coger“ gilt in den lateinamerikanischen Ländern; Mexiko, Argentinien und Uruguay als vulgäres Wort für „Liebe machen“
Desgraciadoen el juego, afortunado en amores.= Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Funfact: Neulich wurde ich mal wieder wegen meiner Hautfarbe diskriminiert. Auf der Strasse hielt ein Auto mit Ecuadorianern neben einer Freiwilligen aus England mit philippinischer Abstammung und mir an. Da nun meine Kollegin wegen ihrer Hautfarbe eher als Südamerikanerin durchgeht als ich, wurde sie von den Reisenden gefragt, wo es denn genau nach Nanegal gehe. Ich wurde schlichtweg ignoriert. Leider konnte sie nicht wirklich gut Spanisch und sah mich daher nur fragend an. Ich erklärte darauf hin der etwas verdutzten Familie im Auto, wie sie nach Nanegal kommen.
16. August 2010
HOPP TV BUCHS!!! … oder Wandern im Pululahua
Donnerstag nach der Schule sind André und ich in den erloschenen Vulkan Pululahua gefahren um dort Anna zu treffen. Mit Ihr haben wir zwei Tage in einem kleinen, gemütlichen Hostal mit Whirlpool verbracht. Am ersten Tag wollten wir auf eine 6-stündige Wanderung, da jedoch der Weg in Annas Fremdenführer sehr schlecht beschrieben war, machten wir eine völlig andere Tour, was uns schlussendlich aber zugute kam, da wir uns wohl sonst auf knapp 3200 Metern im Nebel verloren hätten. Am zweiten Tag waren wir mit dem Fahrrad unterwegs. Leider haben wir dabei, die Rückfahrtzeit und die benötigte Wassermenge völlig falsch eingeschätzt. Als wir alle wieder im Hostal waren, war zumindest ich fix und fertig.
Die Landschaft des Kraters ist wirklich wunderschön. Durch die ganze Ebene ziehen sich Felder, welche für Ackerbau oder Viehhaltung genutzt werden. Rund um die Ebene ziehen sich die Kraterwände auf über ca. 3300 Meter hoch während die Fläche selbst auf ca. 2200 – 2500 Metern liegt. Auch gibt es einige Berge, die sich, wie einsame Riesen, inmitten des Tales in die Höhe erheben. Es gibt auch ein altes, zerfallenes Franziskanerkloster. Am Besten ist es, wenn ich wieder einmal die Bilder sprechen lasse.
Am Samstagabend haben wir Britta (Deutsche aus Berlin) in Quito verabschiedet. Für sie ging leider ihr Aufenthalt hier zu Ende und sie musste zurück in die Heimat. Aber nicht ohne vorher mit uns noch einmal die Salsatanzfläche unsicher zu machen. Ausserdem wurde am Sonntag der Grossvater meiner Gastfamilie in Quito, bei denen ich weiterhin schlafen darf, wenn ich in Quito bin, 99 Jahre alt. Auch wenn er körperlich nicht mehr so fit ist und daher nicht mehr tanzen kann, wie es auf meinem Familieninformationsblatt stand, so ist er geistig noch sehr fit und unterhält sich sehr gern.
Dem TV Buchs wünsche ich für das Fussballspiel vom 17. August alles Gute und hoffe, dass Ihr auch ohne Euren Stammtorwart „Die Wand“ gewinnen werdet!!!
12. August 2010
Erdbeben in Ecuador
Heute Morgen als mein Bett wackelte, dachte ich zuerst, dass André gerade aufsteht. Als dann aber auch noch die Wände zu wackeln begannen, wusste ich, dass es sich wohl eher um ein Erdbeben handeln musste. Da ich aber noch zu müde war, blieb ich im Bett liegen anstatt hinaus zu rennen, wie man das ja eigentlich machen sollte. Nach ersten Medienmeldungen zu folge war das Epizentrum jedoch im Süden von Quito und ich befinde mich ja nördlich davon.
Quito (dts) - In Ecuador hat sich am Donnerstag ein starkes Erdbeben ereignet. Geologen gaben einen Wert von 7,2 auf der Magnituden-Skala an. Diese Werte werden später oft korrigiert. Das Beben ereignete sich um 6:54 Uhr Ortszeit (13:54 Uhr MEZ) knapp 180 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Quito. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Es gibt weltweit etwa 18 Erdbeben dieser Stärke pro Jahr. Regelmäßig kommt es dabei zu starken Schäden an Gebäuden. (http://www.elo-forum.net/Topaktuell/Topaktuell/-2010081221054.html)
von 7,2 auf der Magnituden-Skala an. Diese Werte werden später oft korrigiert. Das Beben ereignete sich um 6:54 Uhr Ortszeit (13:54 Uhr MEZ) knapp 180 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Quito. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Es gibt weltweit etwa 18 Erdbeben dieser Stärke pro Jahr. Regelmäßig kommt es dabei zu starken Schäden an Gebäuden.Quito (dts) - In Ecuador hat sich am Donnerstag ein starkes Erdbeben ereignet. Geologen gaben einen Wert von 7,2 auf der Magnituden-Skala an. Diese Werte werden später oft korrigiert. Das Beben ereignete sich um 6:54 Uhr Ortszeit (13:54 Uhr MEZ) knapp 180 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Quito. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Es gibt weltweit etwa 18 Erdbeben dieser Stärke pro Jahr. Regelmäßig kommt es dabei zu starken
Am 10. August war in Ecuador ein wichtiger Feiertag, der freie Tag für die Bevölkerung wurde jedoch auf diesen Freitag verlegt, damit wir hier ein verlängertes Wochenende geniessen können. Deshalb fahren Anna, André und ich heute zum längst erloschenen Vulkan Pululahua um dort 2 Tage zu wandern und den angeblichen Whirlpool zu geniessen. Am 15. Mai habe ich bereits einige Fotos dieses Vulkans hier veröffentlicht. Damals war ich aber nur am Rand des Vulkans und dieses Mal geht es richtig hinein.
Quito (dts) - In Ecuador hat sich am Donnerstag ein starkes Erdbeben ereignet. Geologen gaben einen Wert von 7,2 auf der Magnituden-Skala an. Diese Werte werden später oft korrigiert. Das Beben ereignete sich um 6:54 Uhr Ortszeit (13:54 Uhr MEZ) knapp 180 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Quito. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Es gibt weltweit etwa 18 Erdbeben dieser Stärke pro Jahr. Regelmäßig kommt es dabei zu starken
10. August 2010
Was kommt denn da geschwommen?
Heute war ich mit den Kindern der 7. Klasse im Fluss schwimmen. In der Schweiz wäre dies wohl nicht denkbar, dass ein einzelner Lehrer mit 25 zehn- bis zwölfjährigen Kindern in einen Fluss schwimmen geht. Doch hier meinte die Klassenlehrerin nur: „Hier hast Du 25 Kinder! Bring mir auch wieder 25 zurück!“ Und schon konnten wir zum Piedra de Yumba (ein Fels im Fluss mit magischen Kräften, Yumba = Ureinwohner dieser Region) losjoggen. Beim Felsen zeigten mir die Jungs, wo man ungefährlich ins Wasser springen kann. Zum Glück habe ich vor meinem ersten Sprung mitberücksichtigt, dass ich einiges grösser bin als die Kinder. Als ich nun so im Fluss schwamm, schrien plötzlich alle Mädchen zusammen los und deuteten auf etwas hinter mir. Zuerst dachte ich, dass eventuell einem der Jungs etwas passiert war und drehte mich blitzartig um. Doch was da im Wasser auf mich zugetrieben wurde, war definitiv zu gross für ein Kind. Ich erkannte gerade noch rechtzeitig, dass es sich trotz brauner Farbe nicht um einen Baum oder Ast handelte, sondern um ein totes Rind. Ich schaffte es gerade noch mich aus der Schwimmbahn der Leiche mit abgetrennten Unterbeinen zu bringen. Der Kadaver schwamm ca. 5 Zentimeter an mir vorbei. Vor lauter Schock konnte ich nur noch Lachen während die Mädchen und mittlerweile auch die Jungs weiter schrien. Ich bin wirklich froh, dass das tote Tier nicht mit zusammengestossen ist. Während wohl in der Schweiz nach diesem Zwischenfall sowohl Lehrer als auch Kinder psychologisch betreut hätten werden müssen, schwamm ich mit den Mädchen weiter um den Felsen herum während die Jungs versuchten dem Rind zu folgen um es noch genauer zu studieren.
Wieso dem Rind an sämtlichen Beinen die untere Hälfte fehlte, wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Vom toten Rind gibt’s „leider“ keine Fotos…
9. August 2010
Diversa…
Nach meinem letzten Telefonat mit meiner Mutter via Skype (all 2 Wuche, gäll Manu!!!) und ihrer Frage, ob ich denn auch schon an gefährlichen Orten in Quito war, möchte ich hier nun offiziell festhalten, dass Quito gar nicht gefährlich ist! Uns wurde unter anderem erzählt, dass es gefährlich sei, alleine auf den Pichincha zu gehen, da einem dort Räuber auflauern oder man von Kindern in Höhlen gelockt wird, wo man dann überfallen wird. Dies war wohl früher so, ist heute allerdings nicht mehr der Fall. Gerade dieses Wochenende waren wir auf dem Panecilo ein Hügel in Quito auf dem eine Jungfrau-Statue steht. Angeblich soll man dort nur mit dem Taxi hoch und runter und auf keinen Fall zu Fuss, da man auch dort ausgeraubt wird. Dies ist für einige Taxifahrer natürlich ein gefundenes Fresse um die Touristen abzuzocken. Wie uns dann aber unser Taxifahrer auf dem Rückweg erklärt hat, ist es überhaupt nicht mehr gefährlich zu Fuss auf den Hügel zu gehen, da es dort eine Polizeistation gibt und Polizisten in Zivil unterwegs sind, die in einer brenzligen Situation auch eingreifen könnten. Ich glaube, dass sich viele der Warnungen einfach über Generationen von Touristen hinweg gehalten haben und dies obwohl sie längst nicht mehr aktuell sind.
Leider habe ich am letzen Freitagmorgen meinen grünen Hut im Bus nach Quito liegen lassen. Deshalb musste ich mich mit einem neuen Regenhut eindecken und bin in „La Ronda“ in Quito auch fündig geworden. Ob mir mein neuer Hut steht, könnt Ihr anhand der neuen Fotos selbst entscheiden… Ich finde schon…
Am Sonntag sind wir von Quito aus nach La Merced gefahren um dort die heissen Quellen zu geniessen. Obwohl ich den Tag mit Anna und André sehr genossen habe, sind meines Erachtens die „Thermalbäder“ dort nicht sehens- bzw. badenswert. Mich hat der Anblick des Wassers dermassen gegraust, dass ich mich mit einem Sonnenbad zufriedengegeben habe. Habe wohl ein Thermalbad auf Schweizer Niveau erwartet, obwohl ich es ja mittlerweile besser wissen müsste. Leider fanden wir danach auch kein Restaurant, dass Guy (Meerschweinchen) verkauft hätte, obwohl sie anscheinend in dieser Region die besten machen.
Dafür war der Ausgang mit unseren ehemaligen Spanischlehrern am Freitagabend sehr lustig! Überlege mir zurzeit das hiesige Bier in die Schweiz zu importieren, da ich seit ich hier bin noch nie einen Kater vom Pilsener bekommen habe.
André hat seinen Aufenthalt in Ecuador verlängert und unterrichtet jetzt an derselben Schule wie ich. Somit kann ich zwar wieder Schweizerdeutsch reden, das Spanisch leidet aber wohl ein wenig darunter. Ich glaub es wird hier auf dem Blog bald wieder Mal Zeit für eine weitere Spanischlektion. Die letzte ist ja schon viel zu lange her…
1. August 2010
Die offizielle Feier
Das Programm:
1. Holz suchen
2. Feuer errichten
3. Feuer entfachen
4. Apero
5. Nationalhymne singen
6. Patriotische Rede (kein linkes Geschwafel)
7. Schnupf mit rechtlich fragwürdigem Schnupfspruch (Schnupf sponsored by Baba&Möne)
8. Cerveza
9. Weitere schöne Lieder
10. Nachtessen
11. Dessert: Schweizer Schoggi (Toblarone)
Ich kann mit Stolz verkünden, dass sämtliche anwesenden Schweizer die Nationalhymne auswendig singen konnten. Von den ausländischen Kindern wurden nach diesem schönen Lied noch weitere Gesänge aus der Schweiz gewünscht. Ich glaube die heute hier zelebrierte 1.August-Feier kann vielen Dörfern und (linken) Städten in der Schweiz als Vorbild dienen, wie unser Nationalfeiertag würdig begangen werden kann. Wir benötigten hier keiner Verbote und keiner Feuerwehr, deren Einsatz in der Regel ja sowieso sehr fraglich ist…
Fotos, die das Patriotenherz höher schlagen lassen!
1. August 2010
Ich wünsche allne Eidgenosse en wunderschöne 1. August!!!
Oder wie es der damalige Bundespräsident Pascal Couchepin 2008 bei seiner 1.August-Rede gesagt hat: „Ihnen allen, ob mit oder ohne Schweizer Pass, wünsche ich von Herzen ein schönes Fest.“
Freue mich jetzt schon auf die 1.August-Rede von Bundespräsident Ueli Maurer…
31. Juli 2010
La cascada de Nanegal: La Piragua
Nachdem ich mich gestern im Verlauf des Tages immer besser gefühlt habe, bin ich am Abend endlich wieder aus dem Haus gegangen um im Dorf zu Abend zu Essen, ein paar Bierchen zu trinken und dann ein Auto zu entwenden. Doch dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Heute war ich mit einigen Volunteers und Einheimischen am örtlichen Wasserfall, den ich eigentlich schon lange mal sehen wollte. War für meinen Geschmack etwas zu touristisch und unsauber. Der Wasserfall selbst aber war wunderschön und das Wasser war erfrischend kalt. Nicht so toll war, dass ich ziemlich hoch oben ausgerutscht und über die Felsen heruntergefallen bzw. –gerutscht bin. Trotz einer harten Landung habe ich nur leichte Blessuren davongetragen. „Eifach nüt degliche tue!“ ---> Foto „Der Sturz“
28. Juli 2010
Krank…
Der Wochenendaufenthalt in Quito war sehr schön. Vor allem hat es mich gefreut meine Gastfamilie wieder zu sehen. Laut meiner Gastmutter ist mein Spanisch bedeutend besser geworden. Darüber bin ich sehr froh, vor allem da ich persönlich keine Fortschritte mehr feststellen konnte.
Leider fühlte ich mich bereits am Freitag nicht mehr so fit und es wurde das ganze Wochenende über schlimmer. Mit letzter Kraft schaffte ich es Sonntag noch auf den Bus zurück nach Nanegal. Seit Sonntag liege ich nun hier im Bett. Anfangs dachte ich an eine leichte Grippe, von der ich mich schnell wieder erholen würde, doch leider hatte ich gestern eine fürchterliche Nacht und habe heute den Arzt im Dorf aufgesucht. Wahrscheinlich habe ich eine Infektion, von einer Mahlzeit oder Wasser das nicht richtig gekocht wurde. Nun habe ich auf jeden Fall Medikamente, die mir hoffentlich schnell wieder auf die Beine helfen. Der Arzt hat mich übrigens schon zum Fussballspielen eingeladen, für die Zeit, wenn es mir wieder besser geht.
Funfact: Wenn an einem Konzert in Quito der Veranstalter fragt, welche Band als nächstes auftreten soll und man dann deutlich hört „Gölä“ und „Züriwest“, dann sind dies zu 99% André und ich.
21. Juli 2010
Wie in den Strassen von Watt und Buchs… nur halt auf Spanisch…
Ich werde versuchen wieder öfters Beiträge auf meinen Blog zu schalten, da ich gemerkt habe, dass er den Leuten in ihren unklimatisierten Büros Hoffnung gibt. So habe ich zum Beispiel eine Nachricht von U.W. aus B. erhalten, in der er schreibt wie sehr er sich über meine niedergeschriebenen Erlebnisse freut. Schön zu wissen, dass meine Berichte auch bei der Migros geschätzt werden.
Ich bin nun bereits die dritte Woche in der Schule. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich bin nicht wie geplant nach zwei Wochen ins Naturprojekt zurückgekehrt. Dies hebe ich mir für die letzten Wochen meines Aufenthaltes hier auf. Ich habe entschieden, dass es für die Kinder besser ist, wenn ich meine sechs Schulwochen direkt am Stück unterrichte.
Seit dem ersten Schultag werde ich jeden morgen von ca. 200 Kindern mit heller Begeisterung begrüsst. Auch wenn ich durchs Dorf laufe, kommen die Kinder herbei gerannt und rufen „Paúl“, „Profé“ oder „Profé Paúl“. In meinen Freistunden kann ich kaum noch an den Schulzimmern, welche grosse Fensterfronten haben, vorbeigehen, da ansonsten der Unterricht darin zusammenbricht. Nachdem ich an der Eltern-Lehrerkonferenz auch den Eltern als neuer Sportlehrer vorgestellt wurde, werde ich nun auch von diesen erkannt und begrüsst. Diese Popularität kann sehr zum Vorteil sein, wie Ihr später noch lesen werdet.
Mit Ausgang ist hier wirklich nichts. Die einzige Bar im Dorf ist die Karaokebar, die aber für die Einheimischen verhältnismässig teuer ist. So kaufen sich die Jungen am Wochenende lieber ein paar Harrassen Bier und setzen sich damit in den Park, wo sie dann Musik ab dem Mobiltelefon hören. Durfte den Samstagabend vor zwei Wochen auch dort verbringen und habe mich um 13 Jahre jünger gefühlt.
Seit ich Quito verlassen habe, gibt es – unabhängig von meinem Konsum – ein neues Gesetz in Ecuador, welches besagt, dass es verboten ist unter der Woche nach 24 Uhr und am Freitag und Samstag nach 2 Uhr früh Alkohol zu verkaufen. Am Sonntag ist der Alkoholverkauf ganz verboten. Dies gilt für Bars, Restaurant und alle Läden. Nun wollten wir (EarthWatchPeople) aber zum WM-Finalspiel doch einige Bier in der Karaokebar trinken und die bekamen wir auch, wohl nicht zu letzt, da ich dort schon des Öfteren nicht nur gesungen, sondern auch getrunken habe. Danach gingen wir noch in die örtliche Paneria (Bäckerei) wo ich zuvor einige Bier habe kalt stellen lassen. Als diese alle ausgetrunken waren, kam ein leichter Frust auf, da nun bereits spekuliert wurde, dass es nirgends mehr was zu kaufen gäbe. Ich begab mich also in den nächsten Laden und wurde dort bereits freudig von einem meiner Schüler begrüsst mit der Frage, was ich denn gerne hätte. Als ich eine Harrasse Bier bestellte, brachte er mir diese sofort und ich konnte diese bei seiner Mutter ohne Probleme bezahlen. Die Freude in der Paneria war riesengross! Bis irgendwann die Polizei vorfuhr, ausstieg und ins Geschäft kam. Es hatte wohl alle Bammel ausser mir. Ich trank gemütlich mein Bier und grüsste die Polizisten freundlich. Nachdem diese ihr Brot gekauft hatten, verliessen sie uns wieder ohne auch nur ein Wort zu sagen. Zur Not hätte ich denen vielleicht ein paar Dinero bezahlen müssen aber das wäre mir das sonntägliche Bier allemal wert gewesen.
Letztes Wochenende kamen mich Anna und André besuche und ich habe sie nach Santa Lucia geführt und ging in meiner Rolle als Touristenführer richtig auf, auch wenn von einer Deutschen als „mein Führer“ betitelt zu werden, doch einige Fragen aufwirft. :-) André zieht anscheinend ernsthaft in Erwägung ebenfalls hierher zu kommen, da er mit seinem Projekt in Quito unterfordert ist. Der Gegenbesuch in Quito erfolgt dieses Wochenende und ich erhoffe mir wieder einen etwas intensiveren Ausgang.
Funfact: Die Einheimischen gehen zum Teil in die Karaokebar nur um zu singen. Getrunken wird dann nichts. Dies ist wohl der Grund warum ein Lied 50 Cents kostet. Leider ist es für trinkende Kunden nicht gratis.
Funfact: Es ist schon seit geraumer Zeit verboten Alkohol an Wahlwochenenden zu verkaufen. Da anscheinend ansonsten nicht mehr alle wählen gehen und ausserdem die Zahl, der sich krank meldenden am Montag darauf drastisch ansteigt.
Anhand der länge meines Berichtes ist bewiesen, dass ich öfters Einträge schreiben muss. Quod erat demonstrandum.
16. Juli 2010
HAPPY BIRTHDAY LINO
Heute feiert mein Göttibueb und Alleinerbe seinen ersten Geburtstag! Leider kann ich nicht mit ihm feiern. Ich wünsche ihm aber auf diesem Weg alles Gute und hoffe, dass er weiterhin so tolle Fortschritte macht und seinen Götti in einem Jahr wiedererkennt. (Späteste Rückkehr 15. Juli 2011) Ich werde hier auf Dich anstossen! Und schau, dass der Vater Deinem Mami auch ein bisschen in der Küche hilft, wenn die Gäste eintrudeln... Dein Götti
6. Juli 2010
Der erste Schultag
Heute durfte ich also zum ersten Mal unterrichten. Aber wie das so in Ecuador ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. So werde ich wohl nur einige Stunden Englisch unterrichten und hauptsächlich alle Klassen von der 1. bis zur 7. im Sport betreuen. Die Englischlehrerin ist jedoch froh, über die wenigen Stunden die wir gemeinsam haben werden, da ihr Englisch nicht besonders gut ist und sie vor allem Mühe hat die Wörter richtig auszusprechen. So habe ich heute 2 Stunden Sportunterricht gegeben und 1 Stunde in der Computerklasse mitgeholfen die Kinder zu betreuen. Mein Stundenplan wird sich aber im Verlauf der Woche noch füllen.
Ausserdem habe ich in meiner allerersten Unterrichtsstunde schon den berühmten Lehrerapfel bekommen. Es war zwar ein Mandarinchen aber das tut meinem Stolz keinen Abbruch.
5. Juli 2010
Der erste Tag in der Schule
Es herrscht hier in der Schule eine grosse Disziplinlosigkeit. Während vorne einer spricht, wird in der hintersten Reihe die ganze Zeit geredet und auch sonst wird sehr viel getuschelt. Keiner hört dem anderen zu und es wird wild durcheinander diskutiert anstatt die Hand zu heben oder andere aussprechen zu lassen. Der Beste war aber, als plötzlich einer seine Schnapsflasche hervorgeholt und sich einen Schluck daraus gegönnt hat. Ganz am Schluss hatte dann einer den Mut zu sagen, dass doch bitte alle ruhig sein und ihm zuhören sollen. Schliesslich hätte er einen Kater und fühle sich nicht so wohl wie ansonsten.
Wenn sich die Lehrer bei der Lehrerkonferenz schon so benehmen, wie werden sich die Kinder dann erst verhalten.
Ausserdem gab es noch eine Präsentation eines Wasserspenders! Ich denke mir mal, dass die dafür der Schule (hoffentlich) etwas gezahlt haben. Schliesslich wollten sie das Produkt auch den Lehrern verkaufen.
Funfact: Schnapsflaschen- und Katermann sind zwei Rektoren an Schulen hier.
26. Juni – 4. Juli 2010
Guete Morge Nadin
Die zweite Woche ist nun auch schon vorbei und ich weiss gar nicht, was ich vom Erlebten alles hier niederschreiben soll. Wir werden sehen…
http://www.santaluciaecuador.com
Die Arbeit war in der zweiten Woche definitiv strenger! Es wurde zum Teil sogar am Nachmittag noch 1 bis 2 Stunden gearbeitet. Mir hat es trotzdem immer noch sehr gut gefallen, was man von der neuen, jungen Volunteerin nicht behaupten kann. Nach einer Woche hatte sie schon genug und hat letzten Sonntag die Heimreise angetreten. Als Arbeiten standen diese Woche an: die Cana-Felder von Unkraut und anderen Pflanzen befreien, die Wanderwege säubern und für die Touristen sicher machen. Dazu musste ich sogar im geschützten Gebiet verbotenerweise zwei Bäume fällen. Jetzt wisst ihr also, wer an der Ausrottung des Regenwaldes Schuld ist.
Die Natur in in Santa Lucia ist einfach wunderbar. Man kann jeden Tag wieder Neues entdecken. Vor allem wenn es dunkel wird, beginnt der Wald zu erwachen. Im Gebiet von Santa Lucia gibt es neben unzähligen Insekten, Schlangen und Vögeln auch Bären, Eichhörnchen und Pumas. Beim Arbeiten muss man immer auf der Hut sein, dass man keine Schlange aufschreckt. Neulich ist mir eine rot-schwarz gestreifte Schlange über den Weg gekrochen, doch bis ich meinen Fotoapparat zur Hand hatte, war sie schon weg. Hatte wohl mehr Angst vor mir als ich vor ihr.
In den Earthwatch Leuten habe ich mich wirklich getäuscht. Nach dem ersten Abend, nachdem alle komischen Themen durch waren. Haben die sich als richtig sympathische Menschen herausgestellt und ich habe die einen von ihnen in dieser kurzen Zeit richtig ins Herz geschlossen und war dementsprechend traurig als sie letzten Sonntag wieder abgereist sind. Das Eis habe ich wohl dadurch gebrochen, dass ich mich als ehemaliger Schweizer Banker auf dem Sozialtrip geoutet habe. Das konnten die einen am Anfang gar nicht glauben. Es scheint als besteht so ein Jahr im Ausland aus lauter neuen Bekanntschaften und aus Verabschiedungen.
Das Essen ist wirklich jeden Tag hervorragend! Ein Kompliment an den Koch meinen Freund Freddy und das ganze Küchenteam!
Funfact: Ich habe versucht den Amerikanern den „Schieber“ beizubringen. Glaube aber, dass es von mässigem Erfolg war. Dafür wissen sie jetzt: „Schieber it’s not a game! It’s a sport!“
So ich werde nun versuchen einige Fotos hochzuladen und hoffe, dass das klappt und sie Euch gefallen.
21. Juni – 25. Juni 2010
Im Nebelwald… oder “muchas chicas locas y solo un Paul”
Die ersten zwei Wochen verbringe ich im “Naturprojekt” Santa Lucia im Nebelwald auf 1920 Metern. Dies ist hier der höchste Punkt und somit hat man von der Unterkunft aus eine herrliche Aussicht in die ganze Region bzw. an ganz schönen Tagen, soll man sogar ins ganze Land (Cotopaxi) sehen können. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Dusche auf zwei Seiten hin oben offen ist und man somit die herrliche Aussicht sogar beim Duschen geniessen kann. EIN TRAUM!!!
Um das Haus fliegen den ganzen Tag Kolibris und in der Nacht wird der hier lebende Puma aktiv.
Bisher war es körperlich noch nicht wirklich anstrengend hier zu arbeiten aber vielleicht wollten sie mich in der ersten Woche ja auch nur schonen. Dafür habe ich dann einfach in der Küche ausgeholfen. Man sieht ja schliesslich wo die Arbeit ist… Heute war zum ersten Mal richtig Action angesagt und so musste ich mit den Maultieren ins Tal, sie dort mit Essen und Material beladen und dann wieder den Berg hochführen.
Es gefällt mir sehr gut und ich habe nun die Gewissheit, dass es richtig war für eine Zeit Quito zu verlassen. Mit dem Personal verstehe ich mich hier super und zum Glück bin ich der einzige Volunteer, so dass ich gezwungen bin Spanisch zu sprechen.
Pregunta:
Was macht man mit einer hübschen Senorita, wenn man alleine mit ihr in einer cabana im Nebelwald ist? GENAU RICHTIG: Man(n) laesst sie in Ruhe das Essen kochen, schliesslich hat man(n) ja Hunger!
AN ALLE MAENNER und vor allem die, die immer Frauengeschichten hören wollen. Und auch an die ecuadorianischen Männer die mich immer verheiraten (casarse) wollen:
Wie ich es bereits vor meiner Abreise gesagt habe, bin ich erstens hier um Spanisch zu lernen und zweitens um in den sozialen Projekten zu arbeiten. Frauen standen und stehen hier nicht auf meiner Pendenzenliste. Es tut mir leid, Euch da enttäuschen zu müssen.
Der Satz “muchas chicas locas y solo un Paul” kommt übrigens nicht von mir sondern von einer Mitarbeiterin in Santa Lucia und bezieht sich auf die jungen Touristinnen, die im Augenblick hier sind.
Da die Internetverbindung hier nicht wirklich viel hergibt, ist es mir unmöglich im Augenblick Fotos hochzuladen. Diese kommen aber ganz bestimmt.
Die Touristen kommen mir zum Teil etwas befrendlich vor. Die einen Reisen mit riesigen Koffern an. Wenn die Maulesel nicht wären, könnten die gar nie hier hoch. Dann haben sie am Abend ihre Sitzungen in denen sie in Listen festhalten was sie heute für Vögel gesehen haben. Das waren die alten Schweden. Jetzt ist eine international Gruppe junger “Earthwatcher” hier, die mir noch sehr weltfremd erscheinen und um jeden Preis die Welt verändern bzw. retten wollen. Als Tourist lernt man ein Land halt eben doch nicht wirklich kennen.
20. Juni 2010
Chau Quito
Voy a Santa Lucia y no tengo Internet por una semana! Chau a todos...
16. Juni 2010
Schweiz 1:0 Spanien
Zur Feier des Tages waren wir heute Raclette essen! War für ecuadorianische Verhältnisse gar nicht so schlecht. Leider fehlten der Weisswein und ein Schnäppschen...
Es gibt nun noch mehr Huella Verde Fotos...
11. – 14. Juni 2010
Huella Verde
Nach 1 Stunde mit drei verschiedenen Trolleys durch Quito, fuhren wir mit dem Überlandbus 5 Stunden lang nach Puyo und von dort noch eine Stunde auf der Ladefläche von Christofs Pickup nach Canelos. Von dort ging es dann, in den von uns frisch gefassten Regenstiefeln, noch 30 Minuten durch den bereits dunklen Regenwald. Die Spaghetti al dente, die uns dort erwarteten, waren die Anfahrt schon allemal wert. (In Ecuador verstehen sie sich nicht so aufs Teigwaren kochen…)
Die Cabanas von Huella Verde sind wirklich inmitten des Jungles und so konnten wir während der Nächte den Tieren rund um unsere Unterkünfte lauschen. An ein Schlafen ohne Moskitonetze ist dort nicht zu denken!!!
Am Samstag führte uns Camillo, ein Indicho aus Canelas, während 5 Stunden durch den Urwald. Zu jeder Pflanze und jedem Tier wusste er etwas zu erzählen. Wichtig war für uns natürlich, welche Pflanzen giftig sind und welche heilende Wirkungen haben. Leider bekamen wir nur sehr wenige Tiere zu sehen, ausser natürlich Ameisen und handgrossen Spinnen. Aus der Ferne konnten wir noch einige Affen, sich über Bäume vor uns flüchtend, sehen und am grössten Baum des Hügels hingen einige Fledermäuse, die man aber kaum erkennen konnte, da sie sehr gut getarnt waren. Aber auch die Flora war wunderschön und hatte viel zu bieten. So konnten wir diverse Früchte kosten und haben sogar von einem Bambusbaum das Holz gegessen. Wirklich lecker und sehr wasserhaltig! Es war wahnsinnig beeindruckend einfach stundenlang durch diese grüne Landschaft zu wandern. Obwohl es praktisch die ganze Zeit geregnet hat, machte uns dies dank der warmen Temperaturen nichts aus.
Nach einer sehr schlechten Nacht (Magenprobleme) wollte ich zuerst am Sonntag gar nicht mit auf die Kanutour, doch nachdem mir Camillo mit einem Ei die schlechte Energie aus dem Körper gezogen hatte, ging es mir wieder besser und ich konnte den Ausflug auch miterleben. Wir fuhren ca. 4 Stunden auf einem selbstgemachten Kanu den Fluss hinunter und Camillo bereitete uns Fisch am Feuer auf Indicho-Art zu. Weiter Fluss abwärts holte uns dann Christof mit seinem Pickup wieder ab und wir legten auf der Heimfahrt noch einen Zwischenhalt bei „Don Marco“ ein, dem ich unbedingt noch ein Bier mit Grüssen aus der Schweiz spendieren sollte. Wäre ich etwas besser „zwäg“ gewesen, hätte dies ein richtig feucht-fröhliches Beisammensein werden können.
Am Montag hiess es dann leider schon wieder zurück nach Quito! Die langen Busfahrten sind dank den bequemen Sitzen und der Filmen, die sie während der Fahrt laufen lassen doch recht gut zu ertragen.
Obwohl wir sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt durch Baño fuhren, haben wir vom dort aktiven Vulkan nichts gesehen oder mitbekommen.
An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an Dagmar & Christof für alles. Das Essen, vor allem die Salatsauce, die tolle Gastfreundschaft und die Cabanas waren wirklich super! Auch nochmals ein herzliches Danke an Camillo!
Fazit: Huella Verde ist ein Muss für jeden Touristen in Ecuador! Touristisch unberührte Natur zu einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich sehen lässt.
10. Juni 2010
Ab nach Huella Verde
Am Freitag nach der Schule geht’s ab nach Canela, genauer gesagt in die Urwald-Unterkunft Huella Verde (Grüne Spur). Dort wollen Anna, Sophie, André und ich die Wildnis Ecuadors kennenlernen. Huella Verde gehört einem Schweizer (Christof) und seiner ecuadorianischen Frau (Dagmar), die wir bereits in Quito kennenlernen durften. Christof ist der Cousin eines guten Freundes von mir, der die Kontaktaufnahme ermöglicht hat. „Herzlichen Dank Göpf!“ Wir waren am Sonntag vor 2 Wochen von Dagmar und Christof zu einem Apéro eingeladen worden, da sie übers Wochenende in ihrem Haus in Quito waren. Doch zu unserer Überraschung gab es anstatt eines Aperos ein Krebsessen vom Feinsten. Das Bier floss in Massen und wir unterhielten und amüsierten uns den ganzen Nachmittag. Danach beschlossen wir, unsere neu gewonnen Freunde auch im Jungle zu besuchen.
Also freut Euch auf den kommenden Bericht und die Fotos…
Wer es nicht abwarten kann, darf Mal bei Huella Verde hereinschauen:
5. Juni 2010
Pichincha
Heute sind Anna (Deutsche Ärztin, seit 2 Wochen hier), André und ich (nach nur 4 Stunden Schlaf) auf den Hausberg bzw. -vulkan von Quito gestiegen. Zuerst fährt man mit dem Teleferico (höchstgelegene Gondelbahn der Welt) vom Stadtrand von Quito auf 4100 Metern hoch. Von dort sind es noch ca. 3 Stunden bis zum Gipfel auf 4696 Metern. André entschied sich auf halber Strecke für die Actionvariante, welche Klettern beinhaltete. Anna und ich nahmen den leichteren Wanderweg. Werde mit dem Alter wohl langsam vernünftig. :-( Die Aussicht von der Spitze war traumhaft. Mit dem Wetter hatten wir Glück; es schien die ganze Zeit die Sonne, nur der Cotopaxi versteckte sich meistens hinter einigen Wolken. Der Pichincha ist wohl einer der wenigen Orte weltweit, von denen man die fliegenden Flugzeuge von oben sehen kann. Es war ein herrlicher Tag und die „kleine“ Wanderung gilt hier als guter Einstieg für weitere, grössere Exkursionen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pichincha
Funfact: Neun von zehn Ärzten empfehlen nach dem Abstieg ein Bier zu trinken. Wenn wir Anna auch noch davon überzeugen können, sind es zehn von zehn.
31. Mai – 4. Juni 2010
Die Projekte werden konkret
Ich habe nochmals zu meinem ersten Monat zusätzlich 2 Wochen Spanischunterricht gebucht. Das heisst, dass ich mein erstes Projekt am Montag 21. Juni beginne. Ich habe mich nun gegen meine ursprüngliche Planung für ein Projekt auf dem Land bzw. im Urwald entschieden und werde zum einen Kinder unterrichten und zum anderen im Nebelwald der Natur Sorge tragen. Die Ortschaft heisst Santa Lucia und liegt ca. 2 Stunden nördlich von Quito. Das ganze Projekt wird drei Monate dauern und ich werde jeweils abwechslungsweise 2 Wochen im Dorf wohnen und Kinder unterrichten (Englisch und Sport) und dann 2 Wochen im Urwald wohnen und in einem ökologischen Projekt arbeiten. Während den drei Monaten werde ich nicht bei einer Familie leben sondern jeweils in einem Gemeinschaftshaus mit anderen Freiwilligen. Ich hoffe, dass es nicht zu viele Deutschsprachige haben wird, damit ich mein Spanisch weiter verbessern kann.
Für die Zeit, in der ich später wieder in Quito bin, habe ich mich auch schon für ein Projekt entschieden, das ich in der nächsten Woche mit Marylene besuchen werde. Dort geht es darum Kinder zu unterrichten, die in einem Heim leben, da ihre Mütter im Gefängnis sind. Die Kinder waren früher zusammen mit den Müttern im Gefängnis und haben dort sehr schlimme Dinge erlebt, bevor sich die Mütter einverstanden erklärt haben, dass die Kinder in dieses Heim dürfen.
Am Freitagabend war ich an einer Geburtstags- und Abschiedsparty eingeladen. Es war auf dem Dach eines Hostels. Vom Dach hatte man eine herrliche Aussicht auf die Lichter der Stadt. Es waren sowohl Ausländer als auch Ecuadorianer an der Party. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und die eine oder andere Freundschaft geschlossen. Luis, einem jungen Ecuadorianer habe ich die wichtigsten Sätze in Deutsch beigebracht. Frauen nehmt euch in acht…
30. Mai 2010
Endlich Ausgang
Kleine Anekdote vom Freitag: André und ich bestellen zusammen eine Pinta Bier mit zwei Gläsern. Da dann aber ein eher kleiner Krug Bier kam, bestellte André gleich nochmals eine Pinta. Die Bedienung meinte ganz erstaunt zuerst zu André danach zu mir, ob das ernst gemeint sei, denn eine Pinta koste USD 5.-. Es war unser Ernst und wir tranken dann unsere Pintas um danach gleich nochmals zwei, bei der nun noch mehr verdutzten Bedienung, zu bestellen. Wie wir dann merkten ging es der hübschen Dame gar nicht um die USD 5.- pro Pinta sondern darum, dass eine Pinta einem Liter Bier entspricht. Da die Gläser aber so komisch geformt sind, ist uns das gar nicht aufgefallen. Ich war der festen Überzeugung, dass es sich um maximal 600ml handeln kann.
28. Mai 2010
Cosas diferentes
Heute gabs zum Mittagessen Kuhzunge. Dies wurde mir allerdings erst gesagt, nachdem ich sie genüsslich verspeist hatte.
Das Haus meiner Familie steht am südlichen Ende der Flughafenlandebahn. Das heisst, dass die Flugzeuge ca. 300 Meter neben und ca. 50 über dem Haus durchfliegen und dies unter Umständen bis nachts um 12 Uhr. Also liebe Flugschneisse-Süd-Nein-Befürworter, solange nicht die Fensterscheiben bei jeder Landung wackeln, nicht rummotzen. Ah ja, die Flugzeuge starten auch von Süden her, d.h. da werden die Düsen Mal auf Vollschub geschaltet bis das Flugzeug dann endlich losrollt.
Mit 178cm Körpergrösse gehöre ich hier zu den grössten Menschen. Abgesehen von einigen Ausnahmen und den Touristen kann ich hier im Bus locker allen auf Kopf schauen. Ist doch Mal ein anderes Gefühl die Welt von oben zu sehn. Haha…
In den 3 Wochen, in denen ich jetzt hier bin, habe ich mehr Früchte (und Gemüse) gegessen als in der Schweiz. Und dies absolut gesehen!!! Zum Frühstück gibt’s bereits einen Teller voller diverser Früchte. Echt lecker!
Verkehrsregeln: Es ist hier sehr einfach die Autofahrprüfung zu machen und dementsprechend fahren die Leute auch. Die Blinker sind grundsätzlich für alles zu gebrauchen am Wenigsten aber für das Anzeigen von Richtungsänderungen. So kann es durchaus sein, dass ein Autofahrer im Kreisel den Blinker links setzt aber den Rundverkehr nach rechts verlässt. Der Pannenblinker wird dagegen sehr eindeutig gebraucht. Nein, nicht wenn man eine Panne hat sondern wenn man am Trottoir halten möchte. Also merken; im südamerikanischen Strassenverkehr ist Vorsicht besser als Nachsicht.
27. Mai 2010
Vamos a Saquisili
Heute sind wir mit der Schule an den bekannten Markt in Saquisili gefahren. Obwohl Sophie seit dieser Woche in ihrem Projekt arbeitet, war sie auch mit von der Partie. Für die Hinfahrt habe ich für die gesamte Gruppe Donuts und Bier organisiert, so dass bereits die Hinfahrt ein fröhliches Beisammensein war. Nach 2 Stunden Fahrt waren wir dann in Saquisili. Der dortige Markt teilt sich (auch räumlich) in drei verschiede Märkte auf: Tiermarkt, Markt für Gemüse und Früchte und der Kleidermarkt. Der Tiermarkt hat mir persönlich am Wenigsten gefallen, dies vor allem wegen der schlechten Tierhaltung. Aber die beiden anderen Märkte waren wirklich toll. Man läuft zwischen so vielen Ständen durch und überall gibt es frisches Gemüse und Früchte, die ich bis heute noch nicht gekannt habe aber super geschmeckt haben. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Küchen mit einigen Tischen, an denen man ecuadorianisches Essen geniessen kann. Speziell aufgellen sind uns natürlich die Meerschweinchen. Auf dem Tiermarkt waren sie noch in ihren Käfigen und am Leben und ein paar hundert Meter weiter liegen sie dann schon auf dem Grill. Auf dem dritten Markt habe ich mir dann einen Poncho gekauft. Er gefällt mir echt gut ist aber für mich wahrscheinlich etwas zu warm, da ich bereits morgens im T-Shirt aus dem Haus gehe. Dank der Mithilfe von Noemi (Spanischlehrerin) konnten wir den Preis von ursprünglichen USD 25.- auf USD 15.- runterhandeln. Auf der Heimfahrt waren alle so erschöpft, dass es sehr ruhig war im Bus und einige sogar schliefen.
Ach ja… gestern Abend war ich in einer Bar in Gringo-Landia (Touristenausgangsviertel). Es war eine Benefizveranstaltung für Kinder. Es spielten einige Bands junger Ecuadorianer. Der Sound war sehr vielfältig und ging von Raggae über Funk bis hinzu Rap. Die Stimmung war super und die Leute gingen richtig ab. Habe diesen Abend zusammen mit Sophie richtig genossen!
26. Mai 2010
Direccion Nacional de Migracion
Heute war ich auf der Schweizer Botschaft und habe mich danach offiziell auf der Policia Imigracion gemeldet. Nach 1.5 Stunden im Wartesaal und USD 4.50 (50 Cents fürs Laminieren) habe ich nun einen ecuadorianischen Ausweis. Bisher war ich wohl ein illegaler Einwanderer. Vielleicht werfe ich vor meiner Heimreise meinen Schweizer Pass fort und beantrage Asyl.
Die Fotos der Basilica sind nun endlich online und ich habe „Fahrt zum Strand“ um einige grüne Fotos erweitert.
25. Mai 2010
Español con Paul
Übers Wetter reden:
calor = warm, heiss (Personen)
caliente = warm, heiss (Klima)
Tengo calor. = Ich habe heiss.
El tiempo esta caliente. = Das Wetter ist heiss.
Aber...
Estoy caliente. = Ich bin spitz.
In der Disco:
Estoy cansado. = Ich bin müde. (Vielleicht kommt die hübsche Latina mit Dir nach Hause.)
Estoy casado. = Ich bin verheiratet. (Die hübsche Latina kommt ganz bestimmt nicht mit Dir nach Hause.)
Diario del fin de semana
El sábado me levanté a las 10:00. Tomé solo un pegueño desayuno. Después hice mi mochila para mi fin de semana en la playa. Partimos a la 1:00. Me gustó mucho el viaje por el bosque lluvioso. Después de 6 horas estábamos cerca de Esmeralda en la vivienda de mi familia. Es una vivienda grande y cerca del mar. La primera noche cantamos Karaoke y tomamos mucha cerveza y aguardiente. Canté cansiones españolas que no las supe.
El domingo me levanté a las 10:00 tambien. Fuimos a la playa. Me gustó mucho el mar y sus olas fuertes. Después comimos en una cabaña pero era mi mejor comida del Ecuador. En la tarde nadé con los niños y después me relajé en el jacuzzi.
El lunes tomames el desayuno, después nadé en la biscina y después regresamos a la casa en Quito.
22. – 24. Mai 2010
Vamos a la playa
Am 24. Mai wird jeweils die Unabhängigkeit von Quito gefeiert. Da der 24. dieses Jahr auf den Montag fiel, bedeutete dies ein verlängertes Wochenende, an dem ich mit der Familie ans Meer in ihre Ferienwohnung fahren durfte. Nach ca. 6 Stunden fahrt waren wir in der Nähe von Esmeralda am Pazifik angekommen. Die Familie hat eine Penthousewohnung mit einer Dachterrasse, die nochmals gleich gross ist wie die Wohnung selbst. Im Appartementkomplex gibt es einen Pool und einen Whirlpool und zum Meer sind es ca. 400 Meter. Obwohl ich mich eingecremt habe, hat mich die Sonne trotzdem erwischt. Jedoch sehr komisch… Es war das erste Mal, dass ich im Pazifik schwimmen war und so genoss ich das warme Wasser. Zum Mittagessen gingen wir in ein Wellblechdachrestaurant ohne wirkliche Wände und ich dachte bereits, was ich mir hier wohl für Krankheiten hohlen werde. Doch zu meiner Überraschung war es das beste Essen, das ich hier in Ecuador bis jetzt gegessen habe. Fisch frisch aus dem Meer…. mhhhhh…..
Die Hin- und Rückfahrt selbst war schon ein Erlebnis. Von 3000 Metern runter auf 0 Meter durch den tropischen Wald. Während ca. 3 Stunden sieht man links und rechts nur Bäume. Vereinzelt kommen zwischendurch ein paar ganz einfache Häuser, die in der Regel auf Pfählen gebaut sind. Da der ganze Urwald aus vielen Tälern und Bergen besteht, geht es auf der einen Seite der Strasse steil aufwärts und auf der anderen Seite steil hinunter. Auf der Hinfahrt war die Sicht klar, so dass man über viele Täler und Berge sehen konnte. Auf der Rückfahrt hatte es vermehrt Nebel, was aber dem Urwald noch den letzten Touch gab. Leider konnte ich aus dem fahrenden Auto keine allzu tollen Fotos machen. Ich denke aber, dass ich nicht das letzte Mal im Jungle war.
20. Mai 2010
Mein eigenes Zimmer
Kurz vor meiner Ankunft waren im Haus einige Wasserleitungen kaputt gegangen, so dass ich die ersten 10 Tage im Zimmer von Pancho schlafen musste, während er in einem anderen Gästezimmer schlief. Der Familie war es wichtig, dass ich von meinem Zimmer direkt in ein Badezimmer konnte. Am Dienstag konnte ich nun endlich mein eigenes Zimmer mit eigenem, frisch renoviertem Badezimmer beziehen. Am Anfang war es noch ein rechtes „Gläuf“, da die ganze Familie mein Badezimmer bestaunen wollte. Nun konnte ich endlich meinen Rucksack richtig auspacken, die Kleider in einem Schrank verstauen und meine Unterkunft etwas persönlicher gestalten.
Heute habe ich meiner Gastmutter 25 langstielige rote Rosen nach Hause gebracht um mich für die Gastfreundschaft zu bedanken. Damit jetzt die Frauen, die von mir noch nie einen Blumenstrauss bekommen haben nicht wütend oder enttäusch sind, sei gesagt, dass dieser Bund Rosen hier nur USD 3.- kostet. In der Schweiz sind die ecuadorianischen Rosen zwar teuer, doch hier sind es halt einfach nur Rosen…
Heute war ich ausserdem mit meinem Spanischlehrer im „El Museo de Banco Central“. Wir haben uns den Teil mit der ecuadorianischen Geschichte angeschaut. Sehr interessant wie die Bevölkerung gelebt hat bevor die Spanier kamen und schockierend welchen Schaden die Fremden diesem Land und ganz Südamerika mit einer auferzwungenen Kultur und Religion zugefügt haben. Eljas mein Lehrer konnte zu fast jedem Artefakt etwas erzählen. Mit ihm unterhalte ich mich regelmässig über soziale und politische Probleme, was ich persönlich sehr interessant finde und mir die ecuadorianische Kultur auch näher bringt. Die anderen Lehrer scheinen dies weniger zu tun.
Nachdem ich ein erstes Artefakt fotografiert hatte, wurde ich von einem Security-Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass das fotografieren verboten sei. Die bereits gemachten Fotos musste ich nicht löschen…. Seht mal nach….
19. Mai 2010
En espanol por favor
Mein Spanischlehrer Eljas hat erst heute realisiert, dass ich vorher noch nie Spanischunterricht hatte. Er war daher sehr überrascht, wie gut ich schon Spanisch kann und ich war überrascht, da ich sicher bin, dass ich ihm dies bereits am ersten Tag gesagt habe.
Gestern waren Sophie, André und ich im Kino und haben uns „Legión de Ángeles“ angeschaut. Englisch mit spanischem Untertitel. Der Eintritt kostete USD 5.55. Interessant an diesem Film ist, dass für einmal Gott der Bösewicht ist. Danach genehmigten wir uns noch ein paar Bierchen in einer Bar. Es war meine erste Bar hier in der das Bier – verhältnismässig – teuer war. Die 330ml-Flasche Pilsener kostete USD 3.-.
Heute war ich mit meiner Gastmutter Wilma und Sohn Pancho nochmals im Kino: „The Rebound“. Für meinen Geschmack etwas zu viel aus meinem eigenen Leben… aber dennoch ein sehr schöner und empfehlenswerter Film.
Als ich gerade erst hier angekommen war, hatte ich noch das Gefühl, dass ich auf keinen Fall TV sehen, zuviel vor dem PC sitzen oder ins Kino gehen darf, da ich ja schliesslich hier bin um eine neue Kultur und neue Menschen kennenzulernen. Doch jetzt, wo ich langsam auch mental hier angekommen bin, realisiere ich, dass es in einem Jahr auch Mal Zeit für solche Dinge braucht und ich die Zeit dafür ja wirklich habe. Gehört ja hier schliesslich auch zur Kultur.
Ach ja USD 5.55 kosteten alle 3 Kinotickets zusammen…
18. Mai 2010
Mi celular
Ich bin nun auch via Mobiltelefon erreichbar. Meine Nummer lautet:
00593 83 47 15 44
16. Mai 2010
Mi familia
Heute hatte die Schwester meines Gastvaters Fernando Geburtstag. Deshalb gingen wir mit ihr Essen. Zur Vorspeise gab es für mich eine Hühnersuppe. Als ich den Löffel voller Vorfreude so richtig in die Schale eintauchte und ihn bereits leerschlürfen wollte, sah ich zu meinem Entsetzen einen Hühnerfuss darin. In der Suppe schwamm noch ein zweiter. Ich hatte mir zwar vorgenommen, hier alles mindestens einmal zu probieren, doch sass der Schock etwas zu tief, so dass ich die Hühnerfüsse für dieses Mal sein lies und nur die Suppe ass.
Nun wurde ich schon mehrmals gefragt, aus welchen Personen meine Gastfamilie überhaupt besteht. Hier also nun die gewünschten Informationen: Ich wohne zusammen mit der Mutter Wilma, Vater Fernando und Bruder Francisco „Pancho“ (31) im Parterre des Hauses. Im ersten Stock wohnen die Schwester von Wilma Magdalena und ihr Vater Luis (98). Im Haus schräg vis-à-vis wohnt die Tochter Paola (25) mit ihrer Tochter Nahia (4). Zwei Häuser neben uns wohnt der älteste Sohn Giovanni (34) mit seiner Frau Gabriela (26) und den drei Kindern Sebastian (11), Fioralla (7) und Vanessa (3). Bei uns im Haus leben noch die Hunde Lucas und Luna und Giovanni hat den kleinsten Hund Wendy. So das wären wohl alle… jetzt fehlen nur noch die Fotos oder doch nicht?
Reisetipp: Das hiesige Bier heisst zwar „Pilsener“ ist aber trotzdem sehr empfehlenswert! Nicht das ich grundsätzlich etwas gegen Deutsches Bier hätte, doch habe ich mir hier einen etwas exotischeren Namen für das Bier erhofft. Für Südamerikaner stellt wohl die deutsche Braukunst das höchste der bierischen Gefühle dar. Meiner Gastfamilie musste ich erklären, dass in Wirklichkeit das Schweizer Bier das Nonplusultra ist. Eine grosse Flasche Bier kostet in einer Bar zwischen USD 1.25 und USD 2.00 und fasst, zu meiner Überraschung, 710ml.
Die Hühnerfüsse die ich auf die Seite gelegt hatte, wurden von den kleinen Enkelinnen (el ninas) genussvoll abgenagt. Dies zeigte mir wieder, dass man hier halt trotz all der amerikanischen Fastfoodketten, doch noch anderes Essen gewohnt ist. Gibt es wohl ein Schweizer Essen, welches Südamerikaner dankend ablehnen würden?
15. Mai 2010
La Ronda y canelaso
Am Samstagabend nahmen mich Wilma, Paolo und Pancho mit in eine alte Strasse „La Ronda“. Es handelt sich um einen sehr geschichtsträchtigen Ort, der für die Touristen renoviert wurde. Überall gibt es Hotels, Restaurants, Bars, kleine Läden mit landestypischen Dingen und natürlich strömt aus jedem Haus lateinamerikanische Musik. Hier sind wir einige Male hin und her gelaufen und ich konnte die schönen Häuser und das südamerikanische Ambiente geniessen. Getrunken haben wir „canelosa“! Es schmeckt Glühwein recht ähnlich und wird auch heiss getrunken, der Schnaps dafür jedoch wird aus Rohrzucker hergestellt. Leider war der Fotoapparat nicht mit dabei! Beim nächsten Mal… versprochen!
Reisetipp: Ein Motel ist hier nicht ein Motel wie man es sonst auf der Welt kennt. Motels sind hier für „Pärchen“ die das Zimmer nur für ein Paar Stunden benötigen. Als steigt lieber in einem Hotel ab! ;-)
Funcfact: Von Wilma meiner Gastmutter werde ich tatsächlich als „mi hijo de Suiza“ vorgestellt, was soviel heisst wie „Mein Sohn aus der Schweiz“!
14. Mai 2010
Basilica del Voto Nacional
In der Schule sind zurzeit noch zwei andere Schüler: Sophie aus Deutschland und André aus der Schweiz. Heute sind wir nach der Schule zusammen Mittagessen gegangen und haben danach die Basilica del Voto Nacional besichtigt. Ein sehr eindrücklicher Bau, von dem ich leider keine Fotos habe aber bestimmt bei meinem nächsten Besuch noch machen werde. Die Basilica hat wahnsinnig schöne, grosse, farbige Fenster und man kann in die Türme hochsteigen, von wo man einen wunscherschönen Ausblick auf ganz Quito und den Hausberg Pichincha hat. In die Türme kommt man allerdings nur über sehr steile und nicht allzu sichere Leitern hoch. In Europa wären diese Kirchentürme für Touristen längst gesperrt worden! Zum Glück hier nicht, denn die Aussicht war den „gefährlichen“ Aufstieg alle Mal wert.
Auf dem Placa Grande wurde ich später von einem Schuhputzjungen angesprochen, der meine Schuhe unbedingt „wieder“ schwarz machen und putzen wollte. Da ich mehrmals dankend ablehnte, war plötzlich André bereit für mich zu zahlen. Meine schönen und bis heute eigentlich noch nie schwarzen Schuhe sind jetzt hauptsächlich schwarz. Sowohl die Schuhbänder als auch das Nike-Zeichen. Aber der Junge hatte so Freude und wir nun eine gute Geschichte zu erzählen, dass ich ihn trotz der Voraussicht auf das Ergebnis gewähren lies. Bei einem kühlen Bier in der Altstadt lachten wir über die Geschichte und meine Schuhe, die in der Zwischenzeit auch meine Hosen schwarz gefärbt hatten.
Seit dem zweiten Schultag schlafe ich nicht mehr so gut, da ich angefangen habe in Spanisch zu träumen und es im Schlaf nicht so richtig verstehe oder es mein Unterbewusstsein nicht verarbeiten kann, so dass ich immer wieder aufwache. Sophie hat mir bestätigt, dass es ihr ähnlich geht. Das hat mich wieder ein wenig beruhigt, so dass ich weiss, dass ich immerhin noch nicht eingeliefert werden muss.
13. Mai 2010
Die erste Woche
Ich gehe nun jeden Morgen zur Schule und mache anscheinend gute Fortschritte. Man selbst kann das ja nur schwer beurteilen oder ist zu bescheiden. ;-) Am Nachmittag mache ich meine Hausaufgaben und lerne sonst noch Spanisch oder spiele mit den Kindern. Am Anfang noch etwas zurückhalten (wohl auch wegen der Sprachbarriere) haben wir uns nun schon gegenseitig ins Herz geschlossen.
Heute war ich das erste Mal (alleine) in der Altstadt. Wunderschön wie sich die alten Gebäude vor dem grünen Hintergrund aufbauen. Hier könnte ich lange verweilen und den Anblick geniessen. Aber seht Euch die Fotos doch selber an.
Zurzeit fotografiere ich fast ausschliesslich mit meiner kleinen Kamera, da ich zuerst noch herausfinden muss, wo ich meine Spiegelreflexkamera ohne Angst mitnehmen kann. Die Superqualitätsfotos folgen aber bald…
Die Fotos sind jeweils mit einem Titel oder Kommentar versehen. Diese sind leider sehr klein und können daher leicht übersehen werden. Also genau hinsehen! Schaut auch Mal in die älteren Ordner rein, da diese von Zeit zu Zeit aktualisiert werden.
10. Mai 2010
Mein erster Schultag
Heute war mein erster Schultag aber anstatt mit dem Professor Vokabeln oder Grammatik zu lernen durfte ich ihm fast eine Stunde lang erklären, wie es um das Schweizer Polit-System bestellt ist und dies natürlich auf Spanisch! Für das, dass ich ja wirklich kein Spanisch kann, ging es eigentlich recht gut! Von meiner „Betreuerin“ Marylene bekam ich viele Informationen bezüglich Quito und den Unternehmungsmöglichkeiten! Dies ist wichtig… schliesslich will ich ja mein Salsatanzen verfeinern.
Am Abend war ich mit meiner Gastfamilie noch im Supermarkt einkaufen. Um 8 Uhr abends spielte dort eine Live-Band und die Leute tanzten dazu. Sogar in der Warteschlange an der Kasse wurden die Hüften geschwungen. So etwas wird man in der Schweiz vergebens suchen. Ich jedenfalls habe diese Situation sehr speziell empfunden und total genossen!
9. Mai 2010
Ausflug in den Süden
Für den Muttertag wurde mir ein Ausflug zu einer Freundin der Familie angekündigt mit einer Fahrtdauer von 2 Stunden. Wir waren dann aber ca. 3.5 Stunden unterwegs bis wir endlich da waren. Zu meiner Überraschung fuhren wir jedoch am Haus, um das bereits viele Autos standen vorbei. Wie ich mir später erklären liess, waren dort schon Familienangehörige der Freundin zu Gast und diese trinken anscheinend viel Eierlikör, was man sich nicht unbedingt antun wollte. Schade eigentlich, gehört doch dieses klebrige Zeug zu meinen Lieblingsgetränken. ;-) Wir fuhren danach noch weiter in das Touristendörfchen Bagno und nach Pelineo, wo man Jeans schon für 3 Dollar kaufen kann! Und ich habe doch tatsächlich meinen Rucksack mit Kleidern gefüllt! Nach dem 3 Kleiderladen meinte mein Gastfamilienvater von jetzt an solle ich mit seiner Tochter Paola durch die Läden ziehen (Wilma, seine Frau, hatte mir bereits vorher gesagt, dass er beim Shopen nicht der Geduldigste sei). Und so durfte ich mit Paolo noch durch ca. 10 weitere Läden ziehen um eine passende Jacke zu finden.
Zur Fahrweise in Ecuador lässt sich sagen, dass wohl ein betrunkener Schweizer sich noch mehr an die Fahrvorschriften hält als hier wohl 95% der nüchternen Fahrer. Meinen Gastfamilienbruder Francisco, von allen liebevoll nur „Pancho“ genannt, muss ich aber an dieser Stelle ein Kränzchen winden. Er hat die Situation jederzeit im Griff! Sogar wenn wir zu 11 in einem 5-Pläter-Auto unterwegs sind.
Funfact: Die Schaufensterpuppen haben hier doch tatsächlich den typischen Latina-Hintern!
Auf der Shopping-Tour mit Paola sind mir vor allem die Blicke der Einheimischen aufgefallen. Es scheint Ihnen nicht gefallen zu haben, dass ich als Weisser mit einer hübschen Latina einkaufen gehe. Hier bin ich also das Opfer von Vorurteilen. Interessant…
8. Mai 2010
Mein erster Tag
Meine Familie ist sehr bemüht, ohne angestrengt zu wirken, mich zu unterhalten. Sei dies mit allerlei Diskussionen oder mit kleineren Ausflügen. So haben wir heute einen alten erloschenen Vulkan auf ca. 3000 Metern besichtigt. Obwohl Quito selbst auf 2850 Metern liegt und die Berge ringsum bis auf 4000 Meter und höher ragen ist hier dennoch alles grün. Vom Heuschnupfen kann ich mich also wohl doch nicht, wie erhofft, verabschieden. Dem Präsidenten bin ich heute schon zwei Mal begegnet! Zuerst kommen 2 bis 4 Polizeimotorräder, die die Strasse räumen, gefolgt von einem Polizeiauto und einem zivilen Cheep, dann kommt die Präsidentenlimousine und danach nochmals ein Cheep und ein Polizeiauto.
Funfact: Gemäss meinen Gastfamilienbruder Francisco gilt in Ecuador; „In Ecuador non es prohibito!“ – „In Ecuador ist nichts verboten!“
Funfact: In der Schweiz haben die an die Geleise gebunden Fahrzeuge vortritt, in Ecuador der Präsident!
Quito ist eine Stadt der Gegensätze! Während das Shoppingcenter schwer an eine Mall in den Vereinigten Staaten erinnert, versuchen nur ein paar Strassen weiter, Leute aus der untersten Bevölkerungsschicht ein paar Cents zu verdienen, indem sie Dir etwas verkaufen wollen oder einfach nur betteln. Ich glaube diese Gegensätze werden wohl noch stärker werden, je weiter man ins Land hinaus geht.
7. Mai 2010
Abreise und Ankunft
Nach nur einer Stunde Schlaf musste ich bereits wieder aufstehen, da mein Flug nach Madrid bereits um 0740 ging. Obwohl ich für die ganze Strecke LAN gebucht hatte, hatte man mir bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass der erste Flug mit Iberia sein werde. Umso erstaunter war ich dann in Madrid, als ich ebenfalls wieder in eine Iberia-Maschine steigen musste. Nach der Ankunft in Quito erklärte mir mein Gastbruder, dass der LAN-Flug gecancelt worden sei, was man mir aber weder in Zürich noch in Madrid mitgeteilt hatte. Der Flug war von schlechtem Essen und noch schlechterem Service geprägt und die Boardunterhaltung war unter jeder Sau. Das einzige Highlight war die gute, unter den topographischen Umständen schwierige, Landung des Piloten. Umso herzlicher wurde ich dann von meiner Gastfamilie empfangen. Von der Gastmutter wurde ich gleich umarmt und sie sagte mir, dass ich nun für die nächste 10 Monate ein Teil ihrer Familie bin und mich bei ihnen absolut zuhause fühlen soll. Obwohl ich bis jetzt kein Spanisch spreche, gehen die Unterhaltungen doch recht gut voran. Im Notfall hilft mein Gastbruder aus, der auch Englisch spricht.
Reisetipp Nr. 1: Auf keinen Fall Iberia oder LAN buchen. Wer nach Quito fliegen will, soll unbedingt mit KLM über Amsterdam fliegen. Es lohnt sich!
6. Mai 2010
In Quito sowohl während der Sprachschule als auch im Projekt werde ich bei einer Gastfamilie wohnen. Von den Unterlagen her, die ich erhalten habe, scheinen dies sehr sympathische Menschen zu sein und ich freue mich schon sehr die Familie inkl. 99-jährigem Grossvater kennezulernen.
Meine Adresse in Quito ist:
Family Duran Vejar
c/o Paul Zimmermann
De la Canela 257 y Amazonas
Quito
Ecuador
Falls bei jemandem einmal der Computer abstürtzt und er Tinte und Füller wiederentdeckt, kann er mir ja auch einen Brief schreiben! ;-)
Dies wird wohl mein letzter Eintrag in der Schweiz sein und somit verabschiede ich mich. Lebt wohl! Ich werde Euch vermissen!
5. Mai 2010
Die ersten Fotos sind online! Da ich noch 2 Tage in der Schweiz bin, sind diese natürlich auch noch in der Schweiz gemacht worden zeigen aber eine letzte Weintour am schönen Zürichsee und verdienen somit - meines Erachtens - einen Platz auf meinem Internetauftritt! Die Bilder sollen mir auch helfen nicht zu vergessen wie schön es in der Schweiz ist. ;-)
22. April 2010
"What is a journey? A journey is not a trip. It's not a vacation. It's a process. A discovery. It's a process of self-discovery. A journey brings us face to face with ourselves. A journey shows us not only the world, but how we fit in it. Does the person create the journey or does the journey create the person? The journey is life itself."
21. April 2010
Mein Geburtstag und mein erster Abschied...
Heute ist mein 29. Geburtstag. Obwohl es ein wunderschöner Tag war bzw. noch ist, musste ich bereits heute von einem mir sehr lieben Menschen Abschied nehmen, da sie heute in die Ferien flog und erst nach meiner Abreise wieder zurück kommt! Wenn ein Abschied mich so traurig stimmt, wie soll es erst werden, wenn ich mich von allen Freunden und meiner Familie verabschieden muss?!
Liebi Nadin, Du fehlsch mir jetzt scho! Blib wie Du bisch und über es Bsüechli in Ecuador wür ich mich freue! Danke für ALLES!
Hallo zusammen!
Herzlich willkommen auf meinem "Auslandtagebuch" für meine Zeit in Ecuador!
Hier werde ich von Zeit zu Zeit meine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen niederschreiben um Euch auf dem Laufenden zu halten und hoffe, dass ich auch vielleicht den ein oder anderen Gruss zurück nach Südamerika bekomme. Nun wünsche ich Euch viel Spass beim Lesen meiner Einträge...
Euer Paul
